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Vegan Hülsenfrüchte Nüsse

Allergisch auf vegane Lebensmittel: Hülsenfrüchte & Nüsse!

Allergisch auf vegane Lebensmittel: Hülsenfrüchte & Nüsse

Die vegane Ernährung wird immer mehr zum Trend. Dahinter steckt die Sorge um das Tierwohl, aber auch wenn man unter bestimmten Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen leidet, können diese Produkte interessant sein. Schließlich bedeutet „vegan“, frei von Zutaten tierischer Herkunft und damit auch frei von Ei, Milcheiweiß, und Laktose. Frei von allergenen Zutaten sind die veganen Alternativen deshalb aber noch lange nicht, denn sie enthalten oft Nüsse oder Hülsenfrüchte. Über das Risikopotenzial von veganen Lebensmitteln sprach MeinAllergiePortal mit der Diplom-Oecotrophologin und Ernährungsberaterin Dr. Yvonne Braun.

Autor: Sabine Jossé M. A.

Interviewpartner: Dr. Yvonne Braun

Vegane Nahrungsmittel: Welche Zutaten können allergische Reaktionen auslösen?

Bei veganen Produkten versucht man, tierische Nahrungsmittel wie Milch, Butter und Sahne zu ersetzen. Dazu eignen sich zum einen Hülsenfrüchte und zum anderen Nüsse, denn so erreicht man eine cremige Konsistenz. Vegane Ersatzprodukte können deshalb grundsätzlich Zutaten enthalten, die bei einer Nahrungsmittelallergie allergische Reaktionen auslösen können. „Das können auch schwere Symptome sein, bis hin zur Anaphylaxie“, erklärt Dr. Braun.

Die folgenden Hülsenfrüchte in veganen Produkten können bei Allergikern allergische Symptome auslösen:

  • Erdnuss
  • Erbse
  • Linse
  • Kichererbse
  • Soja
  • Ackerbohne
  • Süßlupine

Ebenso können diese Nüsse in veganen Produkten bei einer Nussallergie allergische Reaktionen auslösen:

  • Cashewkerne
  • Haselnuss
  • Paranuss
  • Mandel
  • Walnuss
  • Pekannuss
  • Pistazie

Vegane Lebensmittel: Wann müssen Allergiker vorsichtig sein?

Wer sich vegan ernähren will und trotzdem nicht auf den Geschmack von Fleisch, Fisch, Milchprodukte oder Käse verzichten mag, greift häufig zu Fertigprodukten. „Gerade bei diesen veganen Ersatz-Lebensmitteln muss man jedoch mit Nüssen oder Hülsenfrüchten auf der Zutatenliste rechnen“, warnt Dr. Braun, „hat man eine Hülsenfrüchte- oder Nussallergie, ist deshalb Vorsicht geboten“.

Weiß man bereits von seiner Allergie auf Hülsenfrüchte oder Nüsse sollte man bei den folgenden veganen Nahrungsmitteln die Zutatenliste sehr aufmerksam auf Allergene inspizieren:

  • Vegane Fleischersatz-Produkte, wie zum Beispiel Burgerpatties
  • Vegane Fisch-Ersatzprodukte
  • Milchersatzprodukte, wie Drinks oder Joghurt-Ersatz auf Soja-Basis
  • Vegane Käseprodukte
  • Vegane Wurstprodukte
  • Ei-Ersatzprodukte
  • Veganes Proteinpulver
  • Vegane Sportlerdrinks
  • Vegane Fertiggerichte, wie zum Beispiel Pizza

Vegane Lebensmittel: Welche Allergene sind relevant?

Bei veganen Produkten sind zwei Allergengruppen von Bedeutung, die Speicherproteine und die Kreuzallergene. „In Nüssen und Hülsenfrüchten ist der Anteil an Speicherproteinen sehr hoch und außerdem haben diese Zutaten oft schon allein mengenmäßig einen großen Anteil an den Rezepturen“, erklärt Dr. Braun, „dadurch lösen sie häufig relativ schwere allergische Symptome aus“. Hinzu kommen die Kreuzallergene, die sogenannten PR10 Proteine. „Kreuzallergien sind vor allem für Betroffene mit einer Baumpollenallergie, zum Beispiel Birkenpollenallergiker, gefährlich“, erklärt Dr. Braun.

