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Allergie bei Kindern

Allergie bei Kindern: Was ist das?

Allergie bei Kindern: Was ist das?

Auch Kinder sind vor Allergien nicht gefeit. Manche Allergieformen können sich schon bei kleinen Kindern oder sogar Babys bemerkbar machen. Wie häufig sind Allergien bei Kindern? Wie äußern sie sich, wie behandelt man und wie kann man Kinder davor schützen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

 

Autor: Irene Brandenburg

Allergie bei Kindern: Wie oft kommt das vor?

Allergien gibt es bei Kindern recht häufig. Etwa jedes sechste Kind leidet an einer allergischen Erkrankung. Damit zählen Allergien zu den häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern. Ein besonders hohes Risiko für allergische Erkrankungen haben Kinder, deren Eltern ebenfalls von einer Allergie betroffen sind: leidet ein Elternteil an einer Allergie, so beträgt das Risiko des Kindes 20 bis 40 Prozent. Haben beide Eltern die gleiche Allergie, so steigt das Risiko des Kindes sogar auf 60 bis 80 Prozent.

Was sind die häufigsten Allergien bei Kindern?

Sehr häufig ist der allergische Schnupfen (Heuschnupfen), an dem etwa 11 Prozent der Kinder erkranken. An allergischem Asthma bronchiale leiden 6 Prozent, an einer Nahrungsmittelallergie 4 Prozent und an einem allergischen Kontaktekzem knapp 3 Prozent der Kinder.

Ebenfalls zu den allergischen Erkrankungen zählt die Neurodermitis. Sie liegt auf Platz eins der Häufigkeitsskala: Knapp 13 Prozent der Kinder bekommen irgendwann in ihrem Leben einmal diese Diagnose. Neurodermitis wird jedoch nicht durch ein einzelnes Allergen verursacht, wie die meisten anderen Allergien. Die Erkrankung entsteht durch ein Zusammenwirken verschiedener Faktoren, wobei die genauen Zusammenhänge bis heute nicht vollständig geklärt sind.

Was sind die häufigsten Allergieauslöser bei Kindern?

Grundsätzlich können Allergien bei Kindern durch ähnliche Stoffe hervorgerufen werden wie bei Erwachsenen. Folgende Allergene machen Kindern aber häufiger Probleme als andere.
Man kann sie in verschiedene Gruppen einteilen:

Inhalationsallergene gelangen über die Atemwege in den Körper, zum Beispiel:

Nahrungsmittelallergene werden mit dem Essen aufgenommen, zum Beispiel:

Daneben gibt es zahlreiche weitere Stoffe, die bei Kindern Allergien auslösen können. Dazu zählen Insektengiftallergene (zum Beispiel das Gift von Bienen oder Wespen), Arzneimittelallergene (zum Beispiel Antibiotika) und Kontaktallergene (zum Beispiel Nickel, Kosmetik, Parfüm).

Ab welchem Alter können Kinder Allergien haben?

Allergien können in jedem Lebensalter auftreten. Auch Babys können bereits Allergien bekommen.

Wann beginnt die Neurodermitis bei Kindern?

Sie beginnt häufig bereits im Säuglings- und Kleinkindalter. Anfangs ist sie meist nicht eindeutig zu erkennen. Häufig bessert sich die Symptomatik nach einigen Jahren (ausführen, belegen)

Wann beginnen Nahrungsmittelallergien bei Kindern?

Auch sie können im Säuglingsalter auftreten. Betroffen ist etwa ein Prozent der Babys. Mit zunehmendem Alter steigt aber das Risiko, eine Nahrungsmittelallergie zu entwickeln.

Wann beginnt Asthma bei Kindern?

Asthma kann ebenso bereits im ersten Lebensjahr auftreten, wird dann aber meist durch Infekte verursacht. Bei Kindern ab zwei Jahren sind dagegen meist Allergien Auslöser eines Asthmas.

Wann beginnt Heuschnupfen/allergischer Schnupfen bei Kindern?

