Laktoseintoleranz Kind Therapie

Dr. Annette Brunert zum Thema: Laktoseintoleranz beim Kind: Welche Therapieoptionen gibt es?

Laktoseintoleranz beim Kind: Welche Therapieoptionen gibt es?

Nach der Diagnose Laktoseintoleranz oder Milchzuckerunverträglichkeit beim Kind stellt sich die Frage, was nun? Gibt es eine Therapie, mit der an eine Unverträglichkeit von Laktose behandeln kann? Was kann das Kind nun essen und was nicht? MeinAllergiePortal sprach mit Dr. med. Annette Brunert, Oberärztin, Pädiatrische Gastroenterologin, Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret, über die Therapie einer Laktoseintoleranz beim Kind.

Frau Dr. Brunert, wie sieht die Therapie einer Laktoseintoleranz beim Kind aus?

Wurde eine Laktoseintoleranz diagnostiziert, ist es das Beste, Laktose aus der Ernährung des Kindes zu streichen. Nach auffälligen H2-Atemtests ist immer eine streng laktosearme Diät über zwei bis drei Wochen angeraten.

Bessern sich die Symptome im Verlauf der laktosearmen Diät, besteht die nächste sinnvolle Maßnahme darin, die individuelle Laktose-Toleranzschwelle des Kindes zu ermitteln. Diese individuelle Toleranzschwelle für Laktose ergibt sich jedoch nicht aus den Ergebnissen des H2-Atemtests, sondern sie muss ausgetestet werden.

Wie testet man bei einem Kind mit Laktoseintoleranz die individuell verträgliche Laktosemenge aus?

Hat das Kind eine nicht angeborene Laktoseintoleranz ist es möglich, die gerade noch verträgliche Laktosemenge auszutesten. Dafür gibt man dem Kind z.B. ein Viertel Glas Milch oder ein Joghurt und beobachtet, wie dies vertragen wird. Für Kinder mit einem angeborenen Laktasemangel gilt dies allerdings nicht. Kinder mit diesem schweren, aber sehr seltenen Krankheitsbild dürfen keinesfalls Laktose erhalten.

Beim Austesten der individuell verträglichen Laktosemenge sollten die Milchprodukte zunächst zusammen mit einer Hauptmahlzeit verzehrt werden. So verlangsamt sich die Transitzeit durch den Darm und die Verweildauer der Laktose im Darm erhöht sich. Damit könnte die Restaktivität der Laktase zum Abbau der Laktose ausreichen.

Sollten sich unter der laktosearmen Diät die Beschwerden des Kindes nur kurzzeitig verbessern, könnte ein Placebo-Effekt dafür verantwortlich sein. Es sollten dann weitere abklärende Untersuchungen folgen.

 

Was kann man sonst noch tun, wenn das Kind eine Laktoseintoleranz hat?

Grundsätzlich ist es sinnvoll, dafür zu sorgen, dass die Darmflora des Kindes optimal ausgebildet ist.

Die Substitution der Laktase durch entsprechende Medikamente ist bei Kindern eher nicht empfehlenswert, da es bei Kindern schwierig ist, die optimale Dosis zu berechnen.

Frau Dr. Brunert, herzlichen Dank für dieses Interview!

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