Chronische spontane Urtikaria

Prof. Dr. med. Marcus Maurer, Oberarzt und stellvertretender Leiter des Allergie-Centrums-Charité und Direktor für Forschung an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité Universitätsmedizin in Berlin

Chronische spontane Urtikaria: Was ist wichtig bei Diagnose und Therapie?

Heißt das, wenn diese Probleme behoben sind, verschwindet auch die Urtikaria? Ist denn die Autoreaktivität behandelbar?

Wenn der CSU eine Infektion zugrunde liegt, dann heilt die CSU ab, wenn die Infektion behandelt wird. Allerdings ist nicht jede Infektion, die man bei Patienten mit chronischer spontaner Urtikari findet, für die Urtikaria verantwortlich.

Autoreaktivität als Ursache der chronischen spontanen Urtikaria wird mit Hilfe des autologen Serumtests diagnostiziert. Ist dieser Test positiv, dann muss man damit rechnen, dass die Urtikaria schwer verläuft und lange andauert. In einigen Studien wurde als kausale Therapie die Behandlung mit autologem Serum oder Vollblut untersucht, aber hier braucht es weitere Studien, ehe diese Therapie empfohlen werden kann.

Wie behandeln Sie die chronische spontane Urtikaria?

Zunächst zum Behandlungsziel: Das Ziel der Urtikaria-Therapie ist es, das Auftreten von urtikariellen Reaktionen zu vermeiden und nicht, diese Reaktionen zu behandeln. Eine weitere wichtige Aussage in der neuen Leitlinie: „Treat the disease until it is gone.“ Das Ziel ist also eine völlige Symptomfreiheit.

Unabhängig von den Ursachen der Urtikaria gehen neue Therapien gegen das mastzelleaktivierende Signal und die Mastzellenaktivierung selbst vor. Zunächst wird man versuchen, die Symptome der Urtikaria durch ein H1 Antihistaminikum der 2. Generation in üblicher Dosierung in den Griff zu bekommen. Ist diese Therapie nicht erfolgreich, empfiehlt die neue Leitlinie die Erhöhung der Dosis auf bis zu 4 Tabletten eines Antihistaminikums. Die Kombination verschiedener Antihistaminika ist nicht empfehlenswert, da es zu einer Drug-drug-interaction kommen kann. Auch die sedierenden, d.h. müde machenden, alten Antihistaminika sollten nicht mehr verwendet werden. Insbesondere bei Schulkindern führen diese veralteten Mittel zu Müdigkeit und so zu Lernschwäche.

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Zeigt die Antihistaminika-Therapie auch in erhöhter Dosierung keinen Erfolg, ist der zusätzliche Einsatz von Omalizumab, Cyclosporin A oder Montekulast möglich. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Wirkstoffe, die sich in ihrer Wirkweise unterscheiden und deren Verwendung im Einzelfall geprüft werden muss. Für alle drei Wirkstoffe wurde die Wirksamkeit in kontrollierten Studien nachgewiesen, wobei die mit Omalizumab erzielten Therapieerfolge bahnbrechend sind. Omalizumab ist außerdem, neben den Antihistaminika, das einzige für die Therapie der chronischen spontanen Urtikaria zugelassene Medikatment.

Therapie der chronischen Urtikaria

Herr Prof. Maurer, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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