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Reisen trotz Allergien: Urlaubstipps für Allergiker!

Reisen trotz Allergien: Urlaubstipps für Allergiker

Reisen gehört für die meisten Menschen zu einer guten Lebensqualität, Allergiker sind da keine Ausnahme. Aber mit Allergien und der Angst, dass eine allergische Reaktion auftreten könnte, ist das gar nicht so einfach. Dann kann die Urlaubsplanung sogar zur Belastung werden. Das gilt insbesondere für Nahrungsmittelallergien, unter denen viele Menschen leiden. Aber auch bei Heuschnupfen bzw. Allergien gegen Pollen, allergischem Asthma oder einer Allergie auf Hausstaubmilben, Tierhaare oder Insektengift stellen sich viele Fragen. Hier gibt es Urlaubstipps!

Autor: Dr. med. Susanne Meinrenken, Sabine Jossé M. A.

Reisen mit Allergien: Welcher Urlaubsort ist der richtige?

Das erste, was für Allergiker bei den Reisevorbereitungen wichtig ist, ist die Wahl des Urlaubsortes, insbesondere dann, wenn man ins Ausland reisen möchte. Dabei hängt die Entscheidung für ein bestimmtes Reiseziel besonders davon ab, worauf man allergisch ist. So sollten von Heuschnupfen Betroffene oder Menschen mit pollenbedingtem allergischem Asthma besser eine Urlaubsregion wählen, in der der Pollenflug „ihrer“ Pollen möglichst schwach ausgeprägt ist. Dann ist die Belastung von vornherein geringer. Hier hilft ein Blick auf den jeweiligenPollenflugkalender des Landes, aber leider gibt es nicht in allen Ländern Pollenflugkalender.

Besteht eine Tierhaarallergie oder Hausstaubmilbenallergie, gilt es eine Unterkunft zu wählen, die auf die Bedürfnisse dieser Allergiker Rücksicht nimmt. Hier gibt das ECARF-Siegel einen guten Überblick.

Für Patienten mit einer Nahrungsmittelallergie oder einer Unverträglichkeit wie die Zöliakie stellt die Wahl des Reiseziels eine noch größere Belastung dar. Zum Beispiel sollte man vorher wissen, wie die landestypische Küche aussieht.

Nahrungsmittelallergiker sollten sich bei der Wahl des Reiseziels unter anderem die folgenden Fragen stellen:

  • Ist meine Allergie oder Unverträglichkeit in diesem Land bekannt?
  • Werden in der landestypischen Küche Zutaten verwendet, auf die ich allergisch bin?
  • Spreche ich die Landessprache oder spricht man in diesem Land Englisch, so dass ich kommunizieren kann, welche Nahrungsmittel ich nicht vertrage?
  • Habe ich mir eine Liste mit den wichtigsten Begriffen, zum Beispiel auch mit meinen Allergenen, in der Landessprache und auf Englisch erstellt?
  • Gibt es im gewünschten Urlaubsort Produkte, die frei von meinen Allergenen sind, zum Beispiel im Supermarkt?

Zu beachten ist auch: Während man sich in Deutschland recht gut auf die Deklaration der Inhaltsstoffe auf der Verpackung eines Lebensmittels verlassen kann, gilt dies nicht in allen Ländern.

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Reisen trotz Allergie: Ist die medizinische Versorgung im Urlaub gesichert?

Darüber hinaus ist es für Betroffene Allergiker auch wichtig, wie die medizinische Versorgung am Reiseziel aussieht. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um eine schwere Allergie handelt, bei der eine lebensbedrohliche allergische Reaktion auftreten kann. Eine schwere Allergie liegt zum Beispiel dann vor, wenn beim unabsichtlichen Kontakt mit bestimmten Allergenen bzw. Nahrungsmitteln oder durch Insektenstiche eine schwere allergische Reaktion auftreten bzw. es zu einem anaphylaktischen Schock kommen kann. Auch beim Asthma kann es zu schweren Exazerbationen, das heißt Asthmaanfällen kommen, die eine sehr rasche medizinische Versorgung nötig machen. Auslöser kann zum Beispiel ein stark ausgeprägter Pollenflug sein. Insofern ist es zu empfehlen, ganz entlegene Orte als Reiseziel oder Tagesausflüge in sehr einsame Gegenden gegebenenfalls zu meiden. Für Patienten mit dem Risiko für eine schwere allergische Reaktionen ist es zudem in der Regel sinnvoll, die Mitreisenden und/oder die Reiseleitung über die eigene Allergie und die Notfallbehandlung zu informieren, damit diese einen im Notfall unterstützen können.

