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 NAFLD Fettleber Fruktose

 NAFLD - Fettleber: Ist es die Fruktose?

 NAFLD - Fettleber: Ist es die Fruktose?

NAFLD steht für „non-alcoholic fatty liver disease“, das heißt für „nicht-alkoholische Fettleber-Erkrankung“. Wie man heute weiß, gehört auch der Konsum von Fruktose zu den Faktoren, die deren Entstehung begünstigen. Darüber sprach MeinAllergiePortal mit Stefanie Metty, Diätassistentin in Schwabach bei Nürnberg.

Autor: Sabine Jossé

Interviewpartner: Stefanie Metty

Frau Metty, was genau versteht man unter NAFLD bzw. was ist eine Fettleber?

NAFLD steht für „non-alcoholic fatty liver disease“, das heißt für „nicht-alkoholische Fettleber-Erkrankung“. Diese Erkrankung unterscheidet sich von der Fettleber, die aufgrund von übermäßigem Alkoholkonsum entstehen kann. Das Erkrankungsspektrum reicht von der einfachen Leberverfettung (Steatosis hepatis) über die nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH; non-alcoholic steatohepatitis) bis hin zur Fettleberzirrhose.

In allen Fällen reichert sich in der Leber eine übermäßige Menge Fett an.

Welche Symptome hat man bei NAFLD bzw. bei einer Fettleber?

Die Symptome bei NAFLD bzw. der Fettleber sind zunächst sehr unspezifisch und wenig auffällig. Die Patienten können Bauchschmerzen haben, bis hin zum Druckschmerz oder auch Blähungen. Oft sind die Patienten auch müde und abgeschlagen, aber bei diesen Symptomen denkt man sicher nicht als erstes an eine Fettleber.

Erschwerend kommt hinzu, dass eine Fettleber nicht von heute auf morgen entsteht, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg. Die Symptome kommen also schleichend. Unbehandelt kann eine Fettleber sich auch entzünden und schließlich in eine Leberzirrhose übergehen.

Welche Rolle spielt die Fruktose bei der Entstehung einer Fettleber bzw. NAFLD?

Über die Rolle der Fruktose bei der Entstehung der Fettleber ist schon einiges bekannt. Man weiß, dass auch die Fruktose zu NAFLD beitragen kann, vor allem wenn sie als Zusatz in Form von diversen Fertigprodukten verzehrt wird.

Fruktosezusätze findet man in den folgenden Fertigprodukten:

  • Süßigkeiten
  • Fertiggerichte, sowohl süß als auch pikant
  • Müsli
  • Müsli-Riegeln
  • Konserven
  • Tiefkühlprodukten
  • Soft Drinks
  • Vegane Speisen und Getränke
  • Milchersatzdrinks, wie zum Beispiel Soja Drinks, Haferdrinks etc.

Dabei muss man wissen: Auch in zuckerreduzierten Produkten kann Fruktose enthalten sein.

Generell wächst mit dem Konsum von Fertigprodukten, aber auch durch den Konsum von Smoothies, die Obst in hohen Mengen und äußerst konzentrierter Form enthalten, auch der Fruktosekonsum und damit das Risiko für NAFLD.

Warum kann Fruktose NAFLD zusätzlich fördern?

Der Grund dafür, dass Fruktose zu einer Fettleber führen kann, liegt darin, dass sie oft in einer isolierten Form eingesetzt wird, zum Beispiel als Isoglukose. Isoglukose wird aus Mais hergestellt und ist eine Mischung aus Fruktose und Glukose. Dabei kann der Lebensmittelhersteller das Mischungsverhältnis nach Bedarf verändern. Ist die Menge an Fruktose höher, spricht man von Fruktose-Glukosesirup. Verändert sich das Mischungsverhältnis zu Gunsten der Glukose, wird dies in der Zutatenliste als Glukose-Fruktosesirup gekennzeichnet.

Fruktose wird nicht, wie die anderen Zuckerarten, über Insulin verstoffwechselt, sondern geht über einen Transporter direkt zur Leber. Dort wird sie weiter abgebaut, Fruktose wird immer und ungehindert aufgenommen und das ist ein Problem, außerdem entstehen beim Abbau der Fruktose Triglyceride.

Warum verändern Lebensmittelhersteller das Mischungsverhältnis von Fruktose und Glukose in die eine oder andere Richtung?

Zum Teil sind es wirtschaftliche Gründe, die den Ausschlag dafür geben. Fruktose ist sehr billig, süßt aber sehr stark. Bei hohen Produktionsmengen spart man mit dem Einsatz von Fruktose also viel Geld.

Kann es allein durch den Verzehr von Fertigprodukten zu einer Fettleber kommen?

