Weizenallergie Kind

Prof. Kirsten Beyer, Leiterin der Sektion Kinderallergologisches Studienzentrum Charité - Universitätsmedizin Berlin

Weizenallergie beim Kind: Symptome, Komorbiditäten und Diagnostik!

Die Weizenallergie ist eine Allergie des Kindesalters. Ähnlich wie die Kuhmilchallergie, die Hühnereiallergie und die Erdnussallergie macht sie sich früh bemerkbar. An welchen Symptomen erkennt man sie? Wie erfolgt die Diagnose? Welche Zusammenhänge bestehen zur Neurodermitis? Und: Wie sieht die Prognose aus? MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Kirsten Beyer, Leiterin der Sektion Kinderallergologisches Studienzentrum Charité - Universitätsmedizin Berlin über die Weizenallergie beim Kind und mögliche Komorbiditäten.

Frau Prof. Beyer, an welchen Symptomen zeigt sich beim Kind eine Weizenallergie?

Die Symptome der Weizenallergie beim Kind können sehr unterschiedlich sein. Die klassische Reaktion bei der Weizenallergie ist die Soforttypreaktion. Bei der Soforttypreaktion zeigen die Kinder nach der ersten weizenhaltigen Mahlzeit allergische Reaktionen wie z.B. Nesselsucht, Erbrechen, Atemwegsproblemen etc. bis hin zur Anaphylaxie. Es gibt bei der Weizenallergie aber noch weitere Reaktionsmöglichkeiten. Besteht bei den Kindern eine Neurodermitis kann durch die Weizenallergie eine Ekzemverschlechterung hervorgerufen werden.

Wie schnell nach Einführung von weizenhaltiger Beikost zeigen sich die Symptome der Weizenallergie?

Bei der Soforttypreaktion zeigen sich die Symptome der Weizenallergie in einem Zeitraum zwischen innerhalb weniger Minuten bis zu zwei Stunden nach der Aufnahme des Nahrungsmittels – deshalb auch die Bezeichnung „Soforttypreaktion“.

Bei der Ekzemverschlechterung durch Weizenallergie kann die allergische Reaktion auch verzögert auftreten – auch am Tag nach der Weizenaufnahme kann es noch zu Reaktionen kommen. Essen die Kinder immer wieder Weizen, kann es zu einer chronischen Symptomatik kommen. Es wird dann sehr schwierig die Ekzemschübe mit einer bestimmten Mahlzeit in Verbindung zu bringen.

Das bedeutet nicht, dass die Neurodermitis durch den Weizenverzehr hervorgerufen wird. Neurodermitis ist eine eigenständige Erkrankung! Es gibt jedoch mögliche Triggerfaktoren, die die Neurodermitis  verstärken können und einer davon kann der Weizen sein.

Ein Hinweis auf eine Weizenallergie wäre, dass das Hautbild des Patienten durchgängig sehr schlecht ist und ein hoher Bedarf an Kortison besteht – man sollte dann an Weizen als möglichen Triggerfaktor denken. Gegen Weizen als möglicher Triggerfaktor spricht, wenn die Eltern berichten, dass die Neurodermitis des Kindes im Sommerurlaub merklich besser wird, obwohl Weizen verzehrt wurde.

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