Bei Kleinindern ist er eher selten. Je älter Kinder sind, desto größer wird ihr Risiko, an Heuschnupfen zur erkranken. In der Gruppe der 3- bis 6-jährigen Kinder leiden knapp 5 Prozent an Heuschnupfen. Von den 7- bis 10-jährigen Kindern sind bereits mehr als 10 Prozent betroffen, von Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren sogar 18,4 Prozent.

Wann beginnen Allergien auf Hausstaubmilben oder Tierhaare bei Kindern?

Sie treten ebenfalls eher selten im Säuglingsalter auf. Das Risiko steigt aber mit zunehmendem Alter.

Wann beginnt Urtikaria bei Kindern?

Urtikaria kann schon bei Babys auftreten. Bei den ganz Kleinen wird sie meist durch grippale Infekte, Mittelohrentzündungen oder Halsentzündungen hervorgerufen. Auch Medikamente, Konservierungsmittel und Farbstoffe können bei Kindern als pseudoallergische Reaktion zu Urtikaria führen. Bei größeren Kindern sind dann häufig Allergien der Auslöser.

Allergie bei Kindern: Was ist die Ursache?

Allergien entstehen durch eine überschießende Reaktion des Immunsystems. Um Krankheiten gezielt abzuwehren, muss das Immunsystem körperfremde Substanzen erkennen. Zusätzlich muss es entscheiden, welche der körperfremden Stoffe für den Menschen gefährlich sind und welche nicht. Hält das Immunsystem eine harmlose Substanz für gefährlich, so entsteht eine Allergie. Die häufigste Allergieform, die sogenannte Typ-I-Allergie entsteht in zwei Schritten: Zunächst wird ein körperfremder Stoff (Allergen) über die Schleimhäute, die Atmung oder die Haut in den Körper aufgenommen. Das Immunsystem stuft ihn als gefährlich ein und trifft Vorbereitungen, um ihn beim nächsten Kontakt abwehren zu können. Dabei werden verschiedene Immunzellen und Antikörper gebildet. Der Körper ist dann gegen das entsprechende Allergen sensibilisiert. Bei diesem ersten Kontakt kommt es aber noch nicht zu Allergie-Symptomen. Erst bei einer erneuten Aufnahme des Allergens werden vorbereiteten Strukturen genutzt und es kommt zu einer Entzündungsreaktion mit Allergiesymptomen. Allerdings führt eine Sensibilisierung nicht immer zu Symptomen. Häufig wissen die Betroffenen gar nicht, dass sie gegen ein Allergen sensibilisiert sind, da sich die Allergie nie bemerkbar macht.

Bis heute ist nicht ganz klar, warum manche Menschen eine Allergie entwickeln und andere nicht. Als sicher gilt aber, dass dabei sowohl die genetische Veranlagung also auch verschiedene Umweltfaktoren eine Rolle spielen.

Allergie bei Kindern: Wie sehen die Symptome aus?

Die Symptome von Allergien können ganz unterschiedlich sein. Inhalierte Allergene machen zum Beispiel andere Beschwerden als Allergene, die man mit der Nahrung aufnimmt. Die allergischen Reaktionen werden außerdem in unterschiedliche Typen eingeteilt, die sich im zeitlichen Ablauf unterscheiden. Symptome können also fast sofort nach dem Kontakt mit dem Allergen auftreten oder erst Stunden oder Tage später. Manche Allergien zeigen sich bei Babys und Kleinkindern anders als bei Erwachsenen.

Allergie bei Kindern: Symptome der Neurodermitis

Typische Symptome einer Neurodermitis sind:

  • Rote entzündliche Ekzeme
  • Schuppende Haut
  • ausgeprägter Juckreiz
  • Knötchen
  • Bläschen

Bei Säuglingen kann Milchschorf ein frühes Zeichen der Neurodermitis sein. Milchschorf zeigt sich als gerötete, juckende Haut, die mit Schuppen bedeckt ist. Er entsteht etwa ab dem dritten Lebensmonat bevorzugt an der Kopfhaut, im Gesicht und an den Armen. Bei manchen Kindern entstehen daraus die typischen Ekzeme der Neurodermitis.
Bei Säuglingen sind besonders das Gesicht, die Ohren und der Kopf betroffen. Bei Kleinkindern sind befinden sich die Ekzeme vermehrt am der Hals sowie den Ellenbeugen, Kniekehlen und Händen.

