Hereditäre Fruktoseintoleranz HFI Kinder

Dr. troph. Carmen Rohde, Ernährungstherapeutin in der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Leipzig

Hereditäre Fruktoseintoleranz bei Kindern: Symptome, Diagnose, Therapie

Die hereditäre Fruktoseintoleranz (HFI) ist eine sehr seltene Erkrankung, die sich von der deutlich häufigeren Fruktosemalabsorption unterscheidet. Allerdings wird die HFI bei Kindern nicht immer erkannt. Woran liegt das und welche Konsequenzen hat das? Wie unterscheiden sich HFI und Fruktosemalabsorption? Wie zeigen sich die Symptome? Wie sehen Diagnose und Therapie aus? MeinAllergiePortal sprach mit Dr. troph. Carmen Rohde, Ernährungstherapeutin in der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Leipzig.

Frau Dr. Rohde, was ist der Unterschied zwischen einer hereditären Fruktoseintoleranz, einer Fruktosemalabsorption und einer pollenassoziierten Unverträglichkeit von Obst?

Alle drei Erkrankungen haben gemeinsam, dass der Verzehr von Obst eingeschränkt oder nicht möglich ist. Allerdings unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Ursache und auch in ihrer Brisanz.

Bei der hereditäre Fruktoseintoleranz handelt es sich um eine vererbte Aktivitätsstörung der Fructaldolase B. Das ist ein Enzym, das überwiegend in der Leber vorkommt und beim Abbau der Fruktose beteiligt ist.

Bei der Fruktosemalabsorption wird nicht ausreichend von dem Transporter Glut 5 in der Darmschleimhaut gebildet, der notwendig ist, um die Fruktose aus dem Darm ins Blut zu transportieren.

Die pollenassoziierten Unverträglichkeit von Obst hat nichts mit der Fruktose im Obst zu tun. Hier handelt es sich um eine allergische Reaktion.

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Wie unterscheiden sich die Symptome von HFI, Fruktosemalabsorption und einer pollenassoziierten Unverträglichkeit von Obst?

Die HFI wird oft im Säuglingsalter diagnostiziert. Die Symptome treten häufig mit dem Einführen von saccharosehaltiger Säuglingsmilch, Gemüse-/Obstbrei oder Saft auf. Es handelt sich um gastrointestinale Beschwerden und Unterzuckerung mit Übelkeit und Erbrechen. Bei weiterer Fruktosezufuhr kommt es zu Gedeih- und Leberfunktionsstörungen und Nierenschäden.

Die Beschwerden der Fruktosemalabsorption hingegen sind zwar unschön, aber völlig harmlos. Die nicht vom Darm aufgenommene Fruktose gelangt in den Dickdarm und verursacht meist Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall. Diese Symptome verschwinden bei Reduzierung der Fruktosezufuhr von allein.

Pollenassoziierte Unverträglichkeit von Obst äußert sich wie bei jeder anderen Nahrungsmittelallergie.

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