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Fruktosemalabsorption Fruktoseüberhang Ernährung

Anne Kamp zum Thema: Fruktosemalabsorption oder Fruktoseüberhang durch falsche Ernährung?

Fruktosemalabsorption oder Fruktoseüberhang durch falsche Ernährung? - Nicht jede Diagnose „Fruktosemalabsorption“ ist also verlässlich…

Nicht jede Diagnose „Fruktosemalabsorption“ ist also verlässlich…

Prinzipiell stellt sich immer die Frage, ob es sich um eine Malabsorption oder einfach nur um einen gewissen Überhang handelt. Manche Menschen vertagen hohe Fruktosemengen, andere nicht, das liegt in der Natur der Dinge. Aber: Die Fruktoseresorption ist bei jedem Menschen begrenzt. Wenn dann relativ große Mengen an Zucker und Obst konsumiert werden, oder wenn, zum Beispiel Kinder, sehr viel Fruchtsäfte oder Fruchtsaftschorlen trinken, dann kann die Fruktosezufuhr zu hoch für die individuelle Kapazität sein. Reduziert man dann die Fruktosezufuhr, werden auch die Bauchschmerzen und andere Symptome nachlassen. Die Frage ist: Handelt es sich dabei nun um eine Resorptionsstörung oder ist das einfach ein falsches Essverhalten?

Aber: Es gibt noch einen Grund, warum Kinder fruktosebedingte Bauchschmerzen bekommen können, Gerade in der Wachstumsphase essen Kinder manchmal unglaublich große Portionen. Enthalten diese dann zufällig auch Fruktose, ist dies dann manchmal einfach schwer zu resorbieren. Der noch wachsende Körper eines Kindes verfügt noch nicht über ausreichende Mengen an Transportproteinen.

Sie erwähnten auch die Rolle der Lebensmittelindustrie bei der Entstehung einer Fruktosemalabsorption…

Die Lebensmittelindustrie hat einen Anteil an der Zunahme der Fruktosemalabsorption, weil sie in ihren Produkten deutlich mehr Fruktose einsetzt als früher. Früher wurden die Lebensmittel überwiegend mit Haushaltszucker gesüßt, aber heute verwendet man hohe Mengen an Maissirup. Der Grund: Wenn die Industrie Fruktose in Form von Maissirup einsetzt, dann hat dies zwei Vorteile:

  1. Maissirup ist im Vergleich zu Haushaltszucker preiswerter und
  2. Maissirup hat im Vergleich zu Haushaltszucker eine höhere Süßkraft.

Das bedeutet, die Industrie benötigt von dieser Zutat deutlich geringere Mengen und die Marge wächst. In den USA ist das ein noch viel größeres Thema als hierzulande, vor allem aufgrund der dort sehr beliebten Softdrinks. Aber: Die Entwicklung geht hier in die gleiche Richtung.

Sie haben ja auch die falsche Ernährung als Ursache für eine Fruktosemalabsorption angesprochen, wie würde so eine Fruktose-lastige Ernährung aussehen?

Ein Fruktose-lastiger Speiseplan beginnt schon mit dem falschen Frühstück. Typisch wäre zum Beispiel ein Brötchen mit Schokoladenaufstrich oder Marmelade und dazu noch ein Glas Saft.
Dazu sollte man wissen, dass Saft von der Natur so nicht vorgesehen ist. In einem Glas Saft sind ungefähr zwei bis drei Stücke Obst enthalten und wenn der Saft dann auch noch relativ zügig getrunken wird, dann ist das physiologisch manchmal nicht mehr tragbar. Es käme ja auch niemand auf die Idee, zum Frühstück zusätzlich noch drei Orangen oder Äpfel zu essen. Menschen, die sich Fruktose-lastig ernähren, essen aber meist auch zwischendurch sehr viel Obst und Süßigkeiten.

Fruktose-lastig kann die Ernährung aber auch dann sein, wenn man sich relativ fettarm und vielleicht sogar proteinarm ernährt. Fette und Proteine haben im Hinblick auf die Verdauung von Fruktose eine große Bedeutung, weil sie die Transitzeit des Speisebreis durch den Verdauungstrakt verlangsamen. Bei einer protein- und fettarmen Ernährungsweise kann es dazu kommen, dass der Speisebrei den Dünndarm so schnell passiert, dass die Transporter im Dünndarm ihre Funktion nicht wahrnehmen können. Die Transporter können dann zwar ein Teil der Fruktose abbauen, aber nicht alles.

Fruktosehaltige Speisen wie Smoothies, Obst und Trockenfrüchte werden aber oft nicht zusammen mit eiweiß- oder fetthaltigen Lebensmitteln gegessen. Würde man das tun, könnte man bei gleichen Fruktosemengen Bauchschmerzen vermeiden. Viele könnten größere Fruktosemengen vertragen, wenn sie, zum Beispiel, den halben Apfel in einem Vollmilchjoghurt essen würden, anstatt den ganzen Apfel als Zwischenmahlzeit zu verzehren.

Aber auch ein Speiseplan, der zu viel Brot bzw. generell zu viele Backwaren enthält, kann eine Fruktosemalabsorption fördern. Zu viele Kohlenhydrate beschleunigen die Transitzeit, insbesondere dann, wenn gleichzeitig zu wenig Fett und Eiweiß verzehrt wird.

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