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Allergie am Auge: 7 wichtige Allergene!

Allergie am Auge: 7 wichtige Allergene!

Eine Allergie am Auge kann viele Ursachen haben, aber es gibt 7 wichtige Allergene, die man kennen sollte, wenn man allergische Symptome am Augenlid bemerkt. Diese können sehr unterschiedlich ausfallen, genauso wie es zahlreiche Ursachen für eine Kontaktallergie gibt.

Autor: Dr. med. Susanne Meinrenken

Allergie am Auge: Symptome von Rötung bis zu Hautschuppung

Die Symptome einer Kontaktallergie zeigen sich in der Regel 24 bis 48 Stunden nach dem Kontakt mit dem Auslöser am stärksten.

Bei der akuten Allergie am Auge kann es zu den folgenden Symptomen kommen:

  • Rötung
  • kleine Bläschen
  • Papeln
  • Schwellungen rund um das Auge

Die chronische Kontaktallergie am Auge zeigt sich hingegen zusätzlich durch:

  • kleine Hautrisse
  • etwas verhärtete, verdickte Haut
  • schuppende Haut

Bei manchen Patienten zeigt sich eine Kontaktallergie der Haut nur mit Beschwerden am Augenlid; bei anderen Patienten können sich Symptome am Augenlid zeigen, obwohl die auslösende Substanz gar nicht am Auge selbst, sondern zum Beispiel als Creme am Arm verwendet wurde. Wichtig zu wissen: Fast alles, was an den Fingern haften bleibt, gerät unabsichtlich auch ans Augenlid, weil wir uns unbewusst häufig ans Auge fassen oder die Augen reiben.

Allergie am Auge? Was kann es noch sein?

Wer gerötete, juckende, geschwollene Haut am Auge bei sich feststellt, kann jedoch auch an einer anderen Krankheit als einer Kontaktallergie leiden.

Beispiele für Erkrankungen, deren Symptome denen einer Kontaktallergie am Auge ähneln, sind:

  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis) infolge einer Infektion mit Bakterien oder Viren
  • allergische Konjunktivitis, zum Beispiel bei Heuschnupfen
  • Neurodermitis (atopisches Ekzem)
  • seborrhoisches Ekzem
  • Schuppenflechte

Insofern wird der Arzt zunächst untersuchen, welche Ursache für die Beschwerden am Auge infrage kommen. Im folgenden Text geht es jedoch nur um die Kontaktallergie am Augenlid.

Allergie am Auge: Haut-Test als wichtigster diagnostischer Test

Ebenso wie bei anderen Kontaktallergien ist der sogenannte Epikutantest (Allergietest an der Haut, auch Patch-Test genannt) die wichtigste Untersuchung, um die korrekte Diagnose stellen zu können. Hiermit lassen sich die relevanten Allergene meist sicher ermitteln.

Folgende Stoffe enthalten häufig allergieauslösende Substanzen (Allergene), die zu einer Allergie am Auge führen können:

  • Konservierungsmittel
  • Kosmetika
  • Antibiotika
  • Narkosemittel
  • lokal angewandte Medikamente zur Glaukombehandlung

Stehen die Allergene, die die Allergie am Auge verursachen, fest, sollte man diese fortan meiden.

Kontaktallergie am Auge: Nickel und Gold als häufigste Allergene

In einer aktuellen Studie analysierten Hautärzte und Augenärzte aus den USA die Epikutantests von 215 Patienten mit einer Kontaktallergie am Auge. Getestet wurden unter anderem Inhaltsstoffe aus Pflegemitteln für Kontaktlinsen (beispielsweise Methylacrylat), Antibiotika (unter anderem Neomycin), Benzocain und Lidocain aus der Gruppe der Anästhetika, mehrere Kortikosteroide verschiedener Gruppen, bekannte Allergene wie Thiomersal sowie solche aus Hautkosmetika.

