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Allergie Unverträglichkeit Zahnersatz-Materialien

Prof. Jürgen Geis-Gerstorfer, Leiter der Sektion Medizinische Werkstoffkunde und Technologie am Universitätsklinikum der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen

Unverträgliche Zahnersatz-Materialien: Worauf sollte man achten?

Auch durch Dentalmaterialien können Allergien ausgelöst werden. Deshalb sollten Patienten sich vor einer Zahnbehandlung nicht nur für eine schöne Optik interessieren, sondern auch für die verwendeten Materialien. Prof. Jürgen Geis-Gerstorfer von der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen ist Experte für Zahnersatz-Materialien und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Kuratoriums perfekter Zahnersatz. Er leitet die Sektion Medizinische Werkstoffkunde und Technologie am Universitätsklinikum Tübingen. Mit MeinAllergiePortal sprach er über das allergene Potenzial von Zahnersatz-Materialien.

Autor: Sabine Jossé M. A.

Interviewpartner: Prof. Jürgen Geis-Gerstorfer

Herr Prof. Geis-Gerstorfer, welche für den Zahnersatz verwendeten Materialien können Unverträglichkeitsreaktionen auslösen?

Die bei der Herstellung von Zahnersatz aus Deutschland verwendeten Materialien werden in der Regel komplikationslos vertragen. Unverträglichkeitsreaktionen bei Kontakt mit hochwertigen Zahnersatzmaterialien bilden zwar ein sehr geringes Risiko, aber sie lassen sich insbesondere aufgrund der besonderen Umgebung in der Mundhöhle und bei zunehmender Sensibilisierung in der Bevölkerung insgesamt, nicht gänzlich ausschließen. Jedoch ist dieses Risiko, durch die in Deutschland gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsrichtlinien, eine sehr geringes, da eine Vielzahl von zu verwendenden Materialien zur Verfügung stehen. Diese müssen deshalb mit hohem Verantwortungsbewusstsein für Risikopatienten vom Zahnarzt zusammen mit seinem Zahntechniker ausgewählt werden.

Zeigen sich durch Zahnersatz-Materialien verursachte Allergie-Symoptom direkt an der Mundschleimhaut?

Es ist zwar naheliegend, dass z.B. eine Reaktion der Schleimhaut nach Eingliederung einer prothetischen Versorgung, möglicherweise auf einen allergischen Prozess hindeutet, jedoch kann die Beurteilung von Symptomen immer nur von einem Arzt oder Zahnarzt individuell vorgenommen werden. Materialien lassen sich bei einem Verdacht auf Unverträglichkeiten aber auch vor Ort durch bestimmte Testverfahren im Vorfeld überprüfen.

Welche Rolle spielt bei Zahnersatz-Materialien der „Metallmix“ im Mund, d.h. aus Legierungen bestehende Materialien?

Allergie auslösende Potentiale können durch einzelne Materialien, aber auch durch die Kombination von gleichartigen und unterschiedlichen Materialien hervorgerufen werden. Da in der Mehrzahl der Versorgungsfälle schon eine Versorgung durch Füllungsmaterialien, Kronen und Brücken oder herausnehmbaren Zahnersatz vorliegen kann, empfehlen wir kritischen Patienten vor einer Neu- oder zusätzlichen Versorgung, diesen erwähnten Materialtest vornehmen zu lassen. Insbesondere wenn andere Unverträglichkeiten festgestellt wurden. Zuständig hierfür sind auch Hautärzte.

Werden in der Zahnheilkunde genutzte Zahnersatz-Materialien auch in Zulassungsstudien untersucht?

Alle in der Zahnmedizin zur Anwendung kommenden Materialien müssen den gesetzlichen Ansprüchen des Medizinproduktegesetzes genügen. Welche formalen Mindeststandards bei der Produktzulassung im Einzelfall erfüllt werden müssten, wird nur ein Hersteller beantworten können

Welche Materialen sind gut verträglich? Ist auch Gold allergen?

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass alle in der Zahnmedizin verwendeten üblichen Materialien hohen Ansprüchen genügen und eine hohe Verträglichkeit besitzen. Der Anteil an Nachfragen oder sogar Beschwerden ist gering bis sehr gering. Grundsätzlich ist bei der Verwendung von edelmetallhaltigen Legierungen (Gold) davon auszugehen: Je höherwertig die Bestandteile der Gold-Legierung sind, desto geringer sind die möglichen Allergierisiken. Mit in Deutschland zur Anwendung kommenden Edelmetalllegierungen haben wir sicher die längsten und besten Erfahrungen.

In der so genannten „Konformitätserklärung“ ist aufgeführt, aus welchen Materialien der eigene Zahnersatz besteht.? Können Patienten diese Konformitätserklärung auch bei länger zurückliegenden Zahnbehandlungen noch von ihrem Zahnarzt bekommen?

Seit 1998 sind die Hersteller von Zahnersatz verpflichtet, eine Konformitätserklärung abzugeben. Die Konformitätserklärung bestätigt jedoch nicht die Verträglichkeit der verwendeten Materialien im konkreten Einzelfall, sie bestätigt nur, dass die Materialien sowohl hinsichtlich der Verarbeitungsanforderung wie auch der Materialverwendung (Indikation) des Materialherstellers verarbeitet wurden. Die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen für abgerechnete Leistungen und deren Materialien betragen in Deutschland 10 Jahre.

Herr Prof. Geis-Gerstorfer, vielen Dank für dieses Interview!

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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