Allergie Hummelgift Hornissengift Anaphylaxie

Priv.-Doz. Dr. med. Timo Buhl,Oberarzt der Klinik, Leiter Allergologie an der Universitätsmedizin Göttingen zur Allergie auf Hummelgift oder Hornissengift!

Allergie auf Hummelgift oder Hornissengift? Ist eine Anaphylaxie möglich?

Auch wenn diese Allergien im Vergleich zu anderen Insektengiftallergien nicht so häufig vorkommen, auch auf Hummelgift und Hornissengift kann man allergisch reagieren. Aber kann der Stich einer Hummel oder Hornisse auch eine Anaphylaxie auslösen? Darüber sprach MeinAllergiePortal mit Priv.-Doz. Dr. med. Timo Buhl,Oberarzt der Klinik, Leiter Allergologie an der Universitätsmedizin Göttingen.

Herr Privatdozent Buhl, kann man bei einer Allergie auf das Gift der Hummel einen anaphylaktischen Schock erleiden?

Ja, auch durch das Gift einer Hummel kann ein anaphylaktischer Schock ausgelöst werden, allerdings ist das ein ausgesprochen seltenes Problem.
Allerdings: Bei einer Allergie gegen Hummelgift gibt es keine Allergenextrakte, speziell zur Diagnose und Behandlung mit einer spezifischen Immuntherapie (SIT).

Lediglich für Bienengift und Wespengift stehen Allergenextrakte zur Verfügung.

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Heißt das, man kann eine Allergie auf Hummelgift weder diagnostizieren noch therapieren?

Glücklicherweise enthält das Gift der Hummeln Allergene, die teilweise mit dem Bienengift kreuzreaktiv sind. Dadurch wird es möglich, bei Hummelallergikern sowohl die Diagnostik als auch die Desensibilisierungs-Therapie mit Hilfe des Bienengift-Allergenextraktes vorzunehmen.

Wie sieht es bei Hornissen aus, ist auch hier eine Anaphylaxie möglich, wenn man eine Hornissengiftallergie hat?

Durch den Stich einer Hornisse kann es ebenfalls zu einem allergischen Schock kommen, wenn man Hornissengiftallergiker ist, allerdings ist dies ebenfalls sehr selten.

Auch für die Diagnose und Therapie einer Hornissengiftallergie steht kein Allergenextrakt zur Verfügung. Da das Hornissengift aber wiederum teilweise kreuzreaktiv mit Wespengift ist, greift man zur Diagnostik bzw. im Bedarfsfalle für die Therapie, auf das Wespengift-Allergenextrakt zurück.

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Sie betonen dass das Gift der Hummel mit dem der Biene und das Gift der Hornisse mit dem der Wespe „teilweise“ kreuzreaktiv ist…

„Teilweise kreuzreaktiv“ bedeutet, dass zwar bestimmte Allergene von Hummel -und Bienengift übereinstimmen und ebenso bestimmte Allergene von Hornissen- und Wespengift. Eine 100prozentige Übereinstimmung gibt es jedoch nicht, so dass es durchaus zu „blind spots“ kommen kann. In der Konsequenz könnte es vorkommen, dass ein Patient auf ein Allergen der Hummel oder der Hornisse allergisch reagiert, das keine Entsprechung zu den Allergenen von Biene oder Wespe hat.

Herr Privatdozent Buhl, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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