Darmhypnose gut directed hypnosis Reizdarmsyndrom

Prof. Dr. med. Martin Storr, Gastroenterologe am Gesundheitszentrum Starnberger See (MVZ) und 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität e. V. zur Darmhypnose beim Reizdarmsyndrom!

Darmhypnose - eine wirksame Therapie beim Reizdarmsyndrom?

Das Ziel der Darmhypnose ist also, den Darm zu entspannen?

Man weiß sehr gut, dass die Darm-Hirn-Achse beim Reizdarmsyndrom eine zentrale Stellung einnimmt und dass es Teil der Problematik sein kann, wenn an dieser Stelle Unruhe entsteht. Ist die Darm-Hirn-Achse in Alarmstellung, verursacht sie bei Reizdarm-Patienten permanente Beschwerden.

Mit einer Darmhypnose spricht man dieses „Fehlverhalten“ an und versucht, es zu korrigieren bzw. positiv zu beeinflussen.

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Ist der Effekt der Darmhypnose vergleichbar mit dem Effekt von Darm-Relaxanzien?

Nein, denn glattmuskuläre Darm-Relaxanzien wirken, indem sie ausschließlich den Darmmuskel an der Kontraktion hindern. Das bedeutet Darm-Relaxanzien nehmen dem Darm die Möglichkeit, sich zu verkrampfen. Im Grunde wird durch Relaxanzien eine Art „Lähmung“ am Darm selbst erzeugt, was verhindert, dass Darmkrämpfe auftreten. Eine ursächliche Entspannung des Darmnervensystems erfolgt durch Relaxanzien allerdings nicht, und deshalb ist die Wirkung nach ca. drei Stunden in der Regel auch wieder vorbei.

Wie lange dauert eine Darmhypnose zur Behandlung des RDS und wie oft sollte man sie durchführen?

Eine Darmhypnose-Sitzung dauert ca. 25 Minuten und sollte regelmäßig durchgeführt werden. Am Anfang sollten die Patienten die Sitzungen sehr häufig durchführen. Ideal wäre es, täglich eine Darmhypnose-Sitzung durchzuführen. Dabei ist es den Patienten möglich, die Sitzungen an die individuelle Situation anzupassen, also am Vormittag oder abends, je nach Bedarf.

Die Voraussetzung für ein gutes Gelingen sind die realistische Einschätzung des eigenen Wochenablaufs und eine gute Planung. Manche schaffen es, die Darmhypnose vier Wochen lang täglich durchzuführen, aber das ist nicht bei allen Patienten möglich. In diesen Fällen ist eine Frequenz von drei Mal pro Woche auch ein guter Anfang, solange die Sitzungen regelmäßig durchgeführt werden und die Patienten „dabei bleiben“.

Viele Patienten schlafen im Zuge einer Darmhypnose ein und fragen sich, ob das denn in Ordnung sei. Tatsächlich ist dies sogar sehr sinnvoll, denn man weiß, dass es ein Zeichen einer hohen Wirksamkeit ist, wenn man in einen Einschlafmodus gerät. Das bedeutet, man hat sich wirklich entspannt.

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