nussfreier Kuchen Nussallergie

Dr. rer. med. Annette Weber, Diplom-Oecotrophologin mit Praxis in Frankfurt Sachsenhausen zum Thema "nussfreier Kuchen"!

Nussfreie Kita & Schule: Was darf in den nussfreien Kuchen, was nicht?

Bei Kinderfesten in Kitas und Schulen, aber auch im Hort oder beim Sportverein werden die Eltern oft gebeten, einen Kuchen zum Buffet beizusteuern. Die Eltern machen das oft auch sehr gerne, wenn die jeweilige Einrichtung allerdings nussfrei ist, geraten viele Eltern ins Grübeln. Was darf in den nussfreien Kuchen, was nicht? MeinAllergiePortal sprach mit Dr. rer. med. Annette Weber, Diplom-Oecotrophologin mit Praxis in Frankfurt Sachsenhausen.

Frau Dr. Weber, was sollte auf keinen Fall in einem nussfreien Kuchen verarbeitet werden?

Die häufigsten Allergien bei uns in Deutschland treten gegen Haselnüsse und Mandeln auf. Wer einen nussfreien Kuchen backen möchte, sollte aber nicht nur diese Nüsse weglassen. Zu den Nüssen zählen nach dem deutschen Lebensmittelrecht noch weitere Nüsse bzw. Schalenfrüchte  wie Walnüsse, Cashewkerne, Pecannüsse, Paranüsse, Pistazien und Macadamianüsse bzw. Queenslandnüsse.

Die Erdnuss gehört nicht zu der botanischen Familie der Nüsse, sondern zu den Hülsenfrüchten, aber gerade Erdnüsse können sehr starke allergische Reaktionen auslösen und sollten deshalb im nussfreien Kuchen nicht verwendet werden.

Gerade Menschen mit einer Allergie gegen Birkenpollen können eine Kreuzallergie gegen Nüsse entwickeln, so dass rohe Haselnüsse oder Mandeln zu Brennen, Jucken oder leichtem Anschwellen in Mund oder Speiseröhre führen können. Da die Allergene aber beim Erhitzen bzw. Backen zerstört werden, können diese Menschen durchaus einen gebackenen Nusskuchen ohne Symptome essen.

Was darf man beim nussfreien Kuchen ausdrücklich verwenden?

In einem nussfeien Kuchen können neben Zutaten wie Weizen-, Dinkel-, Roggen-, Dinkelmehl auch Zucker, Hühnereier, Kuhmilch, Butter oder Pflanzenmargarine, Kakao, Vanille, Hefe, Backpulver, Tortenguss, Obst und Rosinen verwendet werden. Aber Vorsicht: Bei den Rosinen sollte man unbedingt zuvor beim Hersteller nachfragen, ob das Produkt eventuell Spuren von Nüssen enthalten könnte.

Als nussfreier Kuchen eignet sich z.B. gut ein selbst gebackener Marmorkuchen oder ein Obstkuchen mit einem Mürbe- oder Hefeboden.

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Wie sieht es auch mit Saaten wie Sesam, Sonnenblumen, Mohn, Leinsamen, Kürbiskerne etc., sind sie für Nussallergiker im nussfreien Kuchen verträglich?

Sonnenblumen, Oliven und Raps zählen nicht zu den Nüssen und können in einem nussfreien Kuchen verwendet werden. Gerade für einen nussfreien Kuchen sind diese Saaten eine gute Alternative zu Nüssen und schmecken sehr lecker. Auch hier sollte man jedoch vorab mit dem Hersteller abklären, ob Spuren von Nüssen vorhanden sein könnten.

Das gilt auch für pflanzliche Öle aus Sonnenblumenkernen, Oliven oder Raps. Diese sind  meist raffiniert und enthalten dadurch keine allergieauslösenden Eiweißbestandteile mehr. Nur bei sehr empfindlichen Allergikern wurden in seltenen Fällen allergische Reaktionen beobachtet.

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