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Mittelohrentzündung, Paukenerguss: Symptome, Diagnose, Therapie

Woran erkennt man eine Mittelohrentzündung bzw. Otitis? Wie zeigt sich ein Paukenerguss? Wann handelt es sich um einen akuten Fall und wann ist die Erkrankung chronisch? MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. med. Thomas Grundmann, Chefarzt der HNO-Abteilung der Asklepios Klinik Altona über Symptome, Diagnose und Therapie von Mittelohrentzündung und Paukenerguss.

Autor: Sabine Jossé M.A.

Interviewpartner: Prof. Dr. med. Thomas Grundmann

Bei der akuten Otitis treten Ohrenschmerzen auf und sie kann auch mit Fieber einhergehen.

Tritt ein Paukenerguss auf, kann es auch zu Hörverlusten kommen. Kommt es zu einem starken Anschwellen der Lymphknoten, können die Ohren abstehen.

Wenn die Entzündung subakut abschwillt, dann kann der akute Infekt durch das Trommelfell brechen und es kann zu einer eitrigen Otorrhoe kommen, d.h. es tritt Flüssigkeit aus dem Ohr aus.

Bei den Symptomen der chronischen Mittelohrentzündung stehen der Hörverlust und das eitrig laufende Ohr im Vordergrund.

Wie kommt es zu einem Paukenerguss im Mittelohr?

Wenn die Eustachische Röhre sich verschließt, wird die im Mittelohr noch vorhandene Luft resorbiert und es entsteht ein Unterdruck im Mittelohr. Im Epithel des Mittelohrs kommt es dadurch zu einer Barriereschädigung. Es kommt dann zu einem Paukenerguss im Mittelohr, der dem Unterdruck entgegenwirken soll.

Und wie kann es dazu kommen, dass ein Paukenerguss chronisch wird?

Aus der klinischen Erfahrung wissen wir, dass es bei allergischen Kindern häufiger zu chronischen Paukenergüssen kommt.

Zu einer chronischen Entwicklung kann es, vor allem bei Kindern, aber auch dann kommen, wenn eine Dualität zwischen gestörter Mittelohrbelüftung und immer wiederkehrenden Reizzuständen der Mittelohrschleimhaut dazu führt, dass sich ein chronischer Paukenerguss bildet. Bei Kindern kommt das häufig vor, d.h. es ist ein „normales“ Phänomen und verliert sich häufig von selbst, auch ohne Behandlung.

Wenn immer wieder auftretende Paukenergüsse allerdings, gerade in den ersten drei Lebensjahren, zu Sprachentwicklungsverzögerungen führen, weil die Kinder schlecht hören, muss man eingreifen. Der Paukenerguss muss dann beseitigt werden, damit das Hörvermögen wiederhergestellt wird und sich die Sprachentwicklung normalisiert.

Zur Diagnose: Wie erkennt man eine Mittelohrentzündung?

Eine Mittelohrentzündung erkennt man durch eine Blickdiagnose. Dazu wird die Öffnung des Ohres mit einem kleinen Trichter aufgespannt und ein Ohrmikroskop eingeführt. Bei einem akuten Mittelohrinfekt ist das Trommelfell hochrot, und, falls ein Loch vorhanden ist, kann man dies gut erkennen.

Besteht ein Paukenerguss, erkennt man dies an einem verdickten Trommelfell bei dem viele Gefäße zu sehen sind.

Wie sieht die Therapie der Otitis bzw. eines Paukenergusses aus?

Beim akuten Mittelohrinfekt gibt man Antibiotika und abschwellende Medikamente.

Wenn ein Kind einen akuten Paukenerguss hat, muss man nicht therapieren. Ein Nasenspray kann dabei helfen, die Nasenschleimhäute zum Abschwellen zu bringen, aber meistens bilden sich Paukenergüsse von selbst wieder zurück.

Bei chronischen Paukenergüssen wird ein Trommelfellschnitt empfohlen, um den Erguss abzulassen.

Ist das Sekret im Mittelohr stark eingedickt, kann ein Paukenröhrchen eingesetzt werden. Dies gewährleistet, dass der Erguss dauerhaft abfließen kann. So kann auch Luft an die Mittelohrschleimhaut kommen, damit diese ausheilen kann.

Aber: Bei allergischen Kindern würde man bei der Wahl des Materials darauf achten, dass das Paukenröhrchen nicht allergieverstärkend wirkt. Zum Beispiel würde man an Stelle eines Kunststoffröhrchens ein Titanröhrchen wählen.

Hat ein Kind immer wieder Paukenergüsse und es besteht eine Allergie, würde ich ein topisches Steroid, d.h. ein Kortison-Nasenspray verordnen. Da es sich dabei um ein lokal an der Nasenschleimhaut wirkendes Therapeutikum handelt, würde sich dadurch der körpereigene Cortisol-Spiegel nicht erhöhen. Ein negativer Einfluss auf das Knochenwachstum erfolgt nicht.

Auch die Gabe eines Antihistaminikums ist möglich.

Wäre eine Operation auch dann angeraten, wenn eine chronische Mittelohentzündung allergiebedingt ist?

Wenn im Trommelfell durch einen chronischen Paukenerguss ein Loch entstanden ist, das nicht mehr von selbst zuheilt, besteht keine Barriere mehr zwischen Gehörgang und Mittelohr. Dann ist eine Operation, unabhängig von einer eventuell bestehenden Allergie, angeraten, um den chronischen Abszess zu beseitigen. Dadurch wird auch verhindert, dass das Mittelohr durch den Eiterungsprozess zerstört wird.

Herr Prof. Grundmann, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.