Lokale Allergische Rhinitis

Prof Dr Ludger Klimek, Allergiezentrum Wiesbaden

Lokale Allergische Rhinitis - verbesserter Nachweis für neue Form der Allergie

Wiesbaden, 01. Oktober 2014 – Auf dem Deutschen Allergiekongress in Wiesbaden wurde heute eine aktuelle Studie vorgestellt, die für viele Allergie-geplagte Patienten eine verbesserte Behandlung verspricht. Wissenschaftler des Allergiezentrums in Wiesbaden fanden gemeinsam mit spanischen Kollegen eine neue Form einer Allergie der Atemwege, die besonders die Nase betrifft, die lokale allergische Rhinitis.

„Patienten, die häufig unter Schnupfen, einer verstopften Nase oder Kopfschmerzen leiden, wurden bislang vielfach nicht als Allergiker erkannt. Dies liegt daran, dass herkömmliche Allergietests diese besondere Art der Schleimhaut-Allergie nicht nachweisen konnten“, erläutert Prof. Dr. Ludger Klimek vom Allergiezentrum in Wiesbaden. Die aktuelle Studie weist nun nach, dass ein spezieller Labortest für die Nasenschleimhaut und auch Provokationstestungen die sogenannte „Lokale allergische Rhinitis“ sicher und zuverlässig diagnostizieren können. Dies bringt Hoffnung für viele Schnupfen-geplagte Patienten, deren Erkrankungsursache bislang nicht nachweisbar war.

Hintergrund der „Lokalen allergischenRhinitis“ ist die Bildung spezieller Allergie-Antikörper ausschließlich in den Schleimhäuten der Augen und Atemwege, jedoch besonders häufig in der Nase. Hierdurch kommt es zu einer Sonderform des Heuschnupfens, die mit den herkömmlichen Allergietests an der Haut wie dem Pricktest und einer Blutanalyse nicht nachweisbar ist.

Patienten mit saisonalem und anhaltendem Schnupfen betroffen

Betroffen sind sowohl Patienten mit saisonalen Schnupfensymptomen während der Zeit des Pollenflugs als auch Patienten mit langdauernden Entzündungen von Nase und Nasennebenhöhlen. Bei diesen Patienten wurde in der Vergangenheit die Allergie als Ursache der Erkrankung nicht erkannt, daher konnte auch keine ursächliche Behandlung durchgeführt werden. Somit litten die Patienten oftmals langdauernd unter ihren Beschwerden, wurden abhängig von Nasentropfen oder hielten sich für besonders Infekt-anfällig.

Die Studien aus Hessen zeigen nun, daß insbesondere bei chronischen Beschwerden nahezu 5 Prozent der Patienten unter dieser Erkrankung leiden, das wären in Deutschland fast 1 Millionen Betroffene.

Verbesserte Behandlungsmöglichkeiten für Allergiker

„Der verbesserte Nachweis der Erkrankung ist eine Sache, wir können hierdurch aber zukünftig unsere Patienten auch wesentlich besser und zielgerichteter behandeln“ freut sich Professor Klimek. Spezielle Allergiemittel zur Anwendung an der Nase sind bereits auf dem Markt und eine spezifische Immuntherapie kann sogar dauerhaft Abhilfe schaffen.  

Quellen:                              

[1]     Klimek L. Die „Lokale allergische Rhinitis“  (Syndrom der ausschließlich lokalen IgE Produktion in der Nasenschleimhaut). Eine wichtige Differentialdiagnose entzündlicher Nasenschleimhauterkrankungen. Spitzenforschung in der Allergologie; 2-5, 2014

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