Vegane Produkte: Wie hoch ist das Risiko für Nussallergiker?

Um die Allergie-Gefahr einschätzen zu können, müssen Patienten erst einmal von ihrer Nussallergie oder Allergie auf Hülsenfrüchte wissen. Allerdings kann es selbst dann zu versehentlichem Konsum kommen. Gerade Patienten mit primärer Nussallergie sind sehr gefährdet. "Obwohl sie meistens wissen, dass sie auf kleinste Mengen des Nuss-Allergens reagieren und sich selbst als Risikopatienten sehen, kann es zu einem versehentlichen Nusskonsum kommen", berichtet Dr. Braun.

Allergie auf vegane Lebensmittel: Wie hoch ist das Risiko für Pollenallergiker?

Aber auch Pollenallergiker sollten vorsichtig sein. „Wenn Pollenallergiker die veganen Lebensmittel ausgerechnet in der Pollensaison verstärkt konsumieren, können die darin enthaltenen Allergenmengen zu allergischen Beschwerden führen“, warnt Dr. Braun. Ähnlich verhält es sich bei Birkenpollenallergikern, die ihre eventuell leichter ausgeprägte Allergie im Alltag gar nicht wahrnehmen.

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Allergie auf vegane Lebensmittel: Wie sehen die Symptome aus?

Wenn es zu einer allergischen Reaktion nach Konsum von veganen Fertigprodukten kommt, können die Symptome der Betroffenen leicht oder auch schwerwiegend sein. „Zu den leichten Symptomen zählt das sogenannte orale Allergiesyndrom, dieses ganz klassische Kribbeln oder Brennen auf der Zunge", erläutert Dr. Braun. Typisch allergisch ist auch ein Jucken oder Kribbeln im Hals. Dieses Gefühl kann sich bis zur Speiseröhre ausbreiten. In einigen Fällen kommt es auch zu Hautausschlag, einer Urtikaria oder Nesselsucht oder zu Schwellungen, die auch als Angioödem oder Quincke-Ödem bezeichnet werden.

Kann es auch zu einer Anaphylaxie kommen, zum Beispiel durch vegane Fertiggerichte?

Auch schwerwiegende Reaktionen können durch den Verzehr veganer Kost auftreten. Möglich ist ein anaphylaktischer Schock, wobei zwei oder mehrere Organsysteme beteiligt sind.

Typische Symptome eines anaphylaktischen Schocks sind:

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Herz-Kreislauf Probleme
  • Atemnot

„Dann handelt es sich um einen Notfall, der meistens sofort eintritt, in der Regel aber maximal bis zu zwei Stunden nach Konsum des Produkts“, so Dr. Braun, „und dann muss umgehend der Notarzt gerufen und der Adrenalin-Autoinjektor angewendet werden“.

Allergie auf vegane Lebensmittel: Wann sollten Allergiker besser verzichten?

Vorsicht und Verzicht auf vegane Fertigprodukte ist vor allem bei bekannten Allergien ein Muss. „Patienten mit einer schweren Nussallergie sollten sehr vorsichtig sein“, so Dr. Braun, „generell gilt: Wenn eine schwere Allergie bekannt ist, muss man bei jedem Fertigprodukt sehr gut lesen, welche Inhaltsstoffe oder mögliche Spuren enthalten sind“. In vielen veganen Fertigprodukten sind Nüsse enthalten, auch wenn man nicht damit rechnet. Zum anderen sollte man vorsichtig sein, wenn man weiß, dass eine Birkenpollen Allergie besteht und man in der Vergangenheit schon einmal eine Kreuzreaktion erlebt hat. Die Betroffenen sollten aber vor allem auf hoch-verarbeitete Produkte achten. „Es ist ein großer Unterschied, ob man beispielsweise nur Hummus, der einfach aus pürierten aus Kichererbsen besteht, zu sich nimmt, oder ob man ein Produkt konsumiert, welches hoch verarbeitet ist. Dies ist zum Beispiel bei Proteinpulver der Fall. Es gilt aber auch für viele Produkte, die Lebensmittel tierischen Ursprungs ersetzten sollen. „Auch bei Produkten, die als direkter Fleischersatz gelten sollen und deshalb meist hoch-verarbeitet sind, ist Vorsicht geboten“, rät Dr. Braun.

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.