Asthma Schwangerschaft

Prof. Dr. Heinrich Worth, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Deutschen Atemwegsliga zum Thema "Asthma in der Schwangerschaft"!

Asthma in der Schwangerschaft: Was sollten Schwangere beachten?

Gibt es weitere Risiken, die bei Schwangeren mit Asthma auftreten können?

Bei asthmakranken Schwangeren kommt es häufiger zu Infekten als bei nicht schwangeren Asthmapatientinnen. Meist handelt es sich dabei um virale Infekte.  Hier ist es wichtig, dass zur Behandlung der viralen Infekte keine Antibiotika eingesetzt werden, denn einige Antibiotika können sich fruchtschädigend, z.B. auf das Gehör, die Nieren oder das Wachstum auswirken. Zu diesen Antibiotika-Wirkstoffen gehören unter anderem Tetracycline, Chinolone und Aminoglykoside. Sie sind für werdende Mütter verboten.

Zudem wirken Antibiotika bei viralen Infekten nicht, sondern nur bei bakteriellen Infekten. Wird bei Schwangeren tatsächlich ein Antibiotikum zur Behandlung eines bakteriellen Infekten benötigt, wird man in erster Linie Penicillin oder Cephalosporin einsetzen, vorausgesetzt es liegen keine Unverträglichkeiten gegen diese Substanzen vor.

Welche Risiken bestehen für das ungeborene Kind, wenn die Mutter Asthma hat?

Für das ungeborene Kind gibt es, unabhängig von der Weiterführung der Medikation,  mehrere Risiken, wenn die werdende Mutter an Asthma erkrankt ist. Zum Beispiel ist das Risiko einer Frühgeburt größer und auch das Risiko, dass die Plazenta sich vorzeitig ablöst, ist bei asthmakranken Schwangeren größer.

Weiter tritt bei werdenden Müttern, die an Asthma erkrankt sind, häufiger eine intrauterine Wachstumshemmung auf.

Zudem gibt es bei Asthma einen gewissen Erbgang, das heißt, dass Kinder von Eltern, die an Asthma erkrankt sind, häufiger ein Asthma entwickeln.

Kann es auch während der Geburt zu Problemen für das Kind kommen, wenn die Mutter Asthma hat?

Sollte es bei der Geburt nötig werden, die Wehen medikamentös einzuleiten, sollte man bei Müttern mit Asthma Vorsicht bei der Auswahl des Medikamentes walten lassen. Hier sollte Oxytocin verwendet werden, weil sich andere Wirkstoffe ungünstig auf das Asthma auswirken könnten. Die Wahl des falschen Medikamentes zur Weheneinleitung könnte letztlich negative Auswirkungen für Mutter und Kind haben.

Bestehen auch nach der Geburt Risiken für das Kind, wenn die Mutter Asthma hat?

Es gibt Medikamente, wie das Theophyllin, das eigentlich zur Behandlung nicht mehr eingesetzt werden sollte, dennoch in manchen Fällen verordnet wird. Stillende Mütter mit Asthma sollten  Theophyllin nicht einnehmen, denn es geht in die Muttermilch über.

Herr Prof. Worth, herzlichen Dank für das Gespräch!

 

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