Allergien Unverträglichkeitsreaktionen Hüftprothese

Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE)

Allergien, Unverträglichkeits-Reaktionen: Ein Risiko bei Hüftprothesen?

Welche Materialien werden in der Hüftendoprothetik verwendet und gegen welche Materialien können Überempfindlichkeiten entstehen?

Zur Anwendung kommen in der Hüftendoprothetik Kobalt-Chrom-Legierungen und Titanlegierungen:

Gewichtsanteile (%) bei den drei wichtigsten Implantatlegierungen
  Nickel Kobalt Chrom Titan Molybdän               Aluminum Vanadium
Edelstahl (ASTM F138) 13-15.5    17-19      —      2-4      —
Kobalt-Legierung (ASTM F75) 1 62-67    27-30      —      5-7      —
Titan-Legierung (ASTM F136)    —    —        —    89-91        — 5.5-6.5    3.5-4.5
Quelle: Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig
             

Des Weiteren werden Keramiken, Polyethylene und Knochenzement auf Acrylatbasis verwendet.

Überempfindlichkeiten können prinzipiell gegen alle Materialien entwickelt werden. Die wesentlichsten sind orange gekennzeichnet:

 

Metalle Knochenzemente
Nickelsulphat Methylmethacrylat
Kobaltchlorid Hydroxy -Ethyl- Methacrylat 
Chromtrichlorid Benzoylperoxid
Quelle: Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller
 
   

Gibt es für den Einsatz in der Hüftendoprothetik auch allergenfreie Materialien?

Als biologisch inert gilt Titan. Allerdings sind auch vereinzelt Case Reports veröffentlicht worden, in denen es angeblich auch allergische Reaktionen auf Titan gegeben haben soll. Möglicherweise sind die allergischen Reaktionen auf Nickelverunreinigungen zurückzuführen, welche im Bereich 0,001-0,0001 Vol Prozent liegen. Überempfindlichkeiten auf Keramik dagegen sind nicht beschrieben.

Woran merkt der Patient nach Einsatz der Hüftprothese, dass er eine  Unverträglichkeit auf die Prothese entwickelt hat?

In aller Regel kommt es nach einem beschwerdefreien Intervall innerhalb von zweieinhalb bis 3 Jahren zu erneuten Beschwerden, überwiegend Schmerzen. Diese führen den Patienten dann zum Arzt. Das Röntgenbild kann Auffälligkeiten im Sinne von Osteolysen, d.h. Knochenabbau, zeigen, muss es aber nicht.

Neben Schmerzen können natürlich auch Hautveränderungen wie Ekzeme auftreten. Hautveränderungen können am gesamten Körper auftreten, da entsprechende Metalle im gesamten Körper zirkulieren.

Wie bereits gesagt, kann eine Allergie zum Versagen der Prothese durch Auslockerung führen.

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