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Allergie Insektengift Kind Häufigkeit Symptome

Dr. Michael Gerstlauer zum Thema: Insektengiftallergie beim Kind

Allergie auf Insektengift beim Kind: Häufigkeit und Symptome

Eine Allergie auf Insektengift ist bei Kindern eine seltene Allergie. Häufig kommt es in diesem Zusammenhang jedoch zu Missverständnissen, weil nicht zwischen Sensibilisierung und tatsächlicher Allergie unterschieden wird. Mit Dr. Michael Gerstlauer, Oberarzt Kinderpulmologie und –allergologie am Universitätsklinikum Augsburg sprach MeinAllergiePortal über die Allergie auf Insektengift beim Kind, deren Häufigkeit und die Symptome.

Herr Dr. Gerstlauer, wie häufig kommt es bei Kindern zu einer Allergie auf Insektengift?

Grundsätzlich sollte man „insektengiftallergische Kinder“ nicht mit den lediglich „auf Insektengift sensibilisierten Kindern“ verwechseln. Wirklich klinische Reaktionen, das heißt allergische Symptome, die nach einem Insektenstich auftreten, finden wir nur bei einem von 100 Kindern. Das heißt, nur ein Prozent aller Kinder zeigt wirklich klinische Reaktionen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Sensibilisierung auf Insektengift und einer Allergie auf Insektengift?

Betrachtet man allein die Anzahl der auf Insektengift sensibilisierten Kinder, kommt man auf eine deutlich höhere Zahl Betroffener. „Sensibilisierung“ bedeutet jedoch nur, dass diese Kinder „theoretisch“ auf einen Insektenstich reagieren könnten. Eine Sensibilisierung signalisiert lediglich die grundsätzliche Bereitschaft des Immunsystems, allergisch zu reagieren. De facto ist dies jedoch nicht immer der Fall, und wenn diese Kinder vom jeweiligen Insekt gestochen werden, kommt es bei den meisten Kindern eben nicht zu allergischen Reaktionen.

Eine Sensibilisierung auf Insektengift kommt bei den Kindern also unter Umständen nie zum Tragen?

Zu 90 Prozent kommt eine Sensibilisierung auf das Gift von Insekten nie zum Tragen!
Der Grund dafür ist, dass eine solche Sensibilisierung auf sehr unterschiedlichen Wegen entstehen kann. Eine mögliche Ursache wäre zum Beispiel eine Kreuzreaktion mit pflanzlichen Allergenquellen. In Pflanzen sind ähnliche Proteine enthalten, wie im Insektengift. Das können zum Beispiel die sogenannten Polcalcine sein oder kreuzreagierende Kohlenhydrat-Determinanten bzw. cross-reactive Carbohydrat Determinants (CCD) also Kohlenhydratseitenketten an Proteinen. Dann kann der Allergietest auf Insektengift positiv sein, obwohl das Kind, oder der Erwachsene – das gilt ja für Erwachsene genauso – nie Probleme damit hatte.

Aufgrund der Polcalcine und CCD kommt es dann praktisch zu einer falsch positiven Reaktion?

Genau! Und da dies sehr, sehr häufig vorkommt, stellt sich aus ärztlicher Sicht die Frage: Wann ist eine Allergiediagnostik sinnvoll? Das ist ein wichtiger Punkt, und, um gleich auch die Antwort zu geben: Die Diagnostik einer Insektengiftallergie ist wirklich nur dann sinnvoll, wenn das Kind klinisch reagiert hat. Ein „falsch positives“ Testergebnis könnte den Polcalcinen und CCD geschuldet sein und würde die Eltern und natürlich auch das Kind sehr verunsichern.

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