In den Tests der 215 Patienten mit einer Kontaktallergie am Augenlid zeigten sich positive Reaktionen auf 74 Allergene. Am häufigsten reagierten die Patienten auf Metalle, wie Nickel mit >20% der Patienten, etwa in Augenbrauenpiercings, oder Gold, das in Kosmetika verwendet wird. Weiter reagierten die Studienteilnehmer auf Schellack, Konservierungsmittel wie Benzalkoniumchlorid (BAK) aus Hautpflegemitteln oder rezeptfreien Medikamenten für das Auge, Antibiotika in Form von Salben oder Tropfen, Duftstoffe aus Kosmetika oder Reinigungsmitteln, Acryl aus Nagellack und Tensiden. Diese Tenside kommen zum Beispiel in Shampoos vor, die nicht in den Augen brennen sollen. Auch bestimmte Kortisonpräparate waren bei einigen Patienten der Grund für eine Allergie am Augenlid. Allerdings verursachen manche dieser Präparate nur sehr selten eine Allergie.

Allergie am Auge durch Metalle

Metalle waren bei bei relativ vielen Patienten mit einer Allergie am Auge die Ursache der Beschwerden. Mit einer Kontaktdermatitis am Augenlid reagierten sie aufgrund von Nickel, Kobalt, Gold oder Chrom. Wer vermutet, auf bestimmte Substanzen am Auge allergisch zu reagieren, sollte also am besten auf nickelhaltige Mascara oder Lidschatten verzichten − allerdings sind die modernen Produkte meist nickelfrei. Probleme kann aber auch eine Wimpernzange aus Metall verursachen. Nickelallergiker reagieren häufig auch auf Kobalt: insofern gilt es auch Kobalt zu meiden. Gold ist in zahlreichen Kosmetika fürs Auge weiterhin enthalten – etwa in Foundation, Augenmasken, Lidschatten, Mascara oder Feuchtigkeitspflege. Die Ursache für eine allergische Hautreaktion kann aber natürlich auch Goldschmuck sein. Es lohnt sich daher, testweise mal für vier Wochen auf Goldschmuck zu verzichten. Ein weiteres Metall, dass eine Allergie am Auge auslösen kann, ist Chrom. Chrom gehört anderen Studien zufolge zwar nicht zu den häufigsten Allergenen, aber in dieser Studie wurde es als eine wichtige Ursache für eine Allergie am Auge identifiziert. Enthalten ist Chrom in einigen Hautpflegeprodukten; es ist auch in Form von Kaliumchromat in manchen Haushaltsprodukten zu finden, etwa in Leder oder Poliermitteln.

Allergie am Auge durch Schellack

Schellack ist eine aus den Sekreten von Lackschildläusen gewonnene harzartige Substanz, die ebenfalls für eine Allergie am Auge verantwortlich sein kann. Schellack wird zum Beispiel in Mascara verwendet und auch Lippenstiften zugesetzt. Außerdem ist es als besonders lang haltender Nagellack sehr beliebt. Schellack war in dieser Studie recht häufig die Ursache für die Kontaktallergie am Augenlid.

Allergie am Auge durch Konservierungsmittel

Auch Konservierungsmittel wie Benzalkoniumchlorid (BAK) und Methyldibromoglutaronitril sind häufige Allergene, die eine Allergie am Auge auslösen können. Sie sind in vielen Hautpflegeprodukten, Deodoranzien, Flüssigseifen und rezeptfreien Präparaten für‘s Auge enthalten. Das früher übliche Konservierungsmittel Thimerosal wird aktuell nur noch in sehr wenigen Produkten fürs Auge oder in manchen Impfstoffen verwendet. Stattdessen wird häufig BAK verwendet. Zunehmende Bedeutung als Allergen, auch für Allergien am Auge, gewinnt das Konservierungsmittel Methylisothiozolinon, das in Shampoos und anderen Haarpflegeprodukten sowie manchen Lotionen enthalten ist.

Allergie am Auge durch Antibiotika

Manche Produkte zur Nutzung am Auge sind mit den lokal zu verwendenden Antibiotika Neomycin oder Bacitracin versetzt. Beide Stoffe können am Auge zu einer Allergie führen. Deshalb sollten Patienten mit einer Kontaktdermatitis am Auge diese Medikamente − ebenso wie alle oben genannten Substanzen − meiden.

Allergie am Auge durch Duftstoffe

Häufig genutzte Substanzen wie Perubalsam, Propolis, Linalool-Hydroperoxid (duftet nach Lavendel) sind laut dieser Studie die häufigsten allergenen Duftstoffe. Solche Inhaltsstoffe sind in vielen Pflegeprodukten zu finden; wer auf diese allergisch reagiert, entwickelt häufig zusätzlich auf ganz andere Substanzen oder Nahrungsmittel ebenfalls allergische Beschwerden.

