Behandlung Allergie Hund

Dr. med. vet. Ursula Mayer, tierärztliche Spezialistin für Allergien, Haut- und Ohrenkrankheiten in München/Augsburg

Allergie beim Hund: Wie sieht eine gute Behandlung aus?

Welche Behandlungsmöglichkeiten hat der Tierarzt, wenn der Hund eine Allergie hat?

Die Allergietherapie ist in der Regel eine Kombinationstherapie aus Vermeidung, Desensibilisierung und symptomatischer Therapie, d.h. Medikamente, die den Juckreiz lindern. Die Vermeidung dient in erster Linie dazu, die Belastung zu senken und dadurch auch die Medikamentendosierung. Vermeidung alleine wird aber nicht ausreichen.

Zur Behandlung durch den Tierarzt gehören, neben Kortison, z.B. Antihistaminika, die weniger Nebenwirkungen haben, aber auch nicht so wirkungsvoll sind.

Dann gibt es auch noch die Möglichkeit einer Hyposensilbilisierung. Das bedeutet, dass man versucht, den Hund gegen das auslösende Allergen zu sensibilisieren. Hierfür müssen die auslösenden Allergene natürlich bekannt sein. Diese können mittels Allergietest (über Blut oder als Intrakutantest – dem von Tierdermatologen bevorzugten Test) ermittelt werden, insofern andere Ursachen als eine Umweltallergie vorher ausgeschlossen wurden. Wird dies versäumt kommt es zu falsch positiven Ergebnissen. So zeigen zum Beispiel Hunde mit Fuchsräude (Sarcoptes) zu 60% falsch positive Titer auf Hausstaubmilbenallergie durch Kreuzreaktivität.

Bei der Desensibilisierung wird dem Tier in gewissen Abständen kleinste Mengen des Allergens unter die Haut spritzt und diese Dosis bis zu einer bestimmten Höchstmenge steigert. Ist diese Höchstmenge erreicht, wird sie beibehalten, aber in größeren Zeitabständen injiziert. Am besten wirkt die Desensibilisierung wenn die gespritzte Menge und die Abstände zwischen den Spritzen individualisiert wird – das bedeutet auf die Menge die das individuelle Tier brauch angepasst. Diese Behandlung wird von Hunden sehr gut vertragen, muss allerdings über mehrere Jahre oft lebenslang durchgeführt werden.

Dabei ist die Erfahrung des Tierarztes mit allergischen Erkrankungen und dieser Therapieform sehr wichtig, aber auch die Mitarbeit des Hundehalters. Nach ca. drei bis sechs Monaten hat man den Hund aber in der Regel so weit eingestellt, dass man mit der richtigen Mischung von Maßnahmen das Problem gut im Griff hat. Man muss für jedes Tier die Kombination finden, die das bestmögliche Ergebnis bei geringstmöglichen Nebenwirkungen erzielt finden.

Frau Dr. Mayer, herzlichen Dank für das Gespräch!

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Bitte beachte auch unsere Datenschutzbestimmungen gemäß DSGVO.