Deshalb sollten bei bestehender Allergie die folgenden Fragen in die Urlaubsplanung eingehen:

Dass dennoch alle benötigten Allergie-Medikamente, der Allergiepass und der Notfallplan ins Reisegepäck gehören und dass das Notfallset immer am Patienten sein sollte, versteht sich von selbst.

Hilfreiche Tipps für Anaphylaxie-Patienten:

  • Achten Sie sicherheitshalber vor Abreise auch darauf, das jeweilige Haltbarkeitsdatum noch einmal zu überprüfen.
  • Falls Sie zudem in ein Land reisen, in dem es sehr heiß werden kann, sind gegebenenfalls Kühltaschen für die Medikamente wichtig.
  • Für Patienten, denen ein Adrenalin-Pen als Notallmedikament bei allergischem Schock verordnet wurde, ist oft die Mitnahme eines zweiten Pens zu empfehlen. Zum einen kann es manchmalpassieren, dass ein Pen nicht funktioniert; zum anderen ist in vielen Ländern nicht der gewohnte Pen erhältlich, falls der Einsatz ein zweites Mal nötig ist.

Bestehen nur leichte Allergiesymptome, ist es zumindest wichtig zu klären, ob die benötigten Medikamente vor Ort erhältlich sind und unter welchem Namen sie im Ausland geführt werden. Auch inwiefern sie rezeptfrei erhältlich sind, sollte geklärt werden. Grundsätzlich sollte man natürlich alle Allergie-Medikamente in ausreichender Menge mit in den Urlaub nehmen, damit die kontinuierliche medikamentöse Behandlung gesichert ist. Allerdings kann es trotzdem nötig werden, am Urlaubsort Medikamente erwerben zu müssen, weil etwa ein Gepäckstück mit Medikamenten verloren gegangen ist oder ein Medikament versehentlich zu hohen oder zu tiefen Temperaturen ausgesetzt war und nicht mehr benutzt werden kann.

Reisen trotz Allergien: Flugzeug, Bahn oder Auto?

Ist der für den Allergiker passende Urlaubsort gefunden, ist die Planung noch nicht vorbei. Nun gilt es einen sicheren Reiseweg zu finden. Soll es in die weite Ferne gehen, ist das Flugzeug die erste Wahl. Bei der Wahl der Airline sollten Allergiker darauf achten, wie das Allergiemanagement der betreffenden Airline aussieht. Zum Beispiel bietet die Lufthansa Sondermahlzeiten an. Für Erdnussallergiker ist es wichtig, vorab zu erfragen, ob die Airline auf diese Allergene verzichtet und „erdnussfrei“ fliegt, damit gar nicht erst die Gefahr für eine allergische Reaktion besteht. Es ist sinnvoll, die Medikamente – oder zumindest einen Teil davon − im Handgepäck mit sich zu führen, damit diese sofort bei der Ankunft griffbereit sind. Um auf Fragen im Rahmen der Sicherheitskontrollen vorbereitet zu sein, kann man sich vom Arzt eine Reisebescheinigung für Allergiker mit Anaphylaxierisiko ausstellen lassen, möglichst auch in englischer Sprache.

Ist man auf eine Airline angewiesen, die keine entsprechenden Angebote hat, oder wählt man eine Bahnreise oder das eigene Auto, hilft nur die Selbstversorgung. Dabei sollte man als Allergiker lieber zu viel als zu wenig Proviant im Gepäck haben, damit man als Nahrungsmittelallergiker auch bei Verspätungen nicht unter Hunger leiden muss.
Wenn Heuschnupfen-Geplagte in der Pollenflugzeit, in der „ihre Allergene“ fliegen, eine Reise mit dem Auto planen, sollte die Klimaanlage geprüft werden. Fast alle neueren Automodelle bieten Klimaanlagen, die die Allergene, bzw. die Pollen zuverlässig herausfiltern, allerdings nur dann, wenn der Filter regelmäßig ausgetauscht wird. Dann ist auch schon die Fahrt in den Urlaub pollenfrei. Mit einem Pollenflugkalender lässt sich aber auch herausfinden, welche Zeit für den Urlaub vielleicht besser geeignet sind. Ein Tipp für Digital natives: Pollenflugkalender gibt es übrigens auch als App. Meist kommen die Daten vom Deutschen Wetterdienst.

Reisen mit Allergie: Hotel oder Ferienwohnung?

