Der G-BA hat entschieden: Rabattverträge für Adrenalin-Autoinjektoren in Kraft!

Juli 2016 – „Unsere Befürchtungen sind zu Tatsachen geworden: Rabattverträge für Adrenalin-Autoinjektoren (AAI) sind mittlerweile in Kraft getreten. Für Anaphylaxie-gefährdete Patienten ist das – überspitzt gesagt – wie russisches Roulette“, beschreibt Prof. Dr. Ludger Klimek, Präsident des Ärzteverbands Deutscher Allergologen (AeA) und Sprecher des Expertenforums Anaphylaxie, die Situation. In einer aktuellen Veröffentlichung im Allergo Journal [1] informiert Klimek über die Auswirkungen.

Totsparen auf Kosten von Anaphylaxie-Patienten!

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat sich trotz vehementer Forderungen der Allergologen gegen einen generellen Substitutionsausschluss für AAI entschieden. Damit ist der Apotheker ab sofort verpflichtet, gesetzlich versicherten Patienten das im Rabattvertrag ihrer jeweiligen Krankenkasse festgelegte Adrenalin-Injektormodell anstelle des vom Arzt verordneten auszuhändigen. Ein „Einspar-Deal“ mit gefährlichen Folgen für Anaphylaxie-Patienten. „Wir schulen unsere Patienten sehr sorgfältig auf das jeweilige verordnete Autoinjektor-Modell, damit sie es im Ernstfall sicher anwenden können. Das wird durch eine Aut-idem-Regelung, bei der der vertraute Adrenalin- Injektor durch ein anderes Modell ausgetauscht wird, ad absurdum geführt“, unterstützt PD Dr. Kirsten Jung, niedergelassene Allergologin aus Erfurt und Mitglied des Expertenforums Anaphylaxie Klimeks Kritik. „In einer Notfallsituation ist der Patient bzw. sein Angehöriger ohnehin bereits in einem Ausnahmezustand. Alles, was dann an zusätzlichen Unsicherheitsfaktoren hinzukommt, erhöht das Risiko eines tödlichen Ausgangs unnötigerweise“, ergänzt Jung. „Im Sinne des Patientenwohls und um unnötige juristische Folgen zu vermeiden – wir empfehlen derzeit allen unseren Kollegen bei der Verordnung eines AAI: Kreuzen Sie das Feld „Nec aut idem“ (Substitutionsverbot für den Apotheker) an – damit sind Sie auf der sicheren Seite“, appelliert Klimek.

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Nec aut-idem-Kreuz setzen!

Der G-BA hat einen generellen Substitutionsausschluss für AAI geprüft, sich jedoch gegen die Aufnahme der AAI auf die Substitutionsliste entschieden. Die Konsequenz: Der Apotheker muss bei gesetzlich versicherten Patienten den im Rabattvertrag der jeweiligen Krankenkasse festgelegten AAI anstelle des vom Arzt verschriebenen Modells abgeben - es sei denn, der Arzt hat das „Nec aut idem“-Kästchen auf dem GKV-Rezept angekreuzt. Zur Begründung seiner Entscheidung schreibt der G-BA [2], dass anhand der Fachinformationen [der einzelnen AAI] keine wesentlichen Unterschiede in der Anwendung feststellbar seien, die eine Aufnahme [in die Substitutionsliste] rechtfertigten.

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