Allergie und Auge (Allergische Konjunktivitis)

Allergische Konjunktivitis – Bindehautentzündung: Was ist das?

Im Rahmen von Allergien, kann es neben Symptomen an der Haut, im Mundbereich und der Atemwege, auch zu Symptomen an den Augen kommen. Wie sich eine allergische Konjunktivitis von einem „trockenen Auge“ unterscheidet erklärt Dr. Maud-Bettina Hilka im Video:

Juckende Augen: Allergie oder trockenes Auge?

Konjunktivitis – Bindehautentzündung: Wann ist es eine Allergie?

Rote, brennende, tränende Augen können viele Ursachen haben. Auch eine nicht allergisch bedingte Bindehautentzündung kann die Ursache sein. Im Video erklärt Dr. med. Verena Mandelbaum den Unterschied zwischen einer Konjunktivitis und einer allergischen Konjunktivitis:

Wann ist eine Konjunktivitis oder Bindehautentzündung allergisch?

Konjunktivitis – Bindehautentzündung durch Heuschnupfen?

Handelt es sich um eine allergische Konjunktivitis ist oftmals eine Pollenallergie dafür verantwortlich. Für Menschen mit Heuschnupfen beginnt der Sommer meist mit typischen Allergiesymptomen. Dazu gehören neben Atemnot und Schnupfen auch rote, brennende und tränende Augen.

Die gereitzten, juckenden Augen sind dabei für viele Menschen das schlimmste Symptom einer Pollenallergie.

Neu auftretende oder langanhaltende Augenprobleme sollten jedoch nicht einfach als allergisch bedingt eingeordnet werden. Vielmehr ist es wichtig, die Symptome augenärztlich untersuchen zu lassen, um eventuelle Infektionen mit Bakterien oder Viren auszuschließen.

Wenn der Frühling zum Weinen bringt: Das hilft den Augen bei Heuschnupfen; PM DOG

Konjunktivitis – Bindehautentzündung: Liegt es an Neurodermitis?

Bindehautentzündungen betreffen vor allem Pollenallergiker in der Pollensaison. Doch auch Menschen mit Neurodermitis müssen aufpassen.

„Wer an Neurodermitis erkrankt ist, ist besonders anfällig für eine nicht-infektiöse Bindehautentzündung, die auch durch Pollen ausgelöst oder verstärkt werden kann“, erläutert Professor Dr. med. Philip Maier von der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg.

Dabei kommt es bei 25 bis 40 Prozent der Neurodermitis-Patienten zu einer schweren Form der Bindehautentzündung, einer atopischen Keratokonjunktivitis (AKK). „Sie kann unbehandelt zu Hornhautkomplikationen führen und damit bedrohlich für das Sehvermögen sein“, betont der Ophthalmologe.

Wenn Neurodermitis ins Auge geht; PM DOG

Konjunktivitis – Bindehautentzündung: Kann es an den Kontaktlinsen liegen?

Eine Sonderform der allergischen Konjunktivitis ist die Riesenpapillenkonjunktivitis oder Riesenpapillenbindehautentzündung, die vor allem durch Kontaktlinsen ausgelöst werden kann. Dazu Dr. med. Katharina Schröder:

„Die Ursachen für die Riesenpapillenkonjunktivitis sind Ablagerungen auf der Kontaktlinsenoberfläche, die zu allergischen Reaktionen und Entzündungsreaktionen führen.
Das Risiko für die Entwicklung der Riesenpapillenkonjunktivitis steigt mit der Tragedauer der Kontaktlinsen. Träger von Jahreskontaktlinsen sind deutlich häufiger betroffen als die Träger von Kontaktlinsen mit kürzeren Austauschintervallen. Bei Trägern von weichen Kontaktlinsen besteht ein etwas stärkeres Risiko als bei Trägern formstabiler Kontaktlinsen.“

Riesenpapillenkonjunktivitis: Eine Komplikation bei Kontaktlinsenträgern

Konjunktivitis – Bindehautentzündung: Wie sehen die Symptome aus?

Bei Allergien und insbesondere bei Heuschnupfen oder Pollenallergie, kann es auch zu Symptomen am Auge kommen. Man spricht dann von einer allergischen Konjunktivitis oder Bindehautentzündung. Prof. Dr. med. Gerd. Geerling:

„Bei einer allergischen Konjunktivitis kann es zu Juckreiz, Rötung des Auges, Lidschwellungen, Tränenträufeln und Schmerzen kommen.

Besteht eine chronische Erkrankung, z.B. bei einer Neurodermitis, können die bereits genannten Symptome in verstärkter Form auftreten. Zusätzlich kann die Lidkante rot, teilweise auch rissig und verdickt sein.