Doch nicht aus jeder Hautreizung bei Babys muss gleich eine Neurodermitis entstehen.

Folgende Hinweise deuten auf eine Neurodermitis hin:

  • Weitere Mitglieder der Familie (Eltern oder Geschwister) leiden an einer Neurodermitis
  • Die Ekzeme jucken sehr
  • Die Ekzeme werden nach Stresssituationen schlimmer, zum Beispiel nach Infekten oder Impfungen
  • Die Ekzeme verschlechtern sich durch physikalische Reizung, zum Beispiel durch starkes Schwitzen, reibende Kleidungsstücke, Cremes, usw.
  • Die Ekzeme bleiben über einen längeren Zeitraum bestehen. Dabei verbessern und verschlechtern sich immer wieder

Allergie bei Kindern: Symptome bei Nahrungsmittelallergien

Nahrungsmittelallergien können sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise zeigen: Bei sogenannten Soforttyp-Reaktionen treten die Symptome im Zeitraum von wenigen Minuten bis zu zwei Stunden nach dem Allergen-Verzehr auf. Es gibt aber auch Spätreaktionen, die sich erst sechs bis 24 Stunden später bemerkbar machen, zum Beispiel indem eine Neurodermitis schlimmer wird. Die Symptome können sehr unterschiedlich stark ausfallen: Das Spektrum reicht von leichtem Kribbeln im Mund nach der Mahlzeit bis zu schweren Durchfällen oder im Extremfall zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock.

Die Symptome der Nahrungsmittelallergien können unterschiedliche Organe betreffen:

  • Mund: Schwellungen, Brennen und Kribbeln im Bereich Mundschleimhäute
  • Nase: Schleimhautschwellung, Schnupfen, Niesreiz
  • Atemwege: Atembeschwerden, Husten, Luftnot, Asthma
  • Haut: Ausschlag, Juckreiz, Rötungen, Quaddeln
  • Magen-Darm-Trakt: Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, blutiger Stuhl, Verstopfung
  • Kreislauf: Anaphylaktischer Schock (selten)

Bei Säuglingen kann sich eine Lebensmittelallergie auch durch unzureichende Gewichtszunahme äußern oder durch fehlende Lust zu Trinken/Essen (Wegdrehen des Kopfes, Schreien beim Füttern, vorzeitiges Abbrechen der Mahlzeit).

Bei kleinen Kindern beschränkt sich die Nahrungsmittelallergie meist auf ein oder zwei Grundnahrungsmittel (z.B. Milch, Hühnerei). Bei älteren Kindern beruht eine Nahrungsmittelallergie häufig auf einer Pollenallergie: Manche Pollenallergene haben große Ähnlichkeiten mit Stoffen aus pflanzlichen Nahrungsmitteln. Dadurch reagiert der Körper dann auch auf diese Nahrungsmittel allergisch.

Allergie bei Kindern: Symptome bei Asthma

Typische Symptome von Asthma sind:

  • Schmerzen, Enge- oder Druckgefühl im Bereich des Brustkorbs
  • Erschwerte Ausatmung
  • Anfallsartige Atemnot, häufig nachts oder morgens
  • Keuchende Atmung mit Atemgeräuschen vor allem beim Ausatmen
  • Husten, vor allem bei Anstrengung oder nachts
  • Atembeschwerden, Kurzatmigkeit bis hin zur Atemnot bei körperlicher Anstrengung
  • Typisch bei Kindern: Einziehungen der Haut am Brustkorb beim Atmen

Auch Asthma kommt in verschiedenen Ausprägungen vor: Manche Kinder haben fast ständig Beschwerden, bei anderen treten sie nur nach Kontakt mit einem Allergen oder nach Anstrengung auf. Bei Säuglingen und Kleinkindern fällt ein beginnendes Asthma häufig nach einem Infekt auf.

