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Bienenstich, Wespenstich, allergische Reaktion

Privatdozentin Dr. med. Kristine Breuer, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, Allergologie, Berufsdermatologie (ABD) und Leiterin der Abteilung für Allergologie und Berufsdermatologie im Dermatologikum in Hamburg

Bienenstich - Wespenstich - was tun? Wann ist die Reaktion allergisch?

Sie gehören zum Sommer wie die Sonne – Bienen und Wespen. Leider kommt es jedoch zwischen dem Menschen und den eigentlich sehr nützlichen Insekten häufig zu „Zusammenstößen“. Diese enden dann leicht mit einem Bienenstich oder Wespenstich und das ist schmerzhaft. Was kann man also tun, wenn Biene oder Wespe zugestochen haben? Wann ist die Reaktion "normal" und wann "allergisch"? MeinAllergiePortal sprach mit Privatdozentin Dr. med. Kristine Breuer, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, Allergologie, Berufsdermatologie (ABD) und Leiterin der Abteilung für Allergologie und Berufsdermatologie im Dermatologikum in Hamburg über den Unterschied und beantwortet die Fragen: Bienenstich was tun? Wespenstich was tun?

Autor: Sabine Jossé M. A.

Interviewpartner: PD Dr. med. Kristine Breuer

Frau Privatdozentin Breuer, welche Reaktionen der Haut sind "normal", wenn man von einer Biene oder Wespe gestochen wurde?

Bienen- und Wespenstiche führen üblicherweise im Verlauf von Minuten bis Stunden zu einer schmerzhaften Rötung und Schwellung, die meist weniger groß als 10 cm im Durchmesser ist und innerhalb eines Tages wieder abklingt.

Was kann man als "erste Hilfe"-Maßnahme nach einem Bienen- oder Wespenstich tun?

Die Behandlung eines Bienen- oder Wespenstiches erfolgt mit einem kühlenden feuchten Umschlag. Darüber hinaus kann eine Kortisoncreme aufgetragen werden. Bei besonders starken Schwellungen sollte ein Antihistaminikum, z.B. mit den Wirkstoffen Cetirizin oder Loratadin, eingenommen werden.

Bei einem Stich in der Kopf-Halsgegend muss rasch ein Arzt aufgesucht werden, da es durch die Schwellung zu einer Verlegung der Luftwege kommen kann. Nach Verschlucken einer Biene oder Wespe muss auf alle Fälle ein Notarzt gerufen werden - Telefon 112.

Woran merkt man, dass es sich um eine allergische Reaktion handelt? Wie lange kann sie nach dem Stich noch eintreten?

Allergische Reaktionen auf Insektengifte können lebensbedrohlich sein. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass Symptome auch fern der Stichstelle auftreten. Diese Symptome zeigen sich in aller Regel innerhalb weniger Minuten und können von alleinigen Hautreaktionen, wie z.B. Auftreten von Quaddeln und Schwellungen über Atemnot, Übelkeit und Erbrechen, Blutdruckabfall bis zum sogenannten "Anaphylaktischen Schock" und zu Bewusstlosigkeit mit Herz-Kreislauf und Atemstillstand reichen.

Was sollte man tun, wenn man eine allergische Reaktion befürchtet?

Falls Reaktionen auftreten, die über eine Schwellung an der Einstichstelle hinausgehen (Quaddeln, Atemnot, Übelkeit, Kreislaufstörungen), sollte sofort der Notarzt verständigt werden, wie gesagt unter der Nummer 112.

Anschließend sollte die Vorstellung bei einem Allergologen erfolgen. Dort werden Allergietestungen, d.h. ein Haut- und Bluttest, durchgeführt. Bei Vorliegen einer Insektengiftallergie werden Notfallmedikamente wie Antihistaminika, Kortison und Adrenalin verordnet. Darüber hinaus wird geprüft, ob eine Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt, angezeigt ist.

Ist man vor allergischen Reaktionen gefeit, wenn man bisher beim Bienen- oder Wespenstich keine allergischen Reaktionen gezeigt hat?

Generell kann jedermann im Laufe des Lebens eine Insektengiftallergie entwickeln. Ein Allergietest sollte allerdings nur erfolgen, wenn der begründete Verdacht auf eine Insektengiftallergie besteht, da 20 Prozent aller Menschen einen positiven Allergietest, eine sogenannte "Sensibilisierung" haben, ohne dass tatsächlich eine Insektengiftallergie besteht.

Frau Privatdozentin Breuer, herzlichen Dank für dieses Interview!

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.