Allergologie Praxisbeispiele

Die 5 Regeln der Allergie-entwicklung, Quelle: CGC

Allergologie konkret: Patientenfälle aus der allergologischen Praxis!

Bad Homburg Juni 2016 – Die Zahl der allergischen Erkrankungen nimmt stetig zu, gleichzeitig nimmt die allergologische Versorgung der Patienten ab – auf diesen Punkt brachten es die Vortragenden anlässlich des Symposiums “Patientenfälle aus der allergologischen Praxis – Hätten Sie es gewusst?” am 20. Mai in Schloss Reinhartshausen / Eltville im Rheingau.

Interaktive Fallbeispiel aus der allergologischen Proxis

Dem gegenläufigen Trend gingen Referenten und Teilnehmer in einem ausgewogenen Mix aus interaktiven Fallbeispielen und Vorträgen auf den Grund. Einmal mehr wurde thematisiert, dass der Behandlung allergischer Erkrankungen wie beispielsweise der allergischen Rhinitis (AR) immer noch zu wenig Bedeutung beigemessen wird. Eine Fehleinschätzung mit Folgen, wie die “5 Regeln der Allergieentwicklung”, ein neues Konzept zur Förderung des Allergieverständnisses, zeigen. Denn die verschiedenen allergischen Erkrankungen stehen in synergistischer Abhängigkeit voneinander: So haben Erwachsene mit unbehandelter AR ein etwa dreifach erhöhtes Risiko, ebenfalls ein allergisches Asthma zu entwickeln [1], was wiederum ein Risikofaktor für eine schwere Anaphylaxie ist [2], der schwersten und lebensbedrohlichen Form einer allergischen Reaktion. Ein zusätzlicher Hemmschuh einer adäquaten allergologischen Versorgung der Bevölkerung liegt in der sinkenden Zahl von Arztpraxen, die allergologische Diagnosen kodieren. Aufgrund der aktuellen strukturellen, wirtschaftlichen und organisatorischen Herausforderungen ließe sich sogar die provokante Frage stellen, wie sinnvoll es heute noch sei, allergologisch tätig zu werden, so der Fachanwalt für Medizinrecht in seinem Vortrag. Jedoch, der Appell der Referenten ist allen Widrigkeiten zum trotz einhellig: Die Beschäftigung mit der Allergologie ist eine ärztliche Notwendigkeit. Denn mit den heute zur Verfügung stehenden modernen Therapeutika lassen sich Allergien gut behandeln und damit das Risiko schwerwiegender Folgeerkrankungen reduzieren.

Eine Allergie bleibt oft nicht allein - der Faktor "United Airways"!

Neurodermitis, Allergische Rhinitis, Allergisches Asthma, Nahrungsmittelallergien und Anaphyalaxie – was haben diese Erkrankungen gemeinsam, fragte PD Dr. Martin Wagenmann, Düsseldorf, in seinem Eingangsvortrag und präsentierte die Antwort: Zum einen stellt die AR einen bedeutenden Risikofaktor für die Entwicklung eines allergischen Asthmas dar [1]. Zum anderen sind Nahrungsmittelallergien, Neurodermitis und Sinusitis typische Begleiterkrankungen einer AR [3]. Bei allen allergischen Erkrankungen ist auf die potenzielle Anaphylaxiegefahr zu achten. Dieses Zusammenspiel und das sich gegenseitige Beeinflussen allergischer Erkrankungen wird in den “5 Regeln der Allergieentwicklung” thematisiert, die ein neues Verständnis der Erkrankungen des allergischen Formenkreises verdeutlichen. Heute gilt es als belegt, dass der nasobronchiale Luftweg eine funktionelle Einheit darstellt [4]. So finden sich bei einer Allergenprovokation in der Nase auch entsprechende Reaktionen in Bronchien und Lunge [5]. Patienten mit einer AR solllten daher regelmäßig auf allergisches Asthma untersucht werden und umgekehrt. Denn Allergien sind gut behandelbar. Mit einer adäquaten Therapie kann das Risiko von Folgeerkrankungen reduziert werden. Bei bereits vorliegendem allergischem Asthma können Symptome wie Giemen und Pfeifen verbessert und die Anzahl der Schulfehltage und Arztbesuche reduziert werden [6]. Langfristig führt das zu einer Reduktion der Gesundheitskosten, was eine Studie in den USA [7] mit einem bei AR eingesetzten Nasenspray, einer Kombination aus Azelastinhydrochlorid und Fluticasonpropionat, untermauert: Bei Patienten mit AR und Asthma konnten die Asthma- bezogenen Behandlungskosten (Zeitraum 6 Monate) von 1.260 $ bei Patienten, die mit intranasalen Antihistaminika und / oder intranasalen Kortikosteroiden behandelt wurden, auf 543 $ bei den Nasenspray-Anwendern gesenkt werden. Das entspricht einer Kostenreduktion von 57% [7]. Zugelassen ist das Nasenspray zur Linderung der Symptome der mittelschweren bis schweren saisonalen und perennialen Allergischen Rhinitis, wenn eine Monotherapie entweder mit einem intranasalen Antihistaminikum oder einem Glukokortikoid nicht als ausreichend erachtet wird. Das Nasenspray ist für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren zugelassen [8].

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