JAK-Inhibitoren

Allgemeine Informationen

JAK-Inhibitoren - Januskinasen: Was ist das?

Unter „JAK-Inhibitoren“ versteht man eine Gruppe von Wirkstoffen, die derzeit unter anderem für die Neurodermitis-Therapie entwickelt werden.

Der Begriff „JAK“ ist eine Abkürzung, die eigentlich aus der Forschung stammt. Dabei wurden Enzyme aus der Gruppe der Kinasen entdeckt, deren Bedeutung unklar war, so dass man sie umgangssprachlich als „just another kinase (JAK)“ bezeichnete. Als man später ihre große Bedeutung für die Regulation wichtiger Zellfunktionen erkannte, wurde die Abkürzung „JAK“, in Anlehnung an eine römische Gottheit etwas seriöser in „Januskinase (JAK)“ umbenannt. Da der Gott Janus in der römischen Mythologie zwei Gesichter hat und der Gott der Türen und Tore ist, wurde dies auf die besondere Funktionalität der Januskinasen als „Türöffner“ für Signalwege der Zelle übertragen. Einzelne Subtypen der JAKs können nämlich unterschiedliche, z.T. entgegengesetzte Effekte vermitteln. JAK-Inhibitoren wiederum sind Substanzen, die die Aktivitäten der Januskinasen „inhibieren“, das heißt hemmen oder unterbinden können.

JAK-Inhibitoren - wo werden sie eingesetzt?

Januskinasen steuern über Signalkaskaden Entzündungsprozesse. Wenn durch den Einsatz von Hemmstoffen dieser Enzyme, also von JAK-Inhibitoren, diese Steuerung unterbunden wird, kann die Entzündungsreaktion abgeschwächt oder sogar unterbunden werden. JAK-Inhibitoren eignen sich deshalb zur Therapie von bestimmten Erkrankungen, die mit chronischen Entzündungsprozessen einhergehen. Da Januskinasen auch die Aktivität von Nervenfasern beeinflussen, kann durch den Einsatz von JAK-Inhibitoren auch Juckreiz unterbunden werden. Beide Symptome, Entzündung und Juckreiz, sind z.B. typisch für die Neurodermitis. Nach heutigem Erkenntnisstand kann eine Therapie mit JAK-Inhibitoren bei Patienten mit Neurodermitis das entzündliche Geschehen sehr effektiv und gut verträglich unterdrücken.

JAK-Inhibitoren - wie werden sie verabreicht?

JAK-Inhibitoren sind klassische Arzneistoffe, also kleinmolekulare Substanzen. Sie sind von der Molekülgröße her vergleichbar mit konventionellen Arzneimitteln, wie sie bereits seit Jahrzehnten eingesetzt werden. Sie werden in Form von Tabletten verabreicht, in der Regel einmal täglich. Darüber hinaus werden auch Präparate in Form von Cremes für die lokale Anwendung entwickelt.

JAK-Inhibitoren - Erfahrungen und Nebenwirkungen

JAK-Inhibitoren werden bereits zur Therapie von chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen, wie der rheumatoiden Arthritis und der Psoriasisarthritis erfolgreich eingesetzt. Von beiden Erkrankungen sind aber eher ältere Patienten betroffen, so dass hier auch Besonderheiten bei der Anwendung beachtet werden müssen, die für junge Patienten weniger relevant sein könnten.
Wie bei anderen Immunsuppressiva ist eine erhöhte Infektanfälligkeit auch unter JAKi zu beobachten. Der Grund hierfür könnte sein, dass die Januskinasen auch in entzündliche Prozesse der Immunabwehr eingreifen. Die JAK-Inhibitoren unterdrücken diese Prozesse und damit kann es zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Infektionen kommen. Insbesondere Infektionen mit Herpesviren konnten bei der Behandlung von JAK-Inhibitoren in erhöhter Anzahl beobachtet werden. Weitere Nebenwirkungen, die in klinischen Studien beobachtet wurden, sind u.a. Veränderungen metabolischer Parameter und häufigeres Auftreten von Akne. Bei einem der JAK-Inhibitoren, der zur Therapie von chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen eingesetzt wird, wurden bei einzelnen Patienten ein gehäuftes Auftreten von Gerinnungsstörungen beobachtet, was zur Aussendung einer Sicherheitswarnung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte führte [1]. Deshalb würde man heute bei Patienten mit entsprechenden Vorerkrankungen aus Sicherheitserwägungen andere Therapieoptionen wählen.

 

[1] Alten, R., Mischkewitz, M., Stefanski, AL. et al. Januskinase-Inhibitoren. Z Rheumatol 79, 241–254 (2020). https://doi.org/10.1007/s00393-020-00768-5

DE-UPAD-210072

 

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