Allergie bei Kindern: Symptome bei allergischem Schnupfen/Heuschnupfen

Allergischer Schnupfen kann sich bei Kindern wie auch bei Erwachsenen durch diese typischen Symptome äußern:

  • Tränende, gerötete Augen (Konjunktivitis)
  • Fließschnupfen, Niesattacken (Rhinitis)
  • Jucken im Rachenbereich und in den Ohren
  • Husten, Atembeschwerden
  • Allergisches Asthma

Die Symptome treten dann auf, wenn ein Kontakt mit dem Allergen stattfindet, also zum Beispiel wenn die entsprechenden Pflanzen blühen und man mit ihren Pollen in Kontakt kommt. Pollen werden zum Teil kilometerweit durch die Luft getragen. Nicht immer wächst also der „Übeltäter“ im Nachbargarten. Sogenannte Frühblüher wie Haselnuss oder Erle können schon im späten Winter Beschwerden auslösen, Gräserpollen verteilen von April bis in den Herbst hinein ihre Pollen.

Unabhängig von der Saison kommt es bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben und einer Allergie gegen Tierhaare zu Beschwerden. Auch diese Allergene lösen die Symptome eines Heuschnupfens aus. Da sich vor allem Hausstaubmilben in der Wohnung und sogar im Bett befinden treten die Symptome vermehrt in Innenräumen und besonders häufig nachts und morgens beim Aufwachen auf.

Woran erkennt man einen allergischen Husten?

Es ist nicht immer einfach herauszufinden, ob Husten durch eine Allergie ausgelöst wird oder eine andere Ursache hat. Allergischer Husten ist meist ein trockener Reizhusten, der anfallsartig auftritt. Bei genauer Beobachtung kann man oft einen Zusammenhang mit dem Allergenkontakt feststellen. Manchmal wird der Husten begleitet von einem Jucken oder sogar von Schleimhautschwellungen im Rachenbereich.

Allergie bei Kindern: Symptome bei Urtikaria

Die Urtikaria, auch Nesselsucht genannt, führt zu juckenden Rötungen und Quaddeln auf der Haut. Die Erscheinungen sehen ähnlich aus wie ein Ausschlag, der bei Hautkontakt mit einer Brennessel entsteht. Es kann nur eine Körperregion, aber auch der ganze Körper betroffen sein. Die Quaddeln können klein sein oder sogar die Größe eines Handtellers erreichen. Treten zusätzlich Schwellungen auf (meist im Gesicht), so wird dies als Angioödem bezeichnet.

Urtikaria verschwindet meist in einem Zeitraum von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen von selbst wieder. Bleiben die Beschwerden länger als sechs Wochen bestehen, so wird dies als chronische Urtikaria bezeichnet.

Ist Nesselsucht bei Kindern gefährlich?

Bleibt es bei den Symptomen der Haut, so ist eine Urtikaria nicht gefährlich. Besonders der Juckreiz kann allerdings sehr unangenehm sein. Sobald weitere Symptome hinzukommen, ist jedoch Vorsicht geboten: Urtikaria kann auch im Rahmen einer schweren allergischen Reaktion auftreten, zum Beispiel bei Allergien gegen Insektengift, und mit Kreislaufschwäche, Schwellungen im Rachenbereich oder Atemnot einhergehen. Dann handelt es sich um einen Notfall, der schnell behandelt werden muss.

Allergie bei Kindern: Besteht Verwechslungsgefahr?

Mit Allergie-ähnlichen Symptomen geht auch das hereditäre Angioödem (HAE) einher. Es äußert sich durch plötzliche starke Haut- und Schleimhautschwellungen. Diese Schwellungen können zum Beispiel im Gesicht, an Armen oder Beinen auftreten. Es kann jedoch auch Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt anschwellen. Die Betroffenen haben dann starke, kolikartige Bauchschmerzen. Schwillt die Schleimhaut im Rachen oder am Kehlkopfdeckel an, so kann es zu akuter Luftnot und damit zu einem Notfall kommen, der schnell behandelt werden muss.

Ursache des HAE ist ein angeborener Gendefekt. Die Erkrankung wird also meist vererbt. Bereits bei Kindern im Alter von etwa vier Jahren treten die ersten Symptome auf. Da die Erkrankung nicht durch eine allergische Reaktion entsteht, helfen die typischen Allergie-Medikamente nicht.

