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Prof. Detlef Schuppan beim DGIM 2018; Entzündungen durch Weizen – was ist neu?

Entzündungen durch Weizen – was ist neu?

Weizen ist wesentlicher Teil der täglichen Ernährung – ca. 150 g nimmt man täglich zu sich – und das ist für die Mehrheit der Menschen auch kein Problem. Es gibt jedoch nicht wenige Menschen, die Weizen nicht vertragen. „Schätzungsweise 15 Prozent der Konsumenten von Weizen leiden unter entzündlichen weizenbedingten Erkrankungen“ betonte Prof. Schuppan beim 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM), am 17. April in Mannheim. Professor Dr. med. Dr. rer. nat. Detlef Schuppan ist Professor of Medicine an der Harvard Medical School in Boston, USA, Leiter des Instituts für Translationale Immunologie und der Ambulanz für Zöliakie und Dünndarmerkrankungen am Universitätsklinikum Mainz, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Zöliakiegesellschaft und Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Zöliakie: oft unerkannt - assoziierte Erkrankungen!

Zwar ist die Zöliakie, eine entzündliche Reaktionen gegen Gluten in Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste etc., sicher zu diagnostizieren, aber noch viel zu oft erfolgt die Diagnose recht spät. Bleibt die Zöliakie jedoch unerkannt und verzehren die Patienten weiter glutenhaltige Nahrungsmittel, kann es zu Folgeerkrankungen kommen. Dazu gehören durch Malabsorption hervorgerufenen Erkrankungen wie zum Beispiel, Anämie, Osteoporose, bei aktiver Zöliakie: Infertilität und unerklärte Leberwerterhöhungen bis hin zu Leberversagen, das jedoch nur in seltenen Fällen auftritt1).

Zu den assoziierten Autoimmunerkrankungen, die bei Zöliakie auftreten können, gehören unter anderem Typ- 1-Diabetes, autoimmune Schilddrüsenerkrankungen, autoimmune Hepatitis und Dermatitis Herpetiformis. Bei Patienten mit über lange Zeit unentdeckter Zöliakie findet man eine Häufung sonst seltener maligner intestinaler Tumoren, aber auch von Non-Hodgkin-Lymphomen.

Weiter kommt es bei aktiver Zöliakie vermehrt zu neuropsychiatrische Syndromen. Dazu gehören Ataxie, Autismus, Schizophrenie und Migräne.
Auch gewisse genetische Syndrome, wie z.B. das Down-Syndrom, das Ullrich-Turner-Syndrom und das Williams-Beuren-Syndrom findet man bei unbehandelter Zöliakie in deutlicher Häufung.

Zöliakie: Die Lebensqualität leidet

Den Betroffenen fällt es oft schwer, absolut glutenfrei zu leben und ungewollte Kontamination zu vermeiden. Die Lebensqualität von Zöliakie-Patienten kann daher stark beeinträchtigt und, wie eine Studie2) zeigte, vergleichbar sein mit der Lebensqualität von Hämodialyse-Patienten. Dementsprechend wünschenswert wäre eine unterstützende medikamentöse Therapie. Ein vielversprechender Ansatz hierfür ist die Hemmung der Transglutaminase 2 der Darmschleimhaut. Ab Juni 2018 läuft hierzu eine große internationale placebo-kontrollierte Studie an 160 Patienten, die vom Institut für Translationale Immunologie (TIM) in Mainz und der Universität Tampere klinisch geleitet wird.

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Negativer Allergietest auf Weizenallergie: Ist es eine IgE-negative Nahrungsmittelallergie?

„Während sich IgE-positive Nahrungsmittelallergien gut diagnostizieren lassen, haben wir eine sehr hohe Prävalenz IgE-negativer Nahrungsmittelallergien“ so Prof. Schuppan, „das konnten wir in einer Gemeinschaftsarbeit mit Frau Prof. Fritscher-Ravens feststellen“. In der Studie1) an Patienten mit Nahrungsmittel-assoziiertem Reizdarmsyndrom (RDS), geschätzt bei 70 Prozent der RDS-Patienten, bei denen Zöliakie, Nahrungsmittelallergien und chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) ausgeschlossen wurden, zeigte sich, dass bei diesen atypische Nahrungsmittelallergien vorhanden waren.

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