Birkenpollen-Allergie

Allgemein

die kaetzchen der birkeDie Kätzchen der Birke, Quelle: ECARFDie Birkenpollen-Allergie ist unter den Pollenallergien die relevanteste Allergie. Unter ihr leiden die meisten von Heuschnupfen Betroffenen. Birken produzieren große Pollenmengen, die über 300 km weit fliegen können. Zudem gehören die Pollen der Birke zu den starken Allergenen, d.h. es kommt zu sehr heftigen Allergie-Symptomen.

In Deutschland ist die Birke sehr stark verbreitet. Sie werden zum einen häufig bewusst angepflanzt, weil sie sehr schnell wachsen. Zum anderen verbreiten sich Birken auch leicht und schnell von selbst.

 

 

 

 

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Symptome

Die Birkenpollen-Allergie verursacht die klassischen Symptome der Pollenallergie. An der Nase kann es zu Juckreiz und Brennen kommen, die Nase kann laufen und man muss nießen. Auch die Augen können auf die Birkenpollen mit Jucken, Brennen, Schwellungen oder Rötung reagieren. Auch Schläfrigkeit, Konzentrationsmangel und Schlaflosigkeit können bei Birkenpollen-Allergikern auftreten.  

Allergische Symptome bei Birkenpollen-Allergikern durch andere Baumpollenarten

Da die Blütenpollen der Erle den Pollen der Birke stark ähneln, kann es bei Birkenpollenallergikern auch auf Allergiereaktionen kommen, wenn Sie mit Erlenpollen in Kontakt kommen. Gleiches gilt für Weidenpollen.

Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel bei Allergie auf Birkenpolle

Bei der Allergie auf Birkenpollen kann es bei einer Vielzahl von Nahrungsmitteln zu Kreuzreaktionen kommen. Das Immunsystem reagiert dann auf Allergene in Nahrungsmitteln, die dem Allergen der Birke ähneln. Dabei kann es zum oralen Allergiesyndrom kommen, d.h. zu Schwellungen, Jucken, Brennen oder Bitzeln im Bereich des Mund- und Rachenraumes.

Allergene, die dem Haupt-Allergen der Birke Bet v1 in ihrer Struktur ähneln, finden sich in:

•    Nüssen wie Haselnüssen, Paranüssen, Mandeln oder Walnüssen

•    Obstsorten wie Apfel, Zwetschge, Aprikose, Birne, Pfirsich, Pflaume, Kirsche, Brombeere, Himbeere, Kiwi

•    Gemüsesorten wie Kartoffeln, Paprika, Karotten, Sellerie

 

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Diagnose

Zur Diagnose der Allergie gegen Birkenpollen steht die Anamnese an erster Stelle. Hier wird erhoben, welche Symptome auftreten, wann sie auftreten und welches Allergen als Verursacher in Frage komme könnte. Danach würde ein Prick-Test durchgeführt, der das Birkenpollenallergen standardmäßig enthält. Bei Bedarf kann zusätzlich eine Blutuntersuchung, der RAST, durchgeführt werden.

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Therapie

Die klassische Therapie bei der Allergie auf Birkenpollen ist die klassische symptomatische Heuschnupfen-Therapie. Eingesetzt werden Nasensprays, Augentropfen und orale Antiallergika.

Lassen sich die Symptome der Birkenpollen-Allergie so nicht kontrollieren, käme eine spezifische Immuntherapie (SIT) in Frage.

Besteht beim Patienten tatsächlich ausschließlich eine Allergie auf Birkenpollen, ist die spezifische Immuntherapie zu 80 Prozent erfolgreich. Monosensibilisierte Menschen, die ausschließlich an einer Birkenpollen-Allergie leiden, sind jedoch die Ausnahme.

Ist der Patient polysensibilisiert, d.h. es bestehen neben der Birkenpollen-Allergie weitere Sensibilisierungen, z.B. auf Gräser, Schimmelpilze, Hausstaubmilbe, oder Tierhaare, was häufig der Fall ist, sollte man die Hauptallergene bestimmen und maximal zwei Allergene parallel immuntherapieren. Es kann sein, dass die Therapie der Hauptallergene auch die durch die Nebenallergene hervorgerufenen Beschwerden positiv beeinflusst.

Mehr als zwei Allergene parallel sollte man mit der SIT nicht therapieren. Eine spezifische Immuntherapie fordert das Immunsystem sehr, so dass mehr als zwei Allergene parallel kontraproduktiv sein könnten.

 

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Praktische Tipps

•    Die Allergene der kreuzallergenen Obst- und Gemüsesorten sind hitzelabil, d.h. durch den Kochvorgang werden sie zerstört. Deshalb sind sie in gekochtem oder verbackenem Zustand verträglich.

•    Die Allergene der Nüsse sind nicht hitzelabil, sondern hitzestabil. Auch das Kochen, Rösten oder Backen der Nüsse macht sie deshalb nicht verträglich für Birkenpollenallergiker, wenn eine Kreuzallergie besteht. Menschen mit Baumpollenallergien sollten generell auf Nüsse verzichten.

•    Auch der Kontakt mit rohen kreuzallergenen Nahrungsmitteln mit der Schleimhaut kann zu Allergiesymptomen führen. Man sollte sich deshalb beim Schälen dieser Obst- und Gemüsesorten nicht an den Mund oder die Augen fassen.

Quellen

• Weißbuch Allergie in Deutschland, Herausgeber: Johannes Ring (DAAU), Claus Bachert (DGAKI), Carl-Peter Bauer (GPA), Wolfgang Czech (ÄDA), 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 358 S., Redaktionelle Bearbeitung: Petra von der Lage (MasterMedia, Hamburg), Springer Medizin © Urban & Vogel GmbH, München 2010, ISBN 978-3-89935-245-0

• Allergologie, Herausgeber: Tilo Biedermann, Werner Heppt, Harald Renz, Martin Röcken, Springer-Verlag GmbH, 01/2016, 2. Aufl. 2016, ISBN-13: 9783642372025

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