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Allergie auf Getreide beim Hund: Gibt es das?

Allergie auf Getreide beim Hund: Gibt es das?

Wenn der Hund unter Juckreiz oder unter chronischen Magen-Darm-Beschwerden leidet, kann die Ursache eine Futtermittelallergie sein. Viele Hundefuttermittel enthalten auch Getreide. Häufig vermuten die Hundebesitzer deshalb, dass der Hund eine Allergie auf Getreide hat, aber gibt es das?

Was ist eine Futtermittelallergie?

Bei Hunden, die unter einer Futtermittelallergie leiden, reagiert das Immunsystem überempfindlich auf einen eigentlich harmlosen Futtermittelbestandteil. Die allergieauslösenden Komponenten sind dabei meistens Eiweiße.

Wie schnell nach Allergenkontakt kommt es zu einer Futtermittelallergie?

Um eine Allergie auszulösen muss der Hund mehr als einmal mit dem Futtermittel Kontakt gehabt haben. Viele Hunde haben jedoch schon jahrelang das allergieauslösende Futtermittel bekommen, bevor sie eine Allergie entwickelten. Das Alter des Hundes spielt dabei keine Rolle: Hunde jeden Alters können eine Futtermittelallergie bekommen. Und: 20 bis 30 Prozent der Hunde mit einer Futtermittelallergie leiden zusätzlich unter anderen Allergien.

Allergie auf Getreide beim Hund: Wie häufig kommt das vor?

Hunde sind gegen diejenigen Futtermittelbestandteile am häufigsten allergisch, die in vielen Futtermitteln vorkommen. So werden die gängigen Fleischsorten Rind, Huhn und Lamm, aber auch Milch, Weizen, Mais, Soja, Eier, Fisch und Reis oft als Allergieauslöser identifiziert. In einer Studie (1) wurde festgestellt, dass Rind mit Abstand am häufigsten Futtermittelallergien beim Hund auslöst, gefolgt von Milchprodukten, Huhn und Weizen mit 13 Prozent. Die Angaben in der Literatur, wie viele Hunde mit Hautkrankheiten an einer Futtermittelallergie leiden, variieren. Nach einer Übersichtsstudie, in der verschiedene Studien verglichen wurden, leiden durchschnittlich fünf Prozent der Hunde mit Hautkrankheiten an einer Futtermittelallergie. Bei Hunden mit Juckreiz wurde in ungefähr 15 bis 20% der Fälle eine Futtermittelallergie diagnostiziert (2).

Allergie gegen Getreide: Welche Symptome haben die Hunde?

Die Allergie löst bei den Hunden Juckreiz oder Magen-Darm-Beschwerden aus oder auch beides. Meist sind die Ohren, die Pfoten oder die Leistengegend der Hunde vom Juckreiz betroffen. Durch ständiges Kratzen und Lecken kann sich die Haut entzünden. Entzündete Ohren, wund geschleckte Pfoten und entzündete, gerötete Haut am Bauch und der Innenseite der Oberschenkel sind ein typisches Bild bei Hunden mit Getreideallergie. Die Magen-Darm-Beschwerden des Hundes ähneln einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung und können sich als Erbrechen, Durchfall, Flatulenz, wechselhafte Kotkonsistenz oder Gewichtsverlust äußern.

Allergie auf Getreide: Wie wird das diagnostiziert?

Der Tierarzt stellt die Verdachtsdiagnose Futtermittelallergie anhand des Vorberichts und des klinischen Bildes. Idealerweise bekommt der Hund dann über mindestens acht Wochen eine Eliminationsdiät. Das heißt, er bekommt eine Diät mit ungewöhnlichen Eiweißquellen, die normalerweise nicht Bestandteil der üblichen Futtermittel sind. Die Diät kann der Besitzer selbst kochen.

Es gibt aber auch eine große Auswahl an fertigen Futtermitteln für Allergiker und an hypoallergenen Diäten. Nicht alle im Handel erhältlichen Diätfuttermittel sind für die Eliminationsdiät geeignet. Der Besitzer sollte die Inhaltstoffangabe genau lesen und sich von seinem Tierarzt beraten lassen. Die Diät muss streng eingehalten werden, das heißt der Hund darf in der Zeit keine Leckerlies oder anderes Futter bekommen. Wenn sich die Symptome bessern und anschließend mit normalem Futter wiederkehren, ist die Diagnose gesichert.

Es gibt mittlerweile auch serologische Allergietests, die eine Diagnose unterstützen können. Die Eliminationsdiät gilt aber immer noch als Standard in der Diagnose einer Futtermittelallergie beim Hund.

Getreide im Hundefutter: Sollte man generell auf getreidehaltige Futtermittel verzichten?

Getreide ist an sich nicht schlecht für den Hund. Getreide besteht zu einem Großteil aus Kohlenhydraten in Form von Stärke. Stärke ist eine gute Energiequelle für Hunde. Auch Wölfe nehmen mit dem Darminhalt ihrer Beutetiere Kohlenhydrate in kleinen Mengen auf. Hunde leben seit über 15.000 Jahren mit Menschen zusammen. Im Laufe der Zeit haben sie ihre Bedürfnisse der Ernährung der Menschen angepasst. Hunde sind daher in der Lage selbst größere Mengen an Stärke zu verdauen. Getreide kann, wie viele andere häufig verwendeten Futtermittelbestandteile, ein Allergieauslöser bei Hunden sein, das ist aber kein Grund generell darauf zu verzichten.

Allergie auf Getreide beim Hund: Wie sieht die Therapie aus?

Steht die Diagnose „Allergie auf Getreide“ fest, wird die Eliminationsdiät schrittweise erweitert, indem man einzelne Futtermittel hinzufügt. So findet man mit der Zeit heraus, welches Futtermittel der Hund verträgt.
Die Futtermittelallergie ist nicht saisonal und spricht im Gegensatz zur Umweltallergie schlecht auf Cortison an.

Gibt es eine Glutenunverträglichkeit beim Hund?

Bei einer Glutenunverträglichkeit reagiert der Darm mit einer Entzündung auf das in Getreide vorkommende Klebereiweiß. Die beim Menschen als Zöliakie bekannte Erkrankung ist eine Mischform aus Allergie und Autoimmunerkrankung. Beim Irish-Setter wurde eine erbliche Glutenunverträglichkeit beschrieben, sonst spielt die Glutenunverträglichkeit beim Hund nach derzeitigem Wissensstand keine Rolle.

(1) Müller R.S. et al. (2016). Critically appraised topic on adversefood reactions of companion animals (2): common food allergen sources indogs and cats. BMC Veterinary Research, 2016; 12:9

(2) Müller R.S., Olivry T., (2016). Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (3): prevalence of cutaneous adverse food reactions in dogs and cats. BMC Veterinary Research, 2016; 13: 51.