In ganz schlimmen Fällen kann es zu Einwachsen von Blutgefäßen in die Hornhaut kommen, was eine ernsthafte Bedrohung für das Sehen sein kann. Allerdings handelt es sich bei diesen Verläufen um besonders schwere Fälle und nicht um die klassische allergische Konjunktivitis.“

Allergische Konjunktivitis: Was bedeutet „allergische Bindehautentzündung“?

Konjunktivitis – Bindehautentzündung: Wie wird eine allergische Konjunktivitis diagnostiziert?

Konjunktivitis erkennt der Arzt meist schon durch eine Blickdiagnose in Verbindung mit der Anamnese und der Untersuchung des Auges. Wie eine allergische Konjunktivitis diagnostiziert wird, erklärt Prof. Dr. med. Gerd Geerling:

„Die Diagnose der allergischen Konjunktivitis erfolgt zunächst klinisch, d.h. durch eine Untersuchung des Auges mit dem Spaltlampen-Mikroskop. Dabei zeigen sich in der Regel klassische Anzeichen einer allergischen Konjunktivitis.

In sehr speziellen Fällen, wenn die Allergie nicht eindeutig nachweisbar ist und meist im Rahmen von Studien, würde man versuchen, spezielle Entzündungsmarker im Tränenfilm nachzuweisen – also IgE-Antikörper in der Tränenflüssigkeit. In sehr, sehr seltenen Fällen kann dieser Nachweis auch über eine Biopsie erfolgen.

Heute kann man in spezialisierten Zentren auch eine sogenannte optische Biopsie durchführen. Mittels konfokaler Mikroskopie lassen sich Hornhaut oder Oberflächengewebe des Auges untersuchen und Entzündungszellen nachweisen. Die konfokale Mikroskopie liefert Ergebnisse, die denen einer regulären Biopsie zwar noch nicht völlig entsprechen, aber doch sehr nahe kommen können. Auch hier handelt es sich jedoch um eine Untersuchungsmethode, die man eher im Rahmen von Studien und in ganz speziellen Fällen einsetzt.“

Allergische Konjunktivitis: Was bedeutet „allergische Bindehautentzündung“?

Konjunktivaler Provokationstest – was ist das?

Eine weitere Möglichkeit der Diagnose ist ein konjunktivaler Provokationstest. Anhand eines konjunktivalen Provokationstests wird die Reaktion auf ein potenzielles Allergen, beispielsweise Pollen oder Hausstaubmilben, direkt am Auge überprüft. Dazu wird eine Flüssigkeit, die das verdächtige Allergen enthält, ins Auge eingebracht. Reagiert das Auge mit Rötung, Tränen und vor allem Juckreiz, gilt dies als Nachweis auf eine allergische Konjunktivitis.

Allergie-Wiki: Konjunktivaler Provokationstest

Konjunktivitis – Bindehautentzündung: Wie sieht die Therapie aus?

Die wirksamste, aber auch sehr schwierige Therapie einer allergisch bedingten Konjunktivitis ist es, den Kontakt mit dem Allergen, gegebenenfalls den Pollen, zu meiden. Dazu zählt auch, die Wohnung und vor allem das Schlafzimmer frei von den relevanten Pollen zu halten. Dabei helfen einfache Ratschläge:

  • Morgens und abends Stoßlüften und ansonsten Fenster geschlossen halten
  • Tägliches Staubsaugen
  • Kleidung nicht im Schlafzimmer lüften
  • Auf Kontaktlinsen sollten Allergiker während der Blühphase verzichten
  • Eine enganliegende Sonnenbrille schützt zusätzlich davor, dass Pollen in die Augen gelangt
  • Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, die Augen nicht zu reiben, denn dadurch verteilt sich Blütenstaub nur noch weiter in die Augen

Besser ist es, die Augen vorsichtig mit einem Waschlappen sauber zu tupfen. Zusätzlich können Augentropfen helfen die Augen zu beruhigen und feucht zu halten. Diese sollten jedoch frei von Konservierungsmitteln sein. Geschwollene Lider lassen sich durch kühle Kompressen beruhigen.

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Konjunktivitis – Bindehautentzündung: Helfen Kortisontropfen bei der Therapie?

Bei der Behandlung von allergischer Konjunktivitis oder Bindehautentzündung, sollte der Einsatz kortisonhaltiger Augentropfen vermieden werden, wie Dr. med. Verena Mandelbaum erklärt:

Allergische Konjunktivitis/Bindehautentzündung: Kortisontropfen

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