Pollenwarndienst in Gefahr

Prof. Dr. rer. pharm. Jeroen Buters, Toxikologe am Zentrum Allergie & Umwelt (ZAUM), Technische Universität & Helmholtz Zentrum München

Pollenwarndienste in Gefahr - Allergologen schlagen Alarm!

Die Interessengruppe für Aerobiologie und Luftverschmutzung der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) hat eine Petition beim Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Union eingereicht. Mit der Petition, die den Titel "Überwachung der biologischen Luftqualität" trägt, will die EAACI-Interessengruppe auf die prekäre Situation der überwiegenden Anzahl Europäischer Polleninformationsdienste aufmerksam machen.

Ziel ist es, den Ausschuss dazu zu bewegen, nicht nur die chemischen Komponenten der Umweltverschmutzung zu überwachen, sondern auch die Überwachung der biologischen Luftqualität in die Regularien mit aufzunehmen und auch die EU Mitgliedstaten hierzu zu verpflichten.

"Der Umweltausschuss ist das verantwortliche Gremium für die Europäischen Luftqualität-Standards" erläutert Petitionssprecher Prof. Dr. rer. pharm. Jeroen Buters, Toxikologe am Zentrum Allergie & Umwelt (ZAUM), Technische Universität & Helmholtz Zentrum München, "wir haben jedoch nicht den Eindruck, dass man sich dort darüber im Klaren ist, auf welch tönernen Füßen unser System der Pollenwarndienste steht!".

Patienten mit Heuschnupfen sind auf die nationalen Pollenwarndienste angewiesen. Sowohl das Medikamentenmanagement als auch der Tagesablauf vieler Heuschnupfen-Geplagter orientiert sich an den Vorhersagen der Dienste.

Was vielen Nutzern der Polleninformationsdienste nicht bewusst ist – die meisten Netzwerke in Europa basieren auf der Arbeit Freiwilliger. "Ohne das Engagement von Privatpersonen, die ihre Freizeit opfern, regelmäßig die Pollenfallen entleeren, auswerten und das Ergebnis entsprechend weiterleiten, gäbe es in den meisten Europäischen Ländern keinen Pollenwarndienst", erklärt Prof. Buters. Hinzu kommt, dass diese Organisationen oft auch unterfinanziert sind bzw., wenn überhaupt, nur wenig staatliche Unterstützung erhalten. "Angesichts dieser Unsicherheit sehe ich 'schwarz' für die Zukunft der Pollenwarndienste!" resümiert Jeroen Buters, "es gibt schon eine ganze Reihe europäischer Länder, in denen eine Pollenflugvorhersage kaum oder bereits nicht mehr stattfindet".

Ca. 150 Mitglieder des EU-Umweltausschusses wurden angeschrieben. Unterschrieben wurde die Petition neben von den Präsidenten des European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI)I, der European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients’ Associations (EFA), der European Society Aerobiology (ESA) und der überwiegenden Anzahl der nationalen Polleninformationsdienste. MeinAllergiePortal unterstützt diese Initiative.


Weitere Informationen finden Sie hier:

Petition
Liste der unterstützenden Organisationen
Unterschriftenliste


Kontakt:

Prof. Dr. rer. pharm. Jeroen Buters
ZAUM- Center of Allergy and Environment
Technical University Munich
Germany
(+)49-89-41403487
buters@lrz.tum.de

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