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Zöliakie Diagnose Antikörper

Dr. Stephanie Baas zum Thema: Zöliakie-Diagnose - welche Antikörper sind relevant?

Zöliakie-Diagnose: Welche Antikörper sind relevant?

Zurück zu den verschiedenen Zöliakie-Tests: Wann würde man denn welchen Test vornehmen?

Beginnen würde man mit dem Test auf Gewebstransglutaminase-Antiköper. Zeigt der Test erhöhte Werte, würde man eine Magenspiegelung vornehmen und wenn sich damit die Diagnose bestätigt, ist dies ausreichend.

Der Test auf Endomysium-Antikörper als zweiter Test wird meist dann eingesetzt, wenn der Test auf Gewebstransglutaminase-Antiköper 10-fach über der Norm liegt und man auf eine Biopsie verzichten möchte. Dieses Vorgehen ist aber bislang gemäß der gängigen Leitlinien nur bei Kindern erlaubt. Dabei sollte aber immer ein Kindergastroenterologe in die Entscheidung einbezogen werden, ob dieses Vorgehen ohne Biopsie im Einzelfall gerechtfertigt ist.

In sehr seltenen Fällen kann der Test auf Gewebstransglutaminase-Antiköper negativ ausfallen, obwohl die Symptome des Patienten eindeutig auf eine Zöliakie hinweisen und eine Biopsie auch eine Zottenatrophie nachweisen konnte. Auch dann würde man den Endomysium-Antikörper-Test einsetzen. Es kommt dann gelegentlich vor, dass dieser dann positiv ausfällt und die Zöliakie bestätigt.

Häufiger fällt aber ein Test auf Gewebstransglutaminase-Antiköper falsch positiv aus. Dies kann an einem Laborfehler liegen, aber auch an Erkrankungen des Patienten wie zum Beispiel Lebererkrankungen, Herzerkrankungen, Infektionen oder anderen Autoimmunerkrankungen. In diesen Fällen wäre aber dann der Endomysium-Antikörper-Test negativ.

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Dienen der Test auf Endomysium-Antikörper und der Test auf Gewebstransglutaminase-Antiköper auch der Compliance-Kontrolle?

Sowohl der Test auf Endomysium-Antikörper als auch der Test auf Gewebstransglutaminase-Antiköper geben Auskunft darüber, wie gut der Zöliakie-Patient die Ernährungsumstellung auf „glutenfrei“ bewältigt. Beide Tests sind auch weniger aufwändig und auch deutlich angenehmer für die Patienten als eine Magenspiegelung, insbesondere dann, wenn Kinder betroffen sind. Beide Tests werden jedoch auch eingesetzt, wenn die Patienten trotz Compliance über Symptome klagen. Dann könnensie den Verdacht auf Diätfehler verifizieren.

Und welche Rolle spielen bei der Zöliakie-Diagnose die Gliadin-Antikörper?

Die deamidierten Gliadinpeptid-Antikörper sind hauptsächlich dann relevant, wenn die Diagnose nicht eindeutig ausfällt oder beim Patienten ein IgA-Mangel besteht. Dennoch werden die Antikörper sowohl vom IgA- als auch vom IgG-Typ im Rahmen der Zöliakie Diagnostik häufig bestimmt. Dies ist eigentlich nicht nötig und aus Kostengründen auch nicht sinnvoll.

Wie häufig sollten die Laborwerte bei einer Zöliakie denn generell kontrolliert werden?

Wenn die Diagnose gestellt ist und die Ernährungsumstellung erfolgt, empfehlen wir die erste Kontrolle nach drei bis sechs Monaten. Wie bereits erwähnt, kann dann das Problem auftreten, dass sich die Werte der Patienten zwar verbessert haben, aber immer noch über den Cut-offs der Labore liegen. Dann ist es wichtig, dass der Arzt dies berücksichtigt und nicht davon ausgeht, dass der Patient sich nicht an die Diät gehalten hat. Eine weitere Kontrolle wäre dann ca. ein Jahr nach Diagnosestellung angeraten – oft sind die Werte dann schon im Normbereich. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte man weiterhin alle drei bis sechs Monate kontrollieren, bis sich die Werte vollständig normalisiert haben. Ist der Patient beschwerdefrei und die Antikörper in der Norm, reichen jährliche Kontrollen aus.

Frau Dr. Baas, herzlichen Dank für dieses Gespräch!