Allein durch den Verzehr von Fruktose-haltigen Produkten kommt es wahrscheinlich nicht zu NAFLD. Hinzu kommt jedoch oft, dass die Ernährung der Patienten insgesamt nicht ausgewogen ist. In vielen Fällen essen Patienten mit NAFLD sehr, sehr kohlenhydratreich. Das können Kohlenhydrate in Form von anderen Zuckern sein, also Saccharose, oder aber in Form von Backwaren aus Weißmehl. Oft trinken sie auch sehr häufig Fruchtsäfte, die auch reich an Fruktose sind. Meist essen die von einer Fettleber Betroffenen auch sehr wenig Gemüse. Darüber hinaus spielen bei NAFLD Erkrankungen wie Übergewicht und/oder Diabetes eine Rolle. Es kommt also einiges zusammen und die Fruktose verstärkt das Risiko sehr stark.

Wenn die Diagnose NAFLD gestellt ist, wie sieht dann die Therapie aus?

Die erste Maßnahme sollte eine Ernährungsumstellung sein, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Dazu gehört die Anpassung des Konsums von vor Allem Obstsäften auf das richtige Maß. Smoothies sollten eher nicht getrunken werden, vor Allem die gekauften. Eine ausgewogene Ernährung sollte viel Gemüse auch Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse enthalten. Auch Kartoffeln dürfen gerne gegessen werden, denn sie enthalten wenig Kohlenhydrate. Natürlich dürfen auch Naturjoghurt, Milch, Quark, 2 -mal die Woche gerne ein Stück Fleisch, auch Fisch und Eier bei einer ausgewogenen Kost nicht fehlen, nur eben in einer stimmigen Proportion. Alkohol sollte man meiden, genauso wie Limonade, Colagetränke und gesüßte Getränke.

Zu den Proportionen: Wie sollten die Mahlzeiten bei einer „Anti-Fettleber-Diät“ zusammengesetzt sein?

Ideal ist die Nährstoffrelation: 40 – 40 - 20. Konkret heißt das:

  • 40 Prozent Kohlenhydrate
  • 40 Prozent Fett
  • 20 Prozent Eiweiß

Beim Fett sollte man darauf achten, zu je einem Drittel Fette mit gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu wählen.

Beim Eiweiß wiederum sollte die Herkunft zu gleichen Teilen pflanzlich und tierisch sein.

Milchprodukte sind aufgrund ihres Kalziumgehaltes wichtig. Empfehlenswert ist zum Beispiel: Naturjoghurt (stichfest), weil hier viele darmgesunde Bakterien enthalten sind. Und zur Verzehrmenge: drei Portionen pro Tag wären optimal. Zum Beispiel ein 150-Gramm-Becher stichfester Naturjoghurt zum Frühstück, zum Mittagessen vielleicht ein Salat mit 50 bis 60 Gramm Gouda und am Abend Kartoffeln mit 80 bis 100 Gramm Kräuterquark.

Grundsätzlich ist es mir wichtig zu betonen: Bei einer Ernährung, die bei NAFLD hilft, kommt es darauf an, dass die Patienten ganzheitlich mit den nötigen Nährstoffen versorgt sind. Es reicht nicht, einfach nur die Fruktose aus dem Speiseplan zu streichen, damit sich die Fettleber zurückbildet.

Zur Prävention: Was kann man tun, damit es gar nicht erst zu einer Fettleber kommt?

Wer sich so ernährt, wie gerade für Patienten mit NAFLD besprochen, trägt ein deutlich reduziertes Risiko, eine Fettleber zu entwickeln. Jeder sollte auf eine ausgewogene, bewusste Ernährung achten, damit ist schon mal viel gewonnen. Moderater Alkoholkonsum ist ebenfalls eine gute Empfehlung und, ganz wichtig, regelmäßiges Essen, gerne auch verteilt auf vier oder fünf kleinere Mahlzeiten.

Gibt es Empfehlungen für die Gestaltung der Zwischenmahlzeiten bei einer Fettleber-freundlichen Diät?

Bei den Zwischenmahlzeiten kommt es in der Tat darauf an, wie sie gestaltet sind. Ein Ei als Zwischenmahlzeit, oder auch eine kleine Portion Tomaten-Mozzarella-Salat mit Olivenöl oder Sonnenblumenöl, ein Joghurt oder ein Quark ohne Zusätze sind vollkommen in Ordnung, auch eine Portionen Nüsse wie z.B Cashewkerne, Mandeln können eine geeignete Zwischenmahlzeit sein. Tragen auch zur Eiweißversorgung bei.

Eine Nussschnecke vom Bäcker oder eine halbe Tafel Schokolade zwischendurch eher nicht. Was jetzt nicht bedeutet, dass man auch mal eine Portion „Süßes“ genießen darf, denn das darf am Ende nicht zu Verminderung der Lebensqualität führen. Als Faustregel kann man sagen: Einfach naturbelassene Nahrungsmittel wählen, keine Fertigprodukte, genießen und Alles in Maßen und nicht in Massen!

Frau Metty, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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