Therapie chronische Rhinosinusitis CRS

Prof. Dr. med. Martin Wagenmann, Hals-Nasen-Ohrenarzt und Allergologe an der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Düsseldorf zur Therapie der chronischen Rhinosinusitis!

Chronische Rhinosinusitis: Welche Therapien helfen, welche nicht?

Die chronische Rhinosinusitis (CRS) ist eine der häufigsten nicht übertragbaren Erkrankungen. Studien haben ermittelt, dass 10,9 Prozent der europäischen Bevölkerung betroffen sind.1)2) Zur Therapie der Erkrankung stehen zahlreiche Optionen zur Verfügung, die jedoch nicht alle die gleiche Wirksamkeit zeigen. Einen Überblick darüber, welche der klassischerweise zur Behandlung der chronischen Rhinosinusitis eingesetzten Therapien hilfreich sind und welche nicht, gab Prof. Dr. med. Martin Wagenmann, Hals-Nasen-Ohrenarzt und Allergologe an der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Düsseldorf bei den Düsseldorfer Allergietagen 2017.

Chronische Rhinosinusitis: Beeinträchtigung der Lebensqualität und Begleiterkrankungen     

Es gibt zwei Phänotypen, d.h. Ausprägungen, der chronischen Rhinosinusitis – mit und ohne Nasenpolypen und beide CRS-Typen gehen mit unangenehmen Symptomen einher.

Aber nicht allein die klassischen CRS-Symptome machen den Patienten das Leben schwer. Eine taiwanesische Studie konnte belegen, dass das Auftreten von Depression bei CRS im Vergleich zu gesunden Menschen um 77 Prozent erhöht ist.3)

Die Studie zeigte außerdem, dass bei Patienten mit chronischer Rhinosinusitis bestimmte Erkrankungen häufiger auftreten. Dazu gehören:

•    Hypertonie

•    Diabetes mellitus

•    Hyperlipidämie

•    Ischämische Herzerkrankung

•    Zerebrovaskuläre Krankheiten

•    Chron. Nierenerkrankung

•    Allergische Rhinitis

•    Asthma

•    COPD

•    Chronische Lebererkrankungen

Advertorial

Chronische Rhinosinusitis: wann ist sie chronisch?

Definiert wurde die chronische Rhinosinusitis (CRS) in den „European Position Papers on Rhinosinusitis and Nasal Polyps 2012“.

Demnach spricht man dann von einer CRS, wenn eine Entzündung der Nase und der Nasennebenhöhlen über mehr als drei Monate andauert und mit zwei oder mehr der folgenden Symptome einhergeht:

•    Blockade

•    Obstruktion

•    Sekretion aus der Nase oder in den Rachenraum

•    Kopfschmerzen oder Gesichtsdruck

•    Minderung oder Verlust des Geruchssinnes

Wichtig ist, dass auch der endoskopische Befund im mittleren Nasengang durch eine auffällige Sekretion, eventuell zusammen mit Schleimhautschwellungen und/oder polypösen Veränderungen, auf eine chronische Rhinosinusitis hinweisen sollte. Im CT wären bestehende Schleimhautveränderungen im Bereich der Nasennebenhöhlen und des vorderen Siebbeins erkennbar, die ebenfalls ein Indiz für eine chronische Rhinosinusitis sind.

Advertorial

Chronische Rhinosinusitis:  Wie erfolgt die Diagnose?

In der Anamnese wird überprüft, ob die genannten Beschwerden mit der Definition der chronischen Rhinosinusitis übereinstimmen und ob die endoskopischen und  computertomographischen Untersuchungsergebnisse dies bestätigen.

Zur Primärdiagnose ist eine Untersuchung mittels Endoskop ausreichend, um eine chronische Rhinosinusitis zu diagnostizieren. Bei Unklarheiten kann eine Computertomografie (CT) durchgeführt werden, die aber aufgrund der Strahlenbelastung nicht ohne zwingenden Grund und möglichst spät eingesetzt werden sollte.
Ein wichtiges Differenzierungsmerkmal zur akuten Rhinitis sind Gesichtsschmerz und/oder Gesichtsdruck. Mögliche Risikofaktoren sind Asthma, Allergien oder eine ASS-Intoleranz.

Bei der Differentialdiagnose sollten die folgenden Erkrankungen berücksichtigt werden:

•    Cystische Fibrose

•    Immundefizienz

•    Kongenitale mukoziliäre Erkrankungen

•    Pilzsinusitis

•    Systemische Vaskulitis

•    Granulomatöse Erkrankungen

•    Neoplasie

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.