Kreuzallergie Birkenpollenallergiker Apfelsorten

Diplom-Oecotrophologin Frau Dr. Anja Waßmann, Ernährungstherapeutin bei MENSINGDERMA medic in Hamburg

Kreuzallergie: Gibt es verträgliche Apfelsorten für Birkenpollenallergiker?

Schätzungen zufolge leiden bis zu 50 Prozent der Birkenpollenallergiker auch an einer Kreuzallergie auf rohe Äpfel. Das bedeutet, der Verzehr eines rohen Apfels kann zu allergischen Reaktionen im Mundschleimhautbereich, dem so genannten oralen Allergiesyndrom, führen. Viele Menschen mit einer Birkenpollenallergie verzichten deshalb auf den Genuss roher Äpfel. Aber muss das immer sein? MeinAllergiePortal sprach mit Diplom-Oecotrophologin Frau Dr. Anja Waßmann, Ernährungstherapeutin bei MENSINGDERMA medic in Hamburg, über die Verträglichkeit verschiedener Apfelsorten bei Kreuzallergien auf Birkenpollen.

Frau Dr. Waßmann, wie kommt es bei Birkenpollenallergikern zu einer Kreuzreaktion zu Apfel und durch welche Symptome kann sich eine birkenpollenassoziierte Apfelallergie äußern? 

Die meisten Menschen mit einer Birkenpollenallergie sind gegen eine bestimmte Allergenstruktur der Birkenpolle allergisch, das so genannte Bet v 1 (Betula verrucosa). Ursächlich für die Kreuzreaktion zwischen Birkenpollen und Apfel ist eine strukturelle Ähnlichkeit des auslösenden Allergens Bet v 1 und dem Hauptallergen des Apfels (Mal d 1, Malus domesticus), das sowohl in der Schale als auch im Fruchtfleisch vorkommt. Da das Mal d 1 relativ instabil ist und bereits durch Verdauungsprozesse zerstört wird, äußert sich eine birkenpollenassoziierte Apfelallergie zumeist in milderen Beschwerden im Bereich der Mund- und Rachenschleimhäute, die unmittelbar nach Verzehr des betreffenden Nahrungsmittels auftreten. Typische Symptome sind ein Kribbeln im Mund, ein Kratzen im Hals oder ein pelziges Gefühl auf der Zunge. Neuere Untersuchungen belegen jedoch auch, dass der Verzehr birkenpollenassoziierter Nahrungsmittel zu einer verzögert auftretenden Hautverschlechterung bei einer Untergruppe von Patienten mit Neurodermitis und Birkenpollenallergie führen kann.

Gibt es Unterschiede in der Verträglichkeit verschiedener Apfelsorten für Menschen mit einer Birkenpollenallergie?

In der Presse wird regelmäßig über "Allergikeräpfel" berichtet, die auch für Menschen mit birkenpollenassoziierter Apfelallergie geeignet sein sollen. Diese Aussage trifft jedoch nur bedingt zu. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte zwar tatsächlich gezeigt werden, dass der Allergengehalt zwischen verschiedenen Apfelsorten variiert und bestimmte Sorten wie beispielsweise Santana (eine Kreuzung aus den Sorten Elstar und Pricsilla) im Vergleich zu der Sorte Jonagored einen geringeren Allergengehalt aufweist. Da der Allergengehalt des Apfels jedoch auch innerhalb einer Sorte von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird und erheblich variieren kann, ist eine pauschale Einordnung der Apfelsorten in "verträglich" und "unverträglich" nicht möglich!

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.