Behandlung Allergie Hund

Dr. med. vet. Ursula Mayer, tierärztliche Spezialistin für Allergien, Haut- und Ohrenkrankheiten in München/Augsburg

Allergie beim Hund: Wie sieht eine gute Behandlung aus?

Stellt der Tierarzt die Diagnose Allergie, wirft dies für Hundebesitzer viele Fragen auf: Was kann ich tun, damit der Hund sich nicht wundkratzt? Wie vermeide ich, dass er mit dem Allergen in Kontakt kommt? Was muss ich im Umgang mit dem Hund ändern? und, und, und… MeinAllergiePortal sprach mit Dr. med. vet. Ursula Mayer, tierärztliche Spezialistin für Allergien, Haut- und Ohrenkrankheiten in München/Augsburg darüber, welche Behandlungsmöglichkeiten es für allergische Hunde gibt.

Frau Dr. Mayer, wie vermeidet man, dass ein Hund, der auf Pollen allergisch ist, mit dem Allergen in Kontakt kommt?

Bei allen Umweltallergenen bzw. bei Aeroallergenen ist Vermeidung schwierig. Der Hundebesitzer muss sich deshalb überlegen, wie viel Geld und Energie er in gewisse Vermeidungsmaßnahmen investieren will, denn es gibt keine Garantie dafür, dass die Maßnahmen wirklich eine Erleichterung für das Tier bringen werden. So kann es passieren, dass der Besitzer den Teppichboden in seiner Wohnung durch Parkett ersetzt, um die Hausstaubmilbenbelastung für den Hund zu verringern, dass dies jedoch den Juckreiz des Hundes nicht verringert. Bei Umweltallergenen weiß man, dass die Hauptroute des Kontakts des Allergens mit dem Immunsystem des Hundes nicht über die Atmung, sondern über die Haut verläuft. Es kann deshalb helfen, den Hund direkt nach jedem Spaziergang mit klarem Wasser abzuduschen.

Viele Tierbesitzer haben die Erfahrungen gemacht, dass z.B. ein frisch gemähter Rasen, eine hohe blühende Wiese oder blühende Pappeln ganz besonders schlimme Allergiesymptome beim Hund auslösen. Dann sollten diese Situationen natürlich auch gemieden werden. In vielen Fällen weiß man es aber einfach nicht.

Wie geht man vor, wenn der Hund auf Hausstaubmilben allergisch reagiert – lässt sich der Kontakt vermeiden?

Ist der Hund allergisch gegen Hausstaubmilben fragen die Besitzer oft, ob sie ihren Teppichboden durch Parkett, Linoleum etc. ersetzten sollen. Das sollte man sich gut überlegen, denn es ist relativ teuer und es kann sein, das sich dadurch keine Besserung einstellt. Sicher sollte man sehr häufig mit einem Staubsauger mit HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Airfilter) staubsaugen.

Für das Hundebett kann man durchaus den Kopfkissenbezug der Allergikerbettwäsche benutzen. Gerade Hunden mit einer leichten Hausstaubmilbenallergie kann das helfen.

Da man die höchste Hausstaubmilbenkonzentration in den Schlafzimmern bzw. Betten findet, kann dies bedeuten, dass der Hund nicht mehr ins Schlafzimmer darf und natürlich auch nicht mehr dort schlafen sollte.

Man kann auch versuchen, Hausstaubmilben abzutöten. Alle Mittel gegen Flöhe sind auch gegen Hausstaubmilben wirksam, sowohl die Umgebungssprays, als auch die Spot-on-Produkte, die auf dem Hund angewendet werden, vorrausgesetzt dies wird regelmäßig über das ganze Jahr gemacht. Zwar sind tote Hausstaubmilben nicht weniger allergen als lebendige, aber mit der Zeit sinkt die Konzentration, da sie sich nicht mehr vermehren können und weggeputzt werden.

Nimmt man alle Maßnahmen zusammen also: Viel Staubsaugen, das Hundebett mit einem Encasing beziehen, es zusätzlich oft und heiß waschen und dann noch Spot on Mittel gegen Flöhe einsetzen, kann das einem allergischen Hund durchaus helfen. Man hat auch festgestellt, dass in Haushalten, in denen Hunde leben, die monatlich mit Spot-on-Mitteln gegen Flöhe behandelt werden, die Hausstaubmilbenkonzentration niedriger ist. Viele dieser Mittel haben auch eine Wirkung auf die Umgebung. Die darin enthaltenen Wirkstoffe sind auch in den Hautschuppen der Hunde enthalten. Verliert der Hund Hautschuppen und werden diese dann wiederum von den Hausstaubmilben in der Umgebung des Hundes gefressen, vergiften sie sich und so dezimiert sich die Population. Allerdings müssen die Spot-on’s wirklich regelmäßig monatlich, das ganze Jahr über, neu aufgebracht werden, um diese Wirkung zu erzielen.

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