Allergie Nüsse

Dipl. oec. troph. Krisztian Mark Koczor, nutriception Praxis für Ernährungstherapie/Ernährungsberatung in Düsseldorf

Allergisch auf Nüsse: Was heißt das für Betroffene?

Bei Kindern, die allergisch auf Nüsse reagieren, ist oft das Allergen der Erdnuss der Auslöser. Bei Erwachsenen ist die Baumnuss Allergie eine häufig vorkommende Form der Nussallergie. Unabhängig davon, auf welche Nuss man allergisch ist, ist die Meidung des Allergens ein schwieriges Unterfangen. Nüsse sind in industriell gefertigten Nahrungsmitteln allgegenwärtig und werden häufig auch dann verwendet, wenn man auf den ersten Blick nicht damit rechnen würde. Wie Menschen mit Nuss Allergie "ihr" Allergen sicher meiden können besprach MeinAllergiePortal mit Dipl. oec. troph. Krisztian Mark Koczor, nutriception Praxis für Ernährungstherapie/Ernährungsberatung in Düsseldorf.

Herr Koczor, bei der Nuss Allergie wird unterschieden zwischen einer Allergie auf Erdnüsse und einer Allergie auf Baumnüsse. Welche der allgemein bekannten Nüsse fallen denn in welche Kategorie?

In unserer einfachen Alltagssprache reden wir oft verallgemeinernd über "Nüsse". Allerdings verbergen sich hinter diesem Begriff eine Reihe von sogenannten "trockenschaligen Früchten". Diese Früchte sind wiederum in unterschiedliche botanische Familien einzuordnen und auch hinsichtlich der Fruchtform lassen sich nicht alle dem Begriff "Nuss" zuordnen.

Pistazie, Walnuss, Pekannuss, Cashewnuss, Kokosnuss und Mandeln gehören zu den sogenannten Steinfrüchten. Die australische Queenslandnuss, oder anders Macadamianuss, ist eine Balgfrucht. Eine Muskatnuss heisst zwar "Nuss", gehört jedoch zu den Samen. Eine Erdnuss ist bloß eine Art "ganz, ganz fette Bohne" – sie gehört nämlich zu den Hülsenfrüchten. Paranüsse sind verkapselte Einzelfrüchte in einer gemeinsamen Schale, deswegen nennt man sie Kapselfrüchte. Und noch etwas - selbst wenn manche sie in die Familie der Nüsse einstufen würden, weil man sie ja auch oft direkt neben all den Knabberprodukten im Supermarket findet, und man sie allabendlich ähnlich gerne auf dem Sofa vor dem Fernseher "wegfuttert", wie die Nüsse auch - Sonnenblumenkerne, Pinienkerne und Kürbiskerne sind Pflanzensamen, die jedoch nicht zu den Nüssen gehören.

Welche Nuss Allergien, bzw. besser "Frucht-oder Samen-Allergien" sind am häufigsten?

Allergische Reaktionen auf die Erdnuss gehören zu den gefährlichsten Allergien überhaupt. Die Erdnuss Allergie ist auch die häufigste Nuss Allergie, im Vergleich zu allen anderen Nusssorten. Dies hat jedoch auch mit den jeweiligen landestypischen Ernährungsgewohnheiten, d.h. mit der Ess- und Enährungskultur zu tun.

In den USA ist die Erdnuss Allergie beispielsweise wesentlich weiter verbreitet als bei uns in Deutschland. Dies korreliert mit einem deutlich höheren Konsum an Erdnüssen in Form von Erdnussbutter, die zum Frühstück gegessen wird, erdnusshaltigen Knabberartikeln und der vielseitigen Verwendung von Erdnussöl in der Lebensmittelindustrie.

Schon geringste Erdnuss-Spuren, auch erdnusshaltiger Staub, der durch Einatmen in den Körper gelangt, können schwerwiegende Reaktionen, bis hin zu Anaphylaxie, einem schweren, nicht selten fatal endenden Kreislaufzusammenbruch, hervorrufen. Weder durch Erhitzen noch durch Rösten oder Blanchieren kann man den Erdnussallergenen das allergene Potenzial nehmen. Durch diese Veredelung bzw. Verarbeitung werden manche Erdnussallergene in ihrer Wirkung eher sogar noch verstärkt.

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