Schimmelpilz Allergie

Dr. Petra Zieglmayer, Chief Scientific Officer, QB, Allergieambulatorium Wien West

Schimmelpilz Allergie: Wie kommt es dazu? Schimmelquellen? Therapie?

Schimmelpilz Allergien können sich das ganze Jahr über bemerkbar machen. Es gibt aber auch „Spitzenzeiten“ in denen die Symptome ganz besonders stark in Erscheinung treten können. Wann haben Schimmelpilzsporen „Hochsaison“? Welche Schimmelpilzarten sind für Allergien relevant? Wo sind die Quellen des Befalls und was tut man dagegen? MeinAllergiePortal sprach darüber mit Dr. Petra Zieglmayer, Chief Scientific Officer, QB, Allergieambulatorium Wien West über Schimmelquellen und Therapie.

Frau Dr. Zieglmayer, bei welchen Anzeichen sollte man in Erwägung ziehen, dass eine Schimmelpilz Allergie vorliegt?

Ein Verdacht auf eine Schimmelpilz Allergie kommt dann auf, wenn Patienten akut inhalative Symptome einer Allergie im Zusammenhang mit hoher Luftfeuchtigkeit entwickeln. Das kann z.B. in einem feuchten Keller der Fall sein oder auch bei Regen. Gerade bei Waldläufern, die im Spätsommer nach einem Regenguss über allergische Atemwegssymptome klagen, findet man relativ häufig eine Schimmelpilz Allergie. Expositionsabhängige inhalative Beschwerden in einer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit sind ein deutlicher Hinweis.  

Eine Schimmelpilz Allergie zeigt sich also nicht nur in Innenräumen, sondern auch in der freien Natur?

Eine Schimmelpilz Allergie zeigt sich vor allem in der freien Natur. Patienten, deren Schimmelpilz Allergie auf Schimmelpilz-Befall in den Innenräumen zurückgeht, leiden ganzjährig unter den typischen Symptomen. Auf Nachfrage geben diese Patienten oft an, dass sie in den betreffenden Räumen einen modrigen Geruch wahrnehmen. Wenn man den Geruch von Schimmelpilzen bereits wahrnimmt bedeutet dies, dass die Sporenmenge der Schimmelpilze in der Luft relativ hoch anzusetzen ist.

Welche Beschwerden hat man bei der Schimmelpilz Allergie?

Üblicherweise klagen Patienten, die auf Schimmelpilze allergisch sind, über die typischen Beschwerden einer allergischen Rhinitis, wie Niesreiz, Juckreiz, Rhinorrhoe. Es kann auch zu Symptomen wie Brustenge und Atemnot kommen, die typisch für einen akuten Asthmaanfall sind. Typisch sind inhalative Beschwerden. Symptome an der Haut treten bei der Schimmelpilz Allergie nicht auf.

 Es gibt unzählige Schimmelpilzarten. Kann man sagen, welche Arten besonders häufig Allergien auslösen?

Es gibt zwar unzählige Schimmelpilzarten, aber nur die allerwenigsten sind allergologisch relevant. Allergische Reaktionen von nennenswerter Relevanz lösen in erster Linie die Schimmelpilzarten Alternaria alternata, Cladosporium herbarum, Penicillium notatum und Aspergillus fumigatus aus. Erstere kommen sowohl in Innenräumen, als auch in der freien Natur vor, es gibt aber saisonale Höhepunkte.

Es gibt noch weitere Schimmelpilzarten, die zu klinischen Beschwerden führen können. Diese Schimmelpilzarten sind jedoch eher im beruflichen Umfeld relevant. Ein Beispiel ist die Lebensmittelproduktion – hier können im Rahmen von Fermentationsprozessen verwendete Schimmelarten allergische Symptome auslösen. Dabei handelt es sich aber um Raritäten, und man muss sehr individuell die Arbeitsumgebung des Patienten auf allergieauslösende Schimmelpilzsporen im jeweiligen Herstellungsprozess evaluieren.  

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