Dr. Thomas Potrafke, Hals-Nasen-Ohrenarzt und Allergologe, HNO-Praxis im Ärztehaus Zuffenhausen und Mitglied im Allergozentrum Stuttgart zur spezifischen Immuntherapie bei Gräserpollen-Allergie!

Gräserpollen-Allergie: Wann hilft die spezifische Immuntherapie?

Gräser blühen über einen langen Zeitraum hinweg. Von Anfang März bis Mitte November können die Gräserpollen in der Luft sein, je nach Wetterlage und Region. Hat man eine Gräserpollen-Allergie, kann dies sehr belastend sein. Viele Patienten suchen deshalb nach Alternativen zu den üblichen Heuschnupfen-Medikamenten. Eine ursächlich ansetzende Alternative ist die spezifische Immuntherapie. MeinAllergiePortal sprach mit Dr. Thomas Potrafke, Hals-Nasen-Ohrenarzt und Allergologe,  HNO-Praxis im Ärztehaus Zuffenhausen und Mitglied im Allergozentrum Stuttgart darüber, wann sie Gräserpollen-Allergikern hilft.

Herr Dr. Potrafke, aus welchen Gründen empfehlen Sie Ihren Patienten mit einer Gräserpollen-Allergie die spezifische Immuntherapie, gibt es konkrete Kriterien?

Zunächst einmal grundsätzlich: Die Gräserpollen-Allergie ist die häufigste Luftwegallergie. Zu den Gräsern, die Allergien auslösen können, gehören z.B. Lieschgras und Knäuelgras, aber auch Getreide, vor allem Roggen. Auf Hafer-, Weizen- und Gerstenpollen ist man mit hoher Wahrscheinlichkeit auch allergisch, wenn man an Gräser- und Roggenallergie leidet. Aber mit den Pollen dieser Getreidearten kommt man kaum in Berührung: Diese Getreidearten sind Selbstbestäuber und ihre Pollen fliegen nicht weit, so dass die Luftwege der Pollenallergiker in der Regel nicht mit ihnen in Kontakt kommen.1)

Die Gefahr, die wir Allergologen sehen, ist die, dass sich bisher relativ harmlose Heuschnupfensymptome im Laufe der Jahre verstärken, dass unter Umständen sogar ein allergisches Asthma daraus wird und dass im Laufe des Lebens immer mehr Allergene dazu kommen. Deshalb streben wir in vielen Fällen an, eine spezifische Immuntherapie, früher Hyposensibilisierung genannt, durchzuführen.

Zu dieser Immuntherapie rate ich dem Patienten dann, wenn:

o    die Beschwerden nur schlecht mit normalen Allergiemedikamenten einzudämmen sind

o    es sich um junge Patienten handelt, die noch viele Heuschnupfenjahre vor sich haben

o    man den Eindruck hat, dass die Beschwerden von Jahr zu Jahr zunehmen

o    man den Eindruck hat, dass schon erste Symptome einer bronchialen Beteiligung in der Heuschnupfenzeit dazu kommen - vor allem Husten als Signal einer Asthmavorstufe

Welche Vorteile hat die Immuntherapie im Vergleich zu anderen Therapien zur Behandlung von Gräserpollen-Allergien?

Ähnlich wie bei einer Impfung wird bei der spezifischen Immuntherapie das Immunsystem wieder so eingestellt, dass die überschießende, krankmachende allergische Überreaktion verschwindet. Der große Vorteil der spezifischen Immuntherapie ist, dass sie die einzige kausale Therapieform ist, die die Allergie wirklich zum Verschwinden bringen kann. Alle anderen Therapieformen lindern nur die Allergiesymptome.

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