Allergie bei Kindern: Wie testet man Kinder auf Allergien?

Eine frühe Diagnostik von Allergien ist wichtig. Bei manchen Allergieformen kann man durch eine rechtzeitige Behandlung weitere Organschäden verhindern. Weiß man genau, gegen welches Allergen sich die Reaktionen richten, so kann man gezielt dieses Allergen meiden. So lassen sich unnötige Einschränkungen, wie zum Beispiel Diäten, vermeiden.

Um herauszufinden, ob eine Allergie besteht und gegen welches Allergen sie sich richtet, sind zunächst eine gute Beobachtung und ein ausführliches ärztliches Gespräch wichtig. Welche Beschwerden treten genau auf und wann? Stehen sie in einem Zusammenhang mit bestimmten Kontaktstoffen oder Tätigkeiten? Beginnen die Symptome eher im Freien oder in Innenräumen? Je genauer man hinsieht, desto besser kann man das Allergen identifizieren. Ein Allergietagebuch erleichtert diese Beobachtung: Dort schreibt man systematisch alle möglichen Kontakte mit allergieauslösenden Substanzen auf, zum Beispiel was man gegessen oder gemacht hat. Daneben notiert man Einzelheiten über die Beschwerden. Oft erleichtern diese Aufzeichnungen dann die Diagnose.

Anschließend an das Gespräch wird der Arzt eine körperliche Untersuchung vornehmen. Dabei kann er feststellen, ob die Beschwerden mit einer Allergie zu erklären sind oder auch eine andere Ursache möglich ist.

Allergie bei Kindern: Ab welchem Alter kann man Allergietests durchführen und wer macht das?

Hat man den Verdacht, dass eine Allergie vorliegt, so wendet man sich am besten an einen Kinder- und Jugendarzt, der Erfahrung mit Allergologie hat. Auch Haut-, HNO- und Lungenfachärzte machen Allergietests. Die Tests kann man in jedem Alter durchführen. Wenn es wirklich wichtig ist, macht man es auch bei Säuglingen. Bei Kindern wendet man die gleichen Testmethoden an wie bei Erwachsenen. Einen besonderen Allergietest für Kinder gibt es dabei nicht. Empfohlen werden die Test für Kinder ab einem Alter von drei bis vier Jahren. Zu den Hauttests gehören:

Der Pricktest

Dabei bringt der Arzt verschiedene Allergene auf die Haut auf. Dann ritzt er die Haut etwas ein, damit die Testsubstanzen leichter eindringen können. Nach einigen Minuten kann man den Test ablesen und nachsehen, ob sich bei einem Allergen eine rote, juckende Hautquaddel zeigt. Mit diesem Test kann man zum Beispiel Inhalationsallergien wie Heuschnupfen oder Nahrungsmittelallergien gut nachweisen. Da Kinder häufig Angst vor der Lanzette und dem Einritzen der Haut haben sollte man versuchen nur die wichtigsten Allergene zu testen.

Der Intrakutantest

Hierbei spritzt der Arzt die Allergensubstanzen in die mittleren Hautschichten ein. Auch dieser Test wird nach einigen Minuten abgelesen. Er eignet sich zum Beispiel, um Allergien auf Insektengifte festzustellen.

Der Epikutantest oder Pflastertest

Dabei werden die Allergene mit einem Pflaster auf die Haut geklebt und dort für einige Zeit belassen. Zeigt sich nach etwa 48 Stunden eine Rötung bei einem Allergen, so könnte eine Allergie vorliegen. Auf diese Weise kann man Kontaktallergien nachweisen.

Auch durch eine Blutabnahme der Arzt Hinweise auf eine Allergie gewinnen. Allergien äußern sich in einer größeren Anzahl an IgE-Antikörpern. Daneben kann man auch spezifische Antikörper gegen einzelne Allergene messen.

