Fructosemalabsorption Fructopia

Deniz Ficicioglu, FRUCTOPIA

FRUCTOPIA eine Fundgrube für kreative, fructosearme Rezepte!

Nach der Diagnose „Fructosemalabsorption“ wird für Viele das Essen sehr schwierig. Welche Obstsorten kann man noch essen? Welches Gemüse ist verträglich? Kann ich meine Lieblingsgerichte noch essen, wenn sie fructosereiche Zutaten enthalten? Wie koche ich generell so, dass möglichst wenig  Fructose enthalten ist? Antworten auf viele Fragen gibt Deniz Ficicioglu mit Ihrem Portal FRUCTOPIA! Mit MeinAllergiePortal sprach sie über eigene Erfahrungen, Tipps und Tricks mit kreativen, fructosearmen Rezepten.

Frau Ficicioglu, FRUCTOPIA gibt es seit 2 Jahren, von Ihrer Unverträglichkeit wissen Sie seit 5 Jahren – wie hat sich das Thema Fructosemalabsorption in dieser Zeit entwickelt?

Das Thema Fructosemalabsorption hat sich in Deutschland schon ein gutes Stück weiterentwickelt, wenn auch langsamer, als ich erhofft habe.

Als ich vor 5 Jahren erzählt habe, dass ich keine Fructose vertrage, habe ich reihenweise in ratlose Gesichter geblickt. Online gab es kaum deutschsprachige Informationen zum Thema und höchstens eine Hand voll an Produkten, die explizit fructosefrei waren. Fructosearme Rezepte jenseits von „Reis mit Hühnchen und Sahnesoße“ waren rar gesät. Von kreativen Alternativen ganz zu schweigen.

Eines der größten Probleme war und ist auch noch immer, dass sich viele nicht trauen über ihre Beschwerden zu reden. Vielen ist es peinlich, über Symptome wie Verstopfungen, Mundgeruch, ständige Müdigkeit und übelriechende Flatulenzen zu reden. Ich hab das wohlgemerkt auch nicht getan und so erst viel zu spät verstanden, dass solche körperlichen Reaktionen nicht normal bzw. gesund sind. Nicht zuletzt durch Bücher wie das von Guilia Enders ändert sich das allmählich. Mit „Darm mit Charme“ hat sie vielen Menschen auf „verdauliche“ Weise den Darm näher gebracht und das Thema Verdauung wieder gesellschaftsfähig gemacht.

Mittlerweile gibt es auch viele neue Studienergebnisse, die andeuten, dass zu viel Fructose für niemanden gut ist. Da kommt aktuell „ordentlich was ins Rollen.“ Gerade schwappt schon eine kräftige, zuckerfreie Welle durch die Health-Blogosphäre. Das Bewusstsein für Fructose und Zucker steigt ganz deutlich. Das merke ich natürlich auch an den Leserzahlen meines Blogs.

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Wie sieht das Feedback der Leser aus? Welche Rolle spielen Social Media?

Social Media spielen eine ganz besondere Rolle. Ohne Instagram, Facebook und Twitter wäre ich niemals so schnell mit anderen Betroffenen in Kontakt gekommen.

Man kann sich gerade als Neuling einfach austauschen und auch mal kurzfristig Rat einholen, wenn man im Restaurant sitzt und nicht weiß, was man essen soll. Und ein Blog oder Kochbuch ohne Feedback der Leser wäre schon eine sehr eintönige Sache. Man fragt sich nach wie vor bei jeder Veröffentlichung, ob es den Leser überhaupt interessiert. Ohne den direkten Draht zu allen meinen Followern, würde ich da ganz schön im Dunklen tappen.

Glücklicherweise sind viele meiner Leser begeisterte Instagrammer und teilen öffentlich ihre Begeisterung über meine Rezepte. Das ist ein wahnsinnig schönes Gefühl, wenn Menschen meine eigenen Gerichte nachkochen und laut rufen „Schaut her, das hat mir richtig gut geschmeckt und ist mir super bekommen“.

Worauf achten Sie, wenn Sie Rezepte für Fruktoseintolerante entwickeln?

Direkt nach der Diagnose sahen meine täglichen Gerichte noch ganz anders aus. Ich hab‘ erstmal versucht bekannte, geliebte Rezepte nachzuahmen und z.B. den Knoblauch einfach wegzulassen oder Zucker durch Reissirup zu ersetzen. Ich hab mich auch durch sämtliche fructosearmen Kekse getestet, die ich im Bio-Markt gefunden habe, aber schnell eingesehen, dass man dabei fast immer enttäuscht wird.

Wenn ich Rezepte entwickele, achte ich vor allem darauf, die klassischen Fructosebomben bzw. Problemkinder wie Zwiebeln, Äpfel, Datteln, Tomaten und Weizen zu meiden. Die werden von den wenigsten Fructoseintoleranz-Betroffenen vertragen. Auch gewöhnlicher Zucker kommt mir nicht mehr ins Haus. Wenn man diese „Dirty 6“ weglässt, hat das meist schon einen gewaltigen Effekt auf die eigene Gesundheit. Im positiven Sinne! Man fühlt sich weniger aufgebläht, träge und auch die Bauchschmerzen werden weniger.

Alle anderen Lebensmittel muss leider jeder für sich austesten, da gibt es nur selten gemeinsame Nenner unter den Betroffenen. Trotzdem versuche ich, die Fructosemenge in meinen Rezepten immer so gering wie möglich zu halten und gebe nach Möglichkeit Vorschläge, wie das jeweilige Obst oder Gemüse ausgetauscht werden kann.

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