Glücklicherweise gibt es mittlerweile viele Hotels, Anbieter von Ferienwohnungen und sogar Anbieter von Schiffsreisen, die sich auf Gäste mit Allergien eingestellt haben. Ist man allergisch auf Tierhaare oder Hausstaubmilben, gilt es eine Unterkunft zu wählen, die auf die Bedürfnisse dieser Allergiker Rücksicht nimmt. Hier gibt, wie gesagt, das ECARF-Siegel einen guten Überblick.

Bei Allergien oder Unverträglichkeiten auf Nahrungsmittel ist es sinnvoll, vor der Buchung direkt mit dem Küchenchef zu sprechen und abzuklären, was das Hotel anbieten kann. Speziell zum Thema glutenfreier Urlaub gibt die facebook-Gruppe „Zöliakie Austausch“ gute Hoteltipps.

In der Ferienwohnung sind Allergiker in Bezug auf die Nahrungsaufnahme unabhängiger und manche Allergiker werden diese Form der Unterkunft im Urlaub deshalb als sicherer empfinden. Schließlich ist die permanente Angst vor dem Allergenkontakt eine enorme Belastung. Dann ist es aber wichtig, vorher zu erfragen, ob Supermärkte oder Wochenmärkte in der Nähe sind und ob diese die benötigten „frei von“-Produkte führen. Auch sollte man vorab erkunden, ob es in der Nähe Restaurants gibt, deren Personal mit der betreffenden Allergie umgehen kann.

Ob Hotel oder Ferienwohnung − Allergiker sollten bei Bedarf vorab die folgenden Fragen klären:

  • Ist die Einrichtung „milbenarm“, das heißt frei von Teppichen, Vorhängen etc.?
  • Gibt es Allergiker Bettwäsche (Encasings)?
  • Sind Tiere im Hotel verboten?
  • Gibt es eine Klimaanlage?
  • Lassen sich die Fenster öffnen?
  • Gibt es Nichtraucher-Zimmer bzw. ist die Ferienwohnung „rauchfrei“?
  • Gibt es eine Klimaanlage, die gegen Pollenflug schützt?

Und noch ein Tipp: Plant man eine Pauschalreise, hat man es etwas leichter. Dann ist der Reiseveranstalter bzw. das Reisebüro der Ansprechpartner für alle Fragen.

Und: Allergiker-Bettwäsche kann man zur Sicherheit auch mitbringen.

Reisen mit Allergie: Berge oder Meer - wo gibt es weniger Allergene?

In erster Linie kommt es darauf an, welche Allergie besteht. Deshalb ist eine generelle Empfehlung für einen Urlaub in den Bergen oder am Meer nicht sinnvoll.

Bei einer Pollenallergie sollten Allergiker die individuellen Allergene kennen und besonders den Pollenflug beobachten. Zunächst sollte man wissen, gegen welche Pflanzen die Allergie besteht, wann deren Pollen fliegen - hier hilft wieder der Pollenflugkalender - und ob beziehungsweise zu welcher Jahreszeit diese im Urlaubsort vorkommen. Grundsätzlich kann es durchaus hilfreich sein, für die Sommerferien einen Urlaubsort in den Bergen oder am Meer zu wählen. Ab einer Höhe von 2000 Meter sind deutlich weniger Pollen unterwegs.

An der Küste ist es zumeist windig und oft weht der Wind auch landeinwärts, so dass auch hier der Pollenflug schwächer ausfällt. Wie der Deutsche Polleninformationsdienst PID zu den deutschen Nord- und Ostseeinseln berichtet, ist der Pollengehalt der Luft auf Inseln aber stark von der herrschenden Windrichtung abhängig. Kommt der Wind aus Richtung Land können große Pollenmengen vom Festland zu den Inseln gelangen. Dann kann es auch dort bei den Heuschnupfen-geplagten Urlaubsgästen zu den typischen Symptomen einer Pollenallergie kommen. Beim PID findet man auch einen Pollenflugkalender.

Besteht eine Allergie auf Insektengift, stellt sich die Frage, wie schnell nach einem Stich durch Biene oder Wespe ein Arzt erreichbar ist, wenn es zu einem Notfall kommt.

Bei einer Hausstaubmilbenallergie spielt in erster Linie die Unterkunft eine Rolle.

Nahrungsmittelallergiker sollten eher darauf achten, ob sie vor Ort allergenfreie Speisen bekommen oder ob sie für ihren Urlaub eine Selbstversorgung planen müssen.
Besteht eine Neurodermitis, kann ein Urlaub am Meer empfehlenswert sein. Die Kombination aus Salzwasser, Sonne und frischer Luft an der Haut wirkt sich bei den meisten Neurodermitikern sehr positiv auf die Ekzeme aus.

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

 

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