Morbus Crohn Colitis Ulcerosa App

Das Team der Darmsprechstunde des UKR (v.l.n.r.): Dr. Gisela Wölfel, PD Dr. Michael Selgrad, Professor Dr. Martina Müller-Schilling, Dr. Daniel Mitas, Dr. Moritz Weiher, Quelle: UKR

Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa per App kontrollieren

Zum Welttag für chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) am 19. Mai 2016 führt die Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) ein digitales Testsystem zur Überwachung von Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa ein. Die Klinik ist die erste in Deutschland, die ihren Patienten das auf einer App basierende System anbietet und begleitet die Einführung mit einer wissenschaftlichen Studie.

Morbus Crohn - oft kommt die Diagnose spät

Daniel H. ist 20 Jahre alt und macht gerade eine Ausbildung zum Koch, als ihn immer wieder kolikartige Bauchschmerzen plagen und er deutlich an Gewicht verliert. Sein Leidensweg dauert fast fünf Jahre. Dann wird Morbus Crohn in seinem Dünndarm diagnostiziert. Eine Erkrankung, die sich in einer chronischen Entzündungsreaktion äußert, die den ganzen Magen-Darm-Trakt betreffen kann.

Heute ist Daniel H. in Behandlung und fast beschwerdefrei. Bis zu sieben Mal im Jahr muss der inzwischen 27-Jährige seinen Gesundheitsstand aber ärztlich kontrollieren lassen.

Darmerkrankungen per App kontrollieren

app zur kontrolle von morbus crohn und colitis ulcerosaDaniel H. (Mitte) ist gespannt auf das digitale Testsystem, Quelle: UKRKünftig könnte sich das ändern. Daniel H. gehört zu den ersten Testern einer App, die eine Messung des Entzündungsgrads im Darm ermöglicht – von Zuhause aus. „Dadurch kann ich mir dann hoffentlich den einen oder anderen persönlichen Termin sparen, stehe aber trotzdem in Kontakt mit meinem Arzt und habe Gewissheit über meinen Gesundheitszustand“, freut sich Daniel H. Die Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des UKR stellt das digitale Testsystem, bestehend aus einem immunologischen Schnelltest, einer Smartphone-App und einem webbasierten Ärzteportal, erstmals für Deutschland ihren Patienten zur Verfügung. Um den Mehrwert des Systems zu überprüfen, wird die Einführung mit einer wissenschaftlichen Studie begleitet.

Erleichterung für ein Leben mit CED

Von CED sind wie Daniel H. deutschlandweit mehr als 400.000 Personen betroffen. Zu CED zählen Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa. Die Erkrankungen verlaufen häufig in Schüben, die jeweils mit einer hohen entzündlichen Krankheitsaktivität verbunden sind. Dies kann zu massiven Schädigungen der Darmschleimhaut bis hin zum Verlust funktionsfähiger Darmabschnitte führen. Patienten erkranken zumeist in jungen Jahren und sind dann ihr Leben lang mit der Krankheit beschäftigt. „In Hinblick auf die Altersstruktur und unser großes Einzugsgebiet möchten wir uns digitalen medizinischen Möglichkeiten öffnen. Diese stellen wir wissenschaftlich auf den Prüfstand. So soll die Arzt-Patienten-Beziehung auf eine neue Qualitätsstufe gehoben und langfristig Behandlungsqualität sowie Patientenzufriedenheit und Patientenautonomie verbessert werden“, so Professor Dr. Martina Müller-Schilling, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des UKR.

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