Hausstaubmilben

Hausstaubmilben gehören zu den Spinnentieren. Bislang wurden ca. 45.000 Arten beschrieben und benannt. Ihre Größe variiert je nach Art, zwischen 0,1 und  0,5 mm.

Eine Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben liegt im Mittel bei ca. 16 Prozent der deutschen Bevölkerung vor.

Hausstaubmilben findet man meist im Bettzeug bzw. in der Matratze. Hier sind ca. 2/3 der Milben eines Haushalts zu finden. Die Milbenzahl kann von Wohnung zu Wohnung mitunter stark variieren. Es wurden jedoch schon mehrere Millionen Milben in einem Bett gezählt. Ab 100 Milben pro Gramm Bettstaub (entspricht ca. 2 Mikrogramm Milbenallergen) kann es zu einer Sensibilisierung gegen Milbenallergene kommen. Für 500 Milben pro Gramm Bettstaub konnte ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Asthma bronchiale nachgewiesen werden.

Bis sich aus einem Ei ein geschlechtsreifes Tier entwickelt, vergehen rund vier Wochen. Die Lebensdauer der Spinnentiere beträgt zwei bis drei Monate, in dieser Zeit legen Weibchen bis zu 300 Eier.

Allergieauslösender Faktor bei einer Hausstaubmilbenallergie ist der Milbenkot. In getrocknetem und zerfallenem Zustand werden die darin enthaltenen Proteine eingeatmet und können in der Lunge eine allergische Sensibilisierung auslösen.

Hausstaubmilben: Lebensbedingungen und Nahrung

Die Voraussetzung für die Vermehrung der Hausstaubmilbe ist das Vorhandensein von ausreichend Nahrung und einem für sie angenehmen Klima. Milben ernähren sich von Hautschuppen und Schimmelpilzen und lieben eine warme und feuchte Umgebung. Der Mensch verliert täglich ca. 1,5 g Hautschuppen. Schimmelpilze helfen dabei, die Hautschuppen teilweise abzubauen, so dass sie von den Milben aufgenommen und verdaut werden können. Außerdem produzieren sie für die Milben wichtige Vitamine.

Ein für Milben ideales Klima herrscht bei einer Temperatur von 25°C verbunden mit einer 70-prozentigen Luftfeuchtigkeit. Da Milben ein feuchtes, gemäßigtes Klima mögen, ist für sie ein Überleben in Wüstengegenden und im Hochgebirge über 1200 m mit geringer Luftfeuchtigkeit und niedrigen Temperaturen kaum möglich.

Hausstaubmilben: Wie vermehren sie sich?

Da Milben eine hohe Luftfeuchte und milde Temperaturen bevorzugen, vermehren sie sich in unseren Breiten am besten im Sommer und Spätsommer. In den Monaten September/Oktober erreichen die Populationen ihr Maximum. Entsprechend hoch ist die in Wohnungen vorliegende Allergenkonzentration zu Beginn der Heizperiode. Milbenallergiker leiden in dieser Zeit daher am stärksten.

Quellen:

  • http://entnemdept.ufl.edu/creatures/urban/house_dust_mite.htm
  • Haftenberger M. , Laußmann D., Ellert D., Kalcklösch M. , Langen U., Schlaud M., Schmitz R., Thamm M. „Prävalenz von Sensibilisierungen gegen Inhalations- und Nahrungsmittelallergene“,  Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 5/6 • 2013, S. 687-697
  • Gellrich S., Zuberbier T. „Innenraumallergene“ Hautarzt 2001, 52:915–924
  • Elixmann J. H. „Das Experiment: Untersuchung von Hausstaub“ Biologie in unserer Zeit 1991, 21: 205-210
  • Saloga, Klimek, Buhl, Mann, Knop „Allergologie Handbuch – Grundlagen und klinische Praxis“ Schattauer Verlag, Stuttgart, New York; 2006
  • Trautmann A. „Allergiediagnose Allergietherapie“  Thieme Verlag, Stuttgart, New York; 2006
  • Colloff M. „Dust mites“ Springer; 2009
  • Schmidt S. „Sinnvolle Wohnraumsanierungsempfehlungen bei Hausstaubmilben-, Tier- und Schimmelpilzallergie (Teil 1)“ ALLERGO J. Vol. 7 3/98 S. 156-163

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