Kreuzallergie Hausstaubmilben Allergie

Dr. Barun A. Sarkar, Hals-Nasen-Ohren Arzt und Allergologe aus Frankfurt.

Kreuzallergien auf Hausstaubmilben-Allergene: Diagnose und Therapie

Bei einer Allergie auf Hausstaubmilben kann es zu Kreuzallergien kommen. Das bedeutet, das Immunsystem reagiert nicht allein auf das Hausstaubmilben-Allergen, sondern auch auf ähnliche Allergene aus anderen Allergenquellen. Welche Allergenquellen kommen in Frage? Wie äußern sich die Symptome? Wie erfolgt die Diagnose und welche Therapien stehen zur Verfügung? MeinAllergiePortal sprach mit Dr. Barun A. Sarkar, Hals-Nasen-Ohren Arzt und Allergologe aus Frankfurt.

Herr Dr. Sarkar, wie häufig kommt es bei Hausstaubmilben-Allergikern zu einer Kreuzallergie?

Die allgemeine Ursache einer Kreuzallergie sind gemeinsame Oberflächenmerkmale der zusammen gehörigen Allergene. Sobald das menschliche Immunsystem die passenden „allergischen“ Abwehrstoffe beispielsweise gegen Hausstaubmilben bildet, werden sich diese sogenannten IgE-Antikörper an alle Oberflächenproteine heften, welche eine „milben-ähnliche“ Struktur besitzen. Diese Oberflächenproteine, auch Epitope genannt, schaffen eine Ähnlichkeit unter den allergie-auslösenden Substanzen. Weil die bei den Hausstaubmilben relevanten Epitope auch bei anderen Tieren vorkommen, kann die Allergiereaktion gegen Hausstaubmilben leider auch durch die anderen Tiere ausgelöst werden.

Während Pollenallergiker stärker mit einer Kreuzallergie auf Nahrungsmittel reagieren, finden wir dieses Phänomen bei den Hausstaubmilben-Allergikern erfreulicherweise etwas seltener. Patienten mit einer Allergie auf früh blühende Bäume und Sträucher (meist Hasel, Erle und Birke) reagieren zu mehr als 50 Prozent auch auf die bekannten Obstsorten (Stein- und Kernobst) sowie Nüsse.

Etwa 10 Prozent der Bevölkerung reagieren auf Milben. Von diesen reagiert nach unseren Erfahrungen und Beobachtungen in den Allergie-Untersuchungen nur etwa ein Fünftel auf die dazu gehörigen Kreuzallergene. Das ist deutlich weniger als bei Pollenallergikern.

 

Auf welche Allergene kann man zusätzlich allergisch reagieren, wenn man eine Hausstaubmilbenallergie hat und wo können sich diese Allergene „verstecken“?

Kreuzreaktionen sind möglich mit anderen Milbenarten, wie etwa den Vorratsmilben.

Als Nahrungsmittel sind von Bedeutung die Krustentiere wie Krebse, Krabben, Shrimps, Scampi, Garnelen, Langusten, Hummer und Weichtiere wie Schnecken, Muscheln und Austern.

Weitere Kreuzallergien sind theoretisch auch denkbar mit roten Mückenlarven (z.B. im Fischfutter) oder Kakerlaken.

Bei Milbenallergikern kann es daher zu entsprechenden allergischen Reaktionen (Kreuzallergie) beim Verzehr von oder Kontakt mit diesen „Allergenen“ kommen.

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