Allergische Rhinitis und Asthma – bedingt das eine das andere?

Die allergische Rhinitis ist eine allergisch bedingte symptomatische Überreaktion der Nasenschleimhaut. Derzeit geht man davon aus, dass ca. 20 bis 40 Prozent der europäischen Bevölkerung an allergischer Rhinitis leiden, 15 bis 20 Prozent davon sogar an einer schwerenRhinitis. Die allergische Rhinitis wird oft nicht adäquat behandelt. „Das kann gravierende Konsequenzen für die Patienten haben, denn in aktuellen Studien werden die Zusammenhänge zwischen allergischer Rhinitis und Asthma mehr als deutlich“ erläuterte der Session-Vorsitzende Prof. Ludger Klimek, Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden, im Rahmen des 10. Allergiekongresses 2015 in Köln, „trotz einer ganzen Reihe von gängigen Therapeutika wird die allergische Rhinitis oftmals nicht adäquat kontrolliert“.  

ARIA - Allergic Rhinitis and it’s Impact on Asthma

Die bessere Kontrolle der Symptome der allergischen Rhinitis und damit die Prävention von Asthma haben sich die Experten zum Ziel gesetzt, die an der ARIA-Guideline arbeiten – ARIA steht für „Allergic Rhinitis and it’s Impact on Asthma“. Vor dem Hintergrund der aktuell oft nicht adäquaten Versorgung der Patienten, soll die Guideline den Medizinern in der Praxis eine effiziente und verlässliche Therapiestrategie an die Hand geben. “Es hat sich gezeigt, dass ein an der ARIA-Leitlinie orientiertes Therapiemanagement anderen Behandlungsstrategien klar überlegen ist“ betonte Prof. Jean Bousquet, Universität Montpellier, Frankreich, der maßgeblich an der Erstellung der Guideline beteiligt war, „für unsere Patienten mit allergischer Rhinitis ist es entscheidend, dass wir die bestmögliche Behandlung einsetzen, denn die allergische Rhinitis ist keine Bagatellerkrankung, sondern beeinträchtigt Social Life, Schule oder Arbeitsleben der Patienten und muss als Prädiktor für Asthma betrachtet werden.“

Allergische Rhinitis und Asthma – es gibt Zusammenhänge

Sowohl allergische Rhinitis als auch Asthma sind systemische Entzündungen der oberen beziehungsweise unteren Atemwege. Schätzungsweise rund ein Drittel aller Menschen mit allergischer Rhinitis haben gleichzeitig Asthma; umgekehrt haben zwei Drittel der Asthma-Patienten zugleich allergische Rhinitis. In einer Studie waren sogar 84 Prozent der Asthmapatienten auch von allergischem Schnupfen betroffen. Zudem konnten englische Studien zeigen, dass für Menschen, die unter einer allergischen Rhinitis leiden, im Vergleich zu Patienten mit nicht-allergischer Rhinitis und gesunden Patienten, ein sehr hohes Asthmarisiko besteht.1) Eine gleichzeitig vorhandene allergische Rhinitis wirkt sich auch auf den Schweregrad des Asthmas aus.  

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