Nicht jedes Allergen, gegen das eine Sensibilisierung vorliegt, macht tatsächlich Beschwerden. Hat man schließlich ein bestimmtes Allergen in Verdacht, so kann man durch einen sogenannten Provokationstest herausfinden, ob es tatsächlich Symptome auslöst. Der Arzt gibt das allergen dann zum Beispiel direkt auf die Nasenschleimhaut oder in die Atemwege und beobachtet, was geschieht. Dieser Test ist zwar sehr zuverlässig, allerdings auch nicht ganz ungefährlich, da schwere allergische Reaktionen auftreten könnten. Er sollte daher nur von Fachleuten durchgeführt werden.

Um schließlich eine korrekte Diagnose zu stellen, muss sich der Arzt alle Untersuchungsergebnisse und die Krankengeschichte gut ansehen und in ihrer Gesamtheit bewerten.

Allergie bei Kindern: Was tun? Wie sieht die Behandlung aus?

Am besten wäre es natürlich, das Allergen ganz zu meiden. Dies geht bei manchen Allergenen gut (zum Beispiel bei Tierhaaren oder Medikamenten), bei anderen ist es schwieriger (zum Beispiel bei Hausstaubmilben oder Pollen). Dann kann man versuchen, die Allergene zu reduzieren, indem man sich so gut wie möglich abschirmt. Ist das nicht ausreichend, so gibt es Medikamente, die die Beschwerden lindern können. Abhängig von der Allergieform unterscheiden sich auch die Medikamente.

Allergie bei Kindern: Was tun bei Neurodermitis?

Die Therapie der Neurodermitis ist eine Stufentherapie: Abhängig davon, wie ausgeprägt die Beschwerden sind, werden unterschiedliche Maßnahmen empfohlen.
Grundlage der Therapie ist eine sorgfältige Hautpflege. Dabei setzt man Salben, Cremes und Lotionen ein, die sich in ihrem Wassergehalt unterscheiden. Bei Kindern muss man dabei sehr auf die Inhaltsstoffe der Pflegeprodukte achten. Duft- und Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Emulgatoren, Paraffinöl oder Vaseline sollten nicht enthalten sein. Produkte mit Harnstoff oder Glycerin sollte man zunächst an einer kleinen Hautstelle auf Verträglichkeit testen. Bei Säuglingen sollte man auf Harnstoff ganz verzichten. Vorsicht geboten ist auch beim Waschen: Herkömmliche Seifen sind nicht empfehlenswert. Sie sollte man durch pH-neutrale Produkte oder rückfettende Ölbäder ersetzen. Daneben sollte das Wasser beim Duschen oder Baden nicht zu heiß sein und: Die Haut bitte nur vorsichtig abtrocknen. Nicht rubbeln!

Allergie bei Kindern: Welche Medikamente werden bei Neurodermitis eingesetzt?

Da die Betroffenen meist an starkem Juckreiz leiden, werden zunächst juckreizstillende Produkte verwendet. Daneben kommen kortisonhaltige Cremes zum Einsatz. Auch Cremes mit den Wirkstoffen Tacrolimus oder Pimecrolimus haben oft positive Effekte. Sie können auch über längere Zeiträume aufgetragen werden. Treten zusätzliche Entzündungen an der Haut auf, so werden diese mit Antibiotika behandelt.

Helfen all die genannten Maßnahmen nicht ausreichend, so setzt man Cyclosporin A ein. Dieses Medikament unterdrückt das Immunsystem und zeigt bei schweren Formen der Neurodermitis gute Erfolge.

Allergie bei Kindern: Was tun bei Nahrungsmittelallergien?

Auch hier gilt es in erster Linie, das Allergen zu meiden. Handelt es sich um ein einzelnes Lebensmittel, so ist das recht gut möglich. Schwieriger ist es, wenn das Nahrungsmittel in vielen Produkten enthalten ist (zum Beispiel Kuhmilch) oder wenn gleichzeitig Allergien gegen mehrere Nahrungsmittel bestehen. Dann sollte man die Ernährung genau mit dem Kinderarzt besprechen, um eine Mangelernährung zu vermeiden.

Seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit, Nahrungsmittelallergien mit einer spezifischen Immuntherapie zu behandeln. Dabei wird das Immunsystem ganz langsam an das entsprechende Allergen gewöhnt. Ziel ist es, die allergische Reaktion abzuschwächen oder sogar zu erreichen, dass keine Reaktion mehr auftritt.

Allergie bei Kindern: Was tun bei Asthma?

Wird das Asthma durch eine Allergie verursacht, so gilt es auch hier das Allergen so weit wie möglich zu meiden. Die medikamentöse Behandlung von Asthma erfolgt nach einem Stufenschema. Abhängig von den Beschwerden verwenden Betroffene die Medikamente nur bei Bedarf oder aber täglich.

Bei weniger starkem Asthma reicht es aus, die Medikamente zu inhalieren. Für kleine Kinder gibt es dafür spezielle Inhaliergeräte. Bei starkem Asthma werden zusätzlich Tabletten eingenommen.

Allergie bei Kindern: Welche Medikamente werden bei Asthma eingesetzt?

Asthma kann mit folgenden Medikamenten behandelt werden:

Sogenannte Bronchodilatatoren entkrampfen die Muskulatur der Bronchien. Dadurch erweitern sich die Bronchien und das Atmen wird erleichtert.

Kortisonpräparate wirken gegen die Entzündung der Bronchien. Wird Kortison inhaliert, so ist die Gefahr von Nebenwirkungen geringer. Nur bei schweren Symptomen ist es nötig, Kortisonpräparate als Tabletten einzunehmen.

Auch Leukotrien-Antagonisten wirken gegen die Entzündung der Bronchien.

Schleimlöser sorgen dafür, dass der Schleim besser abgehustet werden kann.

Allergie bei Kindern: Was tun bei Heuschnupfen, Hausstaubmilben- und Tierhaarallergie?

Natürlich steht auch hier das Meiden der Allergene an erster Stelle der Therapie. Besonders bei einer ausgeprägten Pollenallergie oder einer Allergie gegen Hausstaubmilben ist das jedoch häufig nicht ausreichend möglich.

Starke Beschwerden behandelt man auch bei Kindern mit Medikamenten:

  • Antihistaminika hemmen die Wirkung des Histamins. Sie lindern dadurch die Allergie-Beschwerden und vermindern Entzündungsreaktionen. Es gibt Präparate zur lokalen Anwendung, wie Augen- oder Nasentropfen, und Tabletten zum Einnehmen.
  • Kortisonpräparate hemmen sehr effektiv die Entzündungsreaktion. Auch Kortisonpräparate gibt es zur lokalen Anwendung und zum Einnehmen.

Allergie bei Kindern: Welche Nebenwirkungen haben Allergiemedikamente?

Zur Behandlung von Allergien werden häufig Antihistaminika der zweiten Generation, wie zum Beispiel Cetirizin eingesetzt. Diese Substanzen wirken sehr gezielt auf die Allergie-Symptome und haben daher weniger Nebenwirkungen als ihre Vorgänger. Dennoch können Beschwerden wie Kopfschmerzen, Benommenheit, Schläfrigkeit, Mundtrockenheit oder Müdigkeit auftreten.
Kortisol wird als körpereigenes Hormon von der Nebenniere hergestellt und hat Einfluss auf verschiedenste wichtige Vorgänge im Körper, wie den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel sowie den Mineralstoff- und Wasserhaushalt. Bei der Behandlung von Allergien mit Kortisonpräparaten nutzt man vor allem die entzündungshemmende Wirkung. Welche Nebenwirkungen auftreten und wie stark sie sind hängt davon ab, wie, in welcher Dosierung und wie lange man Kortisonpräparate anwendet. Hohe Dosierungen gehen mit mehr Nebenwirkungen einher als geringere. Werden die Substanzen nur lokal eingesetzt, zum Beispiel als Creme, Augen- oder Nasentropfen, so kommen weniger und andere unerwünschte Wirkungen vor als bei der Einnahme als Tabletten. Je länger man Kortison anwendet, desto mehr Nebenwirkungen können auftreten. Generell versucht man deshalb möglichst geringe Dosierungen zu verwenden und wählt lieber eine lokale Anwendungsform. Manchmal ist aber eine orale Einnahme von Kortisonpräparaten dennoch unvermeidbar und sinnvoll.

