Keine Allergie-News verpassen!

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

Sie wollen stets zu Allergien und Intoleranzen informiert werden? Abonnieren Sie kostenlos unseren MeinAllergiePortal-Newsletter!

 

x

allergie-arzneimittel-ursachen-symptome

Allergie auf Arzneimittel – was weiß man über Ursachen und Symptome?

Allergie auf Arzneimittel – Ursachen und Symptome!

Dass ein Medikament nicht gut vertragen wird, kommt häufig vor. In manchen Fällen ist eine Allergie auf das Arzneimittel die Ursache. Die Symptome einer allergischen Reaktion können dabei sehr unterschiedlich sein – von harmlosen Hautausschlägen bis zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock.

Allergie auf Arzneimittel oder Arzneimittelüberempfindlichkeit?

Medikamente können verschiedenste Wirkungen auf den Körper haben – manche sind erwünscht, andere nicht. Allergischen Reaktionen gehören zu den unerwünschten Wirkungen. Doch nicht bei jeder Reaktion, die wie eine Allergie aussieht, kann man tatsächlich eine allergische Immunantwort nachweisen. Aus diesem Grund werden alle Reaktionen auf Medikamente, die nur einzelne Menschen betreffen, ungewöhnlich und nicht vorhersehbar sind unter dem Begriff „Arzneimittelüberempfindlichkeit“ zusammengefasst. Unter diese Bezeichnung fallen also sowohl die Arzneimittel-Allergie als auch andere Überempfindlichkeiten auf Medikamente, die nicht durch das Immunsystem hervorgerufen werden.

Allergie auf Arzneimittel: Ursachen

Eine Allergie auf Arzneimittel wird durch eine allergische Immunantwort ausgelöst. Treten die Symptome innerhalb der ersten sechs Stunden nach der Verabreichung des Medikaments auf, so handelt es sich in der Regel um eine Soforttyp-Reaktion, die durch Antikörper der Klasse IgE vermittelt wird. Häufiger kommt es zu späten Reaktionen, die unter Beteiligung von bestimmten Immunzellen, den T-Lymphozyten, entstehen und erst nach Tagen einsetzen. In selteneren Fällen führen andere immunologische Vorgänge zu allergischen Reaktionen. Einige Arzneimittel lösen besonders häufig Allergien aus. Dazu gehören Antibiotika, Schmerzmittel, Kontrastmittel und verschiedene Krebsmedikamente.

Auch ohne Beteiligung des Immunsystems kann es zu allergietypischen Symptomen kommen. Man vermutet, dass die Arzneimittel dann direkt zu einer Ausschüttung von Entzündungsstoffen im Körper führen, die die entsprechenden Symptome verursachen. Besonders häufig ist dies bei Schmerzmitteln und bestimmten blutdrucksenkenden Medikamenten, sogenannten ACE-Hemmersn, der Fall.

Symptome bei Allergie auf Arzneimittel: Sofortreaktion vs. Spätreaktion

Eine Sofortreaktion kann innerhalb von kürzester Zeit, selten bis zu 12 Stunden nach Anwendung des Medikamentes auftreten. Typisch sind Quaddeln, Rötungen und Schwellungen der Haut, Schnupfen, gerötete Augen, Atemprobleme, Übelkeit und Erbrechen. Im Extremfall kann es zur lebensbedrohlichen Anaphylaxie kommen.
Spätreaktionen zeigen sich einige Tage bis zu Wochen nach der Medikamentengabe in erster Linie an der Haut: Am häufigsten kommt es zu klein- oder großfleckigen Hautausschlägen, sogenannten makulopapulösen Exantheme, die meist in der Leistenregion beginnen und sich von dort über den Rumpf hinweg ausbreiten. Diese typischen Hautausschläge sind in den meisten Fällen harmlos und heilen ein bis zwei Wochen nach Absetzen des Medikamentes wieder ab. Am häufigsten werden sie durch Antibiotika verursacht. Späte Reaktionen können sich aber auch durch diverse andere Hauterscheinungen äußern. Dazu gehört das fixe Arzneimittelexanthem, das sich durch ein oder mehrere etwa münzgroße rote Flecken auszeichnet, die meist in der Nähe von Gelenken oder auf Schleimhäuten auftreten. Auch durch Bläschenbildung kann sich eine Allergie auf Arzneimittel zeigen.

Allergie auf Arzneimittel: Risiko „schwere Symptome“

Neben anaphylaktischen Sofortreaktionen gibt es weitere, meist später auftretende schwere Symptome von Allergien auf Arzneimittel. Ein Beispiel ist das Stevens-Johnson-Syndrom. Es kommt selten vor, kann aber lebensbedrohlich werden. Die Ablösung der oberen Hautschichten führt zu teils großflächigen, verbrennungsähnlichen Wunden. Typischerweise sind auch die Schleimhäute betroffen. Die Hauterscheinungen werden von Fieber und Abgeschlagenheit begleitet. Sind mehr als 30 Prozent der Körperoberfläche betroffen, so wird die Reaktion als toxische epidermale Nekrolyse bezeichnet.

Quellen:

1. Brockow, Przybilla, Aberer (2015): S2K-Leitlinie Allergologische Diagnostik von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) Allergo J Int24:94. AWMF-Registernummer 061-021

2. Editor’s Pick: A Review of Drug Allergies: Diagnosis and Management. European Medical Journal. Published August 2, 2016. Accessed January 13, 2021. https://www.emjreviews.com/allergy-immunology/article/editors-pick-a-review-of-drug-allergies-diagnosis-and-management/

3. Warrington R, Silviu-Dan F, Wong T. Drug allergy. Allergy Asthma Clin Immunol Off J Can Soc Allergy Clin Immunol. 2018;14(Suppl 2):60. doi:10.1186/s13223-018-0289-y

4. Abrams EM, Khan DA. Diagnosing and managing drug allergy. CMAJ Can Med Assoc J. 2018;190(17):E532-E538. doi:10.1503/cmaj.171315