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Wann sind Schwellungen allergisch Allergie hereditäres Angioödem HAE

Prof. Dr. med. habil. Bettina Wedi zur Frage Frage: Wann sind Schwellungen allergisch, wann handelt es sich um ein hereditäres Angioödem?

Wann sind Schwellungen allergisch, wann ein HAE?

Manche Patienten leiden unter mehreren Erkrankungen, gibt es dadurch auch Verwechslungsmöglichkeiten zwischen Allergien und HAE?

Hier gibt es durchaus Überschneidungen. Wir wissen, dass 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung unter einer Atopie, d.h. unter einer Allergie, leiden. Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist z.B. der Heuschnupfen ein häufiges Phänomen. Patienten mit hereditärem Angioödem sind hier keine Ausnahme – etwa 30 Prozent der HAE-Patienten haben auch eine Allergie. Dann kann es natürlich vorkommen, dass ein HAE-Patient unter den typischen Beschwerden einer Pollenallergie leidet und auch eine Schwellung hat. Diese Schwellung steht jedoch nicht im Zusammenhang mit der Allergie und beim hereditären Angioödem treten die Schwellungen ja auch nicht nur im Augenbereich auf.

An welchen Körperstellen kann es beim hereditären Angioödem zu Schwellungen kommen?

Am häufigsten ist bei HAE der Kopf von Schwellungen betroffen. Neben Schwellungen am Auge, kann es bei HAE auch an den Lippen oder im ganzen Gesicht zu Angioödemen kommen. Lebensbedrohlich wird das hereditäre Angioödem, wenn ein Larynx-Ödem auftritt, d.h. bei einer Schwellung im Halsbereich. Dann kann es rasch zu akuter Atemnot kommen. Das ist bei den histaminbedingten Angioödemen zwar auch möglich, aber meist sind diese Schwellungen weniger dramatisch.

Abgesehen davon, kann es beim hereditären Angioödem auch an den Extremitäten, z.B. den Händen, Armen und Beinen oder im Genitalbereich zu Schwellungen kommen.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen dem hereditären Angioödem und den histaminvermittelten Schwellungen sind die häufigen gastrointestinalen Attacken.

Wie äußern sich beim hereditären Angioödem die gastrointestinalen Attacken?

Patienten mit HAE haben sehr, sehr häufig gastrointestinale Attacken. Das bedeutet, die Patienten bekommen die Schwellungen im Magen-Darmbereich, was zu massiven Beschwerden führt. Die Patienten leiden dann unter Kolik-artigen Bauchattacken, die ausgesprochen schmerzhaft sind. Es kann auch Bewusstlosigkeit eintreten. Weniger häufig kommt es zu Erbrechen und Durchfällen.

Übrigens: Bei allergisch bedingten histaminvermittelten Angioödemen kommt es nicht zu Bauchattacken, dass wäre ein weiteres Unterscheidungsmerkmal.

Wie wird die Diagnose beim hereditären Angioödem gestellt?

Zunächst ist das Wichtigste, dass bei wiederholten spontanen Schwellungen, deren Ursache nicht erkennbar ist, und die nicht mit Quaddeln einhergehen, vom behandelnden Arzt an die Möglichkeit eines hereditären Angioödems gedacht wird.

Die Diagnostik selbst ist sehr einfach, denn man muss lediglich drei Blutwerte bestimmen. Untersucht werden zunächst die Aktivität und die Konzentration des C1-Inhibitors im Blutplasma. Zusätzlich kann man die Complementkomponente C4 bestimmen. Zeigen sich hier Auffälligkeiten, ist die Diagnose hereditäres Angioödem gesichert.

Zur Absicherung der Diagnose empfehlen die Leitlinien eine erneute Bestimmung, um Fehlbestimmung durch weniger erfahrene Labore auszuschließen. Die genannten Untersuchungen kosten nicht viel und gelten als treffsicher.

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