Peptid Immuntherapie Katzenallergie Katzenallergiker

Prof. Dr. Margitta Worm, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin zur Peptid Immuntherapie!

Peptid Immuntherapie: Ein Lichtblick am Horizont für Katzenallergiker?

Das heißt, gerade für Katzenallergiker wäre die Peptid Immuntherapie besser verträglich?

Theoretisch ja, generell hat die Peptid Immuntherapie ja das Ziel, eine bessere Wirksamkeit und Verträglichkeit der Immuntherapie zu erreichen.

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Gibt es bereits Studien zur Peptid Immuntherapie gegen das Katzenallergen?

Es gab eine große Phase III-Studie mit über 1.000 Katzenhaarallergikern, die mit der Peptid Immuntherapie behandelt wurden. Eine Überlegenheit  der Wirksamkeit gegenüber Placebo konnte in dieser Studie jedoch nicht bestätigt werden – beide Gruppen zeigten eine klinische Verbesserung von über 50 Prozent.

Wie lässt sich dieses Ergebnis erklären?

Ein Placebo-Effekt von über 50 Prozent ist ausgesprochen hoch. Es ist zu vermuten, dass Katzenallergiker, die eventuell auch noch eine Katze im Haushalt haben, eine hohe Erwartungshaltung haben. Sie stehen vor der Entscheidung, ihre Katze eventuell abgeben zu müssen und wünschen sich deshalb natürlich sehr, dass sich ihre Symptome durch die Therapie verbessern. Diese hohe Erwartungshaltung einer Wirksamkeit könnte sich bei dieser Studie günstig auf den Placebo Effekt ausgewirkt haben. Dadurch wird es dem Präparat erschwert, eine Überlegenheit nachzuweisen.

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Hat der starke Placebo-Effekt auch nach Abschluss der Studie angehalten?

Das kann man nicht sagen, denn nach Ende der Studie wurden die Patienten nicht nachverfolgt.  

Gibt es weitere Studien zur Peptid Immuntherapie?

Grundsätzlich ist die Peptid Immuntherapie besonders geeignet für Allergene, die möglichst wenig immunogene Epitope haben, d.h. die nur wenige symptomrelevante Majorallergene aufweisen. Bei der Katze ist das z.B. der Fall, über 90 Prozent der Katzenallergiker reagieren auf das Hauptallergen der Katze (Felis domestica) mit der Allergenbezeichnung Fel d 1.

Auch bei der Hausstaubmilbenallergie liegt eine hohe Bedeutung der Hauptallergene vor. Allerdings weiß man, dass es hier auch Minorallergene gibt, die bei manchen Patienten bedeutsam sind. Zurzeit wird eine Studie zur Peptid Immuntherapie bei Hausstaubmilbenallergikern durchgeführt. Die Ergebnisse sollen noch in diesem Jahr vorliegen  und werden mit großer Spannung erwartet.

Interessant wäre die Peptid Immuntherapie auch für die Therapie der Birkenpollenallergie, auch hier gibt es ein Präparat, das sich derzeit in der klinischen Entwicklung befindet.
Auch Insektengiftallergiker könnten von der Peptid Immuntherapie profitieren. Die klassische Allergen Immuntherapie gegen Bienen- oder Wespengift ist mit einer hohen Nebenwirkungsrate verbunden, weshalb die Einleitungsbehandlung stationär erfolgt.

Letztendlich muss erst durch entsprechende Studien nachgewiesen werden, dass die Peptid Immuntherapie in der Praxis wirksam und verträglich ist.  

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