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Asthma Kind Familie

Gaby Mayer zum Thema: Asthma beim Kind: Was ist wichtig für die Familie?

Asthma beim Kind: Was ist wichtig für die Familie?

Wenn ein Kind Asthma hat, betrifft das nicht das Kind allein. Auch die Familie leidet oft mit. Sicher kann man es nicht immer vermeiden, dass die Erkrankung den Familienalltag beeinflusst. Man kann aber viel dafür tun, damit dies nicht überhandnimmt. Was also ist wichtig für die Familie? Darüber sprach MeinAllergiePortal mit Gaby Mayer, Lufti-Team Rosenheim e. V.

Frau Mayer, welche Konsequenzen ergeben sich für die Familien, wenn das Kind Asthma hat?

Wenn ein Kind Asthma hat, bedeutet das für die Familie in erster Linie Angst und Unsicherheit. Hinzu kommen durchwachte Nächte oder auch die Arztbesuche, die ja ein Zeitfaktor sind.

Wahrscheinlich ist ja nicht jedes Familienmitglied gleichermaßen betroffen. Vermutlich sind es die Mütter, die die meisten Aufgaben übernehmen, wenn das Kind Asthma hat.

Ja, immer noch. In Familien mit einem asthmakranken Kind sind es nach wie vor die Mütter, die mit den Kindern zum Arzt gehen, die sich um die Medikamente kümmern und die wissen, wann was gemacht wird. Die Mütter sind von allen Familienmitgliedern deutlich am meisten involviert.

Zwar brechen diese Strukturen zum Teil auch auf, weil immer mehr Väter einen Teil der Familienlast übernehmen. So dramatisch, wie es vielleicht noch vor zwanzig Jahren war, ist es heutzutage nicht mehr. Aber tendenziell tragen die Mütter die größte Last. Und dann haben wir noch die Geschwisterkinder….

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Wie wirkt sich die Asthmaerkrankung eines Kindes auf die Geschwister aus?

Das Thema „Geschwister“ hat man im Zusammenhang mit der Asthmaerkrankung eines Kindes eigentlich erst in den letzten Jahren so richtig wahrgenommen. Geschwister haben oft Angst um das kranke Geschwisterchen. Oft bekommen sie auch weniger Aufmerksamkeit von den Eltern geschenkt. Es gibt auch Geschwister, die sich sehr darum bemühen, die Eltern zu entlasten. Im schlimmsten Fall kann dieses nicht betroffene Kind sogar Schuldgefühle entwickeln. Die Kinder wissen ja, dass sie alle aus der gleichen Familie kommen, aber ihnen geht es gut und der Schwester oder dem Bruder geht es aufgrund des Asthmas nicht gut. Dann kann es durchaus sein, dass die Kinder Schuldgefühle entwickeln.

Gibt es typische Probleme in Familien mit einem asthmakranken Kind?

Typisch ist, dass Familienunternehmungen vom Asthma beeinflusst werden. Zum Beispiel kann das Drachen-steigen-Lassen auf der Wiese schon mal ausfallen, weil gerade die Pollen fliegen, auf die das Kind, das an Asthma leidet, allergisch ist. Oder die Wanderung, die Radtour oder der Museumsbesuch muss ausfallen, weil das Kind aufgrund eines Asthmaanfalls eine „schlechte Nacht“ hatte. Manchmal bleiben dann auch nur die Mütter mit dem asthmakranken Kind zuhause und die Väter unternehmen etwas mit den anderen Kindern.

Das Asthma eines Kindes hat also einen großen Einfluss auf alle Familienmitglieder. Das kann als einschränkend erlebt werden. Es kommt aber immer darauf an, wie schlimm das Asthma des Kindes ist, welche Auslöser eine Rolle spielen, wie die Betreuung von ärztlicher Seite ist und wie gut die Familie damit umgehen kann. Sehr wichtig ist eine gute Einstellung des Asthmas durch den behandelnden Arzt. Gelingt dies, sollten möglichst wenige Symptome auftreten.

In der Asthma-Schulung geht es ja auch darum, die Familien im Umgang mit der Erkrankung zu unterstützen…

Die Unterstützung der Familien im Umgang mit der Asthmaerkrankung des Kindes ist ein wichtiger Teil der Schulungen. Deshalb sind immer auch Familientherapeuten und Psychologen Teil des Teams. In sogenannten „Erfahrungsrunden“, bei denen kein Arzt anwesend ist, geht es dann zum Beispiel auch um Fragen wie: „Was machen Sie für Ihre Partnerschaft?“ oder: „Was gönnen Sie sich für sich selbst?“ Damit wollen wir die Familien dafür sensibilisieren, dass alle auch einmal an sich selbst denken müssen und dass sich in der Familie nicht alles nur ums Asthma drehen sollte.

Andererseits gibt es jedoch auch Familien, die das Asthma des Kindes nicht wahrhaben wollen, weil sie sonst etwas an ihrem Lebensstil verändern müssten. Diese Familien suchen dann oft Hilfe bei Heilpraktikern. Es gibt tatsächlich Familien, die hoffen, man könne Asthma wegpendeln oder durch Hypnose heilen, anstatt sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Der erfolgreichere Ansatz ist jedoch, zu fragen: „Was kann ich tun, um das Asthma zu kontrollieren? Wie kann man gut mit Asthma umgehen?“

Und den Umgang mit Asthma lernen die Familien in den Asthma-Schulungen…

In der Schulung kann man Eltern sehr gut helfen. Sie erfahren, worauf sie achten müssen, welche Faktoren das Asthma beeinflussen und welche nicht und worauf sie unbedingt achten müssen. Natürlich würden wir den Eltern niemals verbieten, dem Kind Globuli zu geben oder alternative Methoden auszuprobieren. Wichtig ist jedoch, dass die Eltern immer die Symptome im Blick haben und dass sie das Asthma regelmäßig beim Facharzt kontrollieren lassen sowie die Entwicklung besprechen. Es muss immer im Vordergrund stehen: Wie geht es dem Kind? Wie steht es um die Lebensqualität? Ist eine Teilhabe gegeben? Kommt es seltener zu Notfallbehandlungen, Notarztbesuchen, Notfallanweisungen ins Krankenhaus?

Frau Mayer, herzlichen Dank für dieses Gespräch!