Birkenpollen in der Falle

Freie Universität Berlin, März 2014; Die Belastung für Allergiker durch Birkenpollen in Berlin ist nach Messungen von Meteorologen der Freien Universität in diesem Jahr ungewöhnlich früh und stark. Bereits am 22. März 2014 wurden in der Pollenfalle auf dem Dach des Instituts für Meteorologie 56 Pollen pro Kubikmeter Luft gezählt, wie die Wissenschaftler mitteilten. Damit sei dies der zweitfrüheste Pollenflug seit Beginn der Aufzeichnungen. Nur im Jahr 1990 – damals am 20. März – blühten die Birken früher als 2014.

Im vergangenen Jahr dagegen begann die Birkenblüte aufgrund des lang anhaltenden Winters und eines extrem kalten Monats März erst am 18. April und damit ungewöhnlich spät. Das Institut gibt Pollenflugvorhersagen seit nunmehr 30 Jahren heraus.

Da es in den kommenden Tagen deutlich kühler und wechselhafter wird, dürfte die Belastung durch Birkenpollen zunächst nicht weiter ansteigen, erklärten die Meteorologen weiter. Am Wochenende werde das Wetter allerdings wieder wärmer und weitgehend trocken, sodass Allergiker mit stark ansteigenden Konzentrationen der Birkenpollen rechnen müssten. Es sei zu erwarten, dass dann die große Masse der Berliner Birken zu blühen beginne.

Der frühe Beginn des Pollenflugs wurde den Angaben zufolge bereits durch einen recht warmen Monat Februar begünstigt: Die Meteorologen maßen in Berlin-Dahlem eine Mitteltemperatur von 5,1 Grad Celsius; dies sei um 4,6 Grad zu warm gewesen. Die Tagesmaximum-Temperaturen in Berlin-Dahlem erreichten demnach häufig 10 bis 14 Grad, und es gab nur in sieben Nächten leichten Frost. "Anfang März kam dann der Frühling mit rasanten Schritten", erklärte Meteorologe Thomas Dümmel. "Die Hochdruckgebiete Helmut und Ingo bescherten uns viel Sonnenschein und Temperaturen bis zu 20 Grad." Gut eine Woche hielt die milde und sonnenreiche Witterung an, die für den Monat März sehr ungewöhnlich ist. So wird auch die Durchschnittstemperatur des Monats März voraussichtlich um vier Grad zu hoch ausfallen. Durch diese überdurchschnittlich warmen Monate konnten in sehr geschützten oder sonnenexponierten Lagen schon Birken zur Blüte gelangen und ihre allergenen Pollen ausstäuben, wie Thomas Dümmel weiter erläuterte.

Das Institut für Meteorologie erfasste erstmals am 9. April 1984 die aktuelle Pollenbelastung der Berliner Luft und gab eine Prognose für die nächsten Tage heraus. Seitdem können betroffene Allergiker dreimal in der Woche die aktuelle Belastung der allergologisch relevanten Pollen erfahren; sie erhalten so wertvolle Informationen und können rechtzeitig Vorsorge treffen. Über die Stärke des aktuellen Pollenflugs in Berlin sowie die Pollenflugvorhersage informieren täglich das Institut für Meteorologie und die MeteoGroup Deutschland GmbH unter: www.met.fu-berlin.de/de/polleninfo. Dort kann auch der Patienten-Pollenkalender 2014 abgerufen werden. Bei diesem Kalender handelt es sich um ein Tagebuch, in das Interessenten ihre Beschwerden eintragen können. Auf dieser Grundlage können Ärztinnen oder Ärzte über einen Allergietest entscheiden und damit leichter herausfinden, ob jemand Pollenallergiker ist.

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