Mögliche Nebenwirkungen von Kortison sind zum Beispiel:

Bei Anwendung auf der Haut: Dünner werden der Haut, Erweiterungen von kleinen Blutgefäßen, Hautveränderungen wie Pickelchen oder Pigmentstörungen

Bei Anwendung als Nasentropfen: Trockene Nasenschleimhäute, Nasenbluten

Bei Anwendung als Augentropfen: Steigerung des Augeninnendrucks, erhöhtes Risiko für Infektionen und andere Augenerkrankungen

Bei Inhalation: trockener Mund, Heiserkeit, erhöhtes Risiko für Infektionen

Bei oraler Einnahme: Bildung von Ödemen, Steigerung des Blutzuckers und der Blutfette, Zunahme des Körpergewichts, erhöhtes Risiko für Osteoporose, Störung der Wundheilung, Hautveränderungen

Allergie bei Kindern: Die spezifische Immuntherapie

Während die gängigen Medikamente nur die Symptome einer Allergie lindern, versucht man mit der spezifischen Immuntherapie (auch Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung), die Ursache der Allergie zu behandeln. Man verabreicht den Betroffenen das Allergen zunächst in einer winzig kleinen Menge. In regelmäßigen Abständen wird die Dosierung dann gesteigert. Dadurch gewöhnt sich das Immunsystem an das Allergen. Ziel ist es, dass sich die allergische Immunreaktion bei einem natürlichen Kontakt mit dem Allergen abschwächt und im Idealfall gar nicht mehr auftritt. Auf diese Weise ist es möglich, eine Allergie zu heilen. Die Therapie dauert in der Regel mehrere Jahre. Abhängig von der Allergieform kann man das Allergen unter die Haut spritzen, unter die Zunge geben oder als Tablette einnehmen.

Allergien bei Kindern: Was tun bei Urtikaria?

Sind Auslöser der Urtikaria bekannt, so muss man diese auf jeden Fall meiden. Akute Beschwerden kann man durch Kühlung etwas lindern. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, so kommen Allergiemedikamente wie Antihistaminika oder Kortisonpräparate zum Einsatz.

Allergie bei Kindern: Helfen alternative Therapien?

Neben der medikamentösen Therapie gibt es weitere Maßnahmen, die eine Allergie-Behandlung unterstützen können. Dazu gehören zum Beispiel Methoden zur psychischen Stärkung betroffener Kinder, autogenes Training, Atemtherapie und Schulungen zum Umgang mit der Erkrankung (z.B. Asthmaschulung, Neurodermitis-Schulung). Diese Maßnahmen können sicher zum Wohlbefinden der Patienten beitragen.

Auch naturheilkundliche Methoden, wie die Homöopathie oder verschiedene Hausmittel werden immer wieder empfohlen. In der Regel gibt es aber keine wissenschaftlichen Studien, die eine Wirkung dieser Therapien belegen können.

Allergie bei Kindern: Kann man vorbeugen?

Es gibt neben der genetischen Veranlagung noch weitere Faktoren, die die Entstehung von allergischen Erkrankungen begünstigen. Man hat festgestellt, dass das Risiko für Allergien durch Umweltfaktoren und die Ernährung der Kinder beeinflusst wird. Wichtig sind dabei vor allem die ersten Lebensmonate der Kinder.

Durch folgende Maßnahmen können Eltern das Allergierisiko ihrer Kinder senken:

  • Ausschließliches Stillen in den ersten vier Monaten. Muttermilch enthält wenig Allergene und hat einen positiven Einfluss auf die Darmflora
  • Zusätzliches Stillen während der Einführung von Beikost
  • Gesunde Ernährung der Mutter während Schwangerschaft und Stillzeit
  • Kann ein Baby nicht gestillt werden, Ernährung mit allergenarmer Anfangsnahrung
  • Verzicht auf Rauchen während Schwangerschaft, Stillzeit und in der Umgebung des Babys
  • Schutz des Babys vor Umweltschadstoffen

Quellen:

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.