Allergie am Auge durch Acryl

Acryl ist wichtiger Bestandteil vieler Nagellacke oder künstlicher Nägel. Eines der häufig verwendeten Acryle ist Hydroxyethylmethacrylat (HEMA). Es gelangt über die Fingernägel ans Augenlid. Betroffene leiden manchmal zusätzlich an einer periungualen Dermatitis. Patienten mit einer Augenlid-Dermatitis ist also von künstlichen Nägeln oder Nagellack abzuraten. Wichtig ist jedoch der folgende Hinweis für Kontaktlinsenträger: Zwar enthalten manche Kontaktlinsen ebenfalls Acryle – diese sind jedoch nicht allergen und können ohne Allergierisiko verwendet werden.

Allergie am Auge durch Tenside

Auch Tenside können zu einer Allergie am Auge führen. Dazu gehören oberflächenaktive Substanzen wie Oleamidopropyl-Dimethylamin und -Amidoamin, bekannte Inhaltsstoffe in Kindershampoos, die nicht in den Augen brennen sollen. Auch Cocamidopropyl-Betain, das sich in Flüssigseifen, Shampoos oder auch Hygieneprodukten für die Augenlider findet kann Allergien am Auge auslösen. Wenn auch weniger bekannt, gibt es auch Berichte über Cocamid-Diethanolamin – auch als Kokos-Diethanolamid bekannt – als Ursache einer Kontaktallergie am Augenlid.

Allergie am Auge: Wie lässt sich das Allergen meiden?

Den effektivsten Schutz vor einer Allergie am Augenlid bietet natürlich die zielgerichtete Allergenmeidung. Daher ist es wichtig, allergische Symptome am Auge von einem Arzt sorgfältig untersuchen zu lassen, um herauszufinden, auf welche einzelne Substanz man allergisch reagiert. Denn nur dann kann man gezielt darauf verzichten. Zu bedenken ist, dass manche Patienten ein bestimmtes Produkt am gesamten Körper verwenden, aber nur am Augenlid darauf allergisch reagieren.

Wie erwähnt, ist der Epikutan-Test eine wichtige Untersuchung für die Diagnosestellung, ist aber nicht in jedem Fall durchführbar. Aber auch ohne ein Testergebnis ist es für Patienten zum einen hilfreich, über die oben genannten häufigsten Allergene bei einer Kontaktallergie am Augenlid informiert zu werden. Zum anderen können sie in entsprechenden Online-Informationen nach Pflegeprodukten forschen, die keine der bekannten Allergene enthalten. Beispiele für solche Anbieter sind für die USA SkinSAFE; hier lassen sich unter dem Stichwort „EyelidSafe“ gezielt sichere Produkte finden. Auch das Contact Allergen Management Program (CAMP) bietet gute Informationen. In Deutschland bietet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auch zum Thema Allergene in Kosmetika viele Informationen an.

 

Allergie am Auge: Wie sieht die Behandlung aus?

Wer Medikamente, etwa Augentropfen, zur Behandlung bestimmter Krankheiten am Auge benötigt, darauf aber allergisch reagiert, dem wird der Augenarzt alternative Präparate verschreiben können, die bei den meisten Menschen keine Allergie auslösen.

Zur Behandlung der gereizten Haut eignen sich kalte Kompressen und sogenannte Antihistaminika. Um akute Beschwerden und entzündliche Reaktionen zu lindern, verordnen manche Ärzte zudem bestimmte Kortisonpräparate. Es ist sehr wichtig, diese nur für sehr kurze Zeit und in niedriger Dosis zu verwenden, weil die dünne Haut am Auge sehr empfindlich auf Kortison reagiert und es zusätzlich infolge der Kortisonwirkung zu bestimmten Erkrankungen am Auge kommen kann. Andere Ärzte raten daher auch ganz davon ab, Kortison im Bereich des Auges zu verwenden.

Eine andere Möglichkeit der Therapie sind sehr spezifisch wirkende Medikamente, die die allergische Reaktion am Auge dämpfen können, sogenannte Calcineurin-Inhibitoren oder auch PDE-4-Inhibitoren. 

 

Quelle:

Huang CX et al. Seven Common Allergen Groups Causing Eyelid Dermatitis: Education and Avoidance Strategies. Clinical Ophthalmology 2021; 15: 1477 ff

Wichtiger Hinweis

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