rote tränende Augen Konjunktivitis Allergie

Dr. med. Verena Mandelbaum, Kinderärztin, Allergologin und Pädiatrische Pneumologin in der Privatpraxis für Asthma & Allergien in der ATOS Klinik in Heidelberg zu roten, tränenden Augen und wann es eine allergische Konjunktivitis sein könnte!

Rote, tränende Augen? Konjunktivitis? Wann ist es allergisch?

Welche antiallergischen Alternativen gibt es zu kortisonhaltigen Augentropfen bei der Therapie der allergischen Konjunktivitis?

Es gibt eine ganze Reihe sehr gut wirksame antiallergische Augentropfen, die ohne Kortison auskommen und Wirkstoffe wie z.B. Azelastin, Cromoglycin oder Ketotifen enthalten. Diese Wirkstoffe werden seit langem eingesetzt und sind gut erprobt. Zudem wirken sie unmittelbar bei Gebrauch und sind so gut verträglich, dass man sie auch mehrmals täglich einsetzen kann.

Weiter gibt es Kombinationspräparate zur Behandlung der allergischen Konjunktivitis, bei denen antiallergische Wirkstoffe zusammen mit decongestiven, die Gefäße zusammenziehenden, Wirkstoffen eingesetzt werden. Die Wirkung dieser Augentropfen am Auge ist vergleichbar mit der Wirkung abschwellender Nasentropfen an der Nase. Genau wie bei den abschwellenden Nasentropfen kann es bei abschwellenden Augentropfen jedoch zu einer Unterversorgung kommen, in diesem Falle der Hornhaut. Man sollte sie deshalb nicht zu häufig verwenden.  

Neben der medikamentösen Therapie sollte man durch gewisse Vorsichtsmaßnahmen den Pollenkontakt reduzieren.


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Was kann man bei einer allergischen Konjunktivits tun, um den Kontakt mit Pollen zu meiden?

Gerade in der Pollensaison gibt es eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen, die dabei helfen können, die Reizung der Augen durch Pollen zu reduzieren und den Medikamentenbedarf so niedrig wie möglich zu halten. Dazu gehört z.B., dass man sich am Abend die Haare wäscht oder zumindest gut ausbürstet, um die Pollen vor dem Schlafengehen zu entfernen.

Auch sollte man in der Pollenflugsaison die Fenster besser geschlossen halten. Insbesondere die Schlafräume sollten möglichst pollenfrei gehalten werden, z.B. indem man Pollengitter an den Fenstern installiert.

Eine zusätzliche Maßnahme, die sehr gut helfen kann, ist Luftreiniger in den Wohnräumen zu benutzen, insbesondere im Schlafzimmer. Die Fenster müssen aber dennoch geschlossen bleiben.

Die Kleider des Tages, die ebenfalls mit Pollen behaftet sein können, sollten nicht im Schlafzimmer aufbewahrt werden.

Gerade in der Nacht ist es hilfreich, sowohl bei allergischen Augenbeschwerden, also auch für die Nasenschleimhäute, wenn das Immunsystem zumindest für acht Stunden die Möglichkeit hat, sich zu regenerieren. Nachts sollten Allergiker in einer möglichst pollenfreien Umgebung zur Ruhe kommen.

 

Und was kann man bei einer Milbenallergie tun, um den Kontakt zum Allergen zu reduzieren?

Bei der Hausstaubmilbenallergie sollte man das Bett mit milbendichten Encasings für Matratzen, Bettdecken und Kissen ausstatten. Zudem gibt es Programme für eine Hausstaubsanierung und Schulungen, die Tipps für die Meidung von Milben geben. Z.B. sollte man die Kissen und Bettdecken, aber auch Stofftiere bei 60 ° C waschen können. Alternativ kann man z.B. kleinere Kissen oder Stofftiere durch das Einlagern im Gefrierfach von Milben befreien. Polstermöbel, Decken und Vorhänge im Schlafzimmer sollten nicht zu plüschig sein. Nicht sofort, aber langfristig sieht man den Effekt einer guten Milbensanierung, denn auch hier kommt es darauf an, dem Körper zumindest während der Nacht Ruhe vor dem Allergen zu verschaffen. Bei Kindern kann es dann auch sinnvoll sein, das Kinderzimmer zum Schlafraum zu erklären, und die Kinder außerhalb spielen zu lassen, damit das Kinderzimmer pollen- und milbenfrei bleibt.

Was ist zu beachten, wenn Schimmelpilze die Ursache der Allergie sind?

Wenn Schimmelpilze, die im Freien vorkommen, die Ursache für die Schimmelpilzallergie sind, gelten die gleichen Maßnahmen wie bei der Pollenallergie.

Darüber hinaus sollte man bei einer Schimmelpilzallergie keine Pflanzen, Tierkäfige oder Aquarien im Schlafzimmer aufstellen.

Auch schlecht gepflegte Luftbefeuchter oder Wasserverdunster an Heizkörpern können eine Quelle, für Schimmelpilzsporen sein.

Und nicht zu vergessen: Auch Abfalleimer haben in Schlafräumen nichts verloren. In vielen Kinderzimmern steht ein Papierkorb unter dem Schreibtisch, der gerne auch zur Entsorgung der Bananenschale genutzt wird, die dann wochenlang vor sich hin schimmelt.

Auch die Sporttaschen und Turnbeutel sollten in diesem Zusammenhang erwähnt werden. Diese werden nach dem Training oft mitsamt den verschwitzten Sportsachen und Turnschuhen im Zimmer  abgestellt und so kann sich auch dort Schimmel bilden. Schimmelpilzallergiker sollten also ganz besonders darauf achten, ihre Sportutensilien nach dem Sport auszulüften und zu trocknen.  

Frau Dr. Mandelbaum, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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