Studie Nussallergie Erdnussallergie

Dr. Sabine Dölle, Ernährungswissenschaftlerin am Allergie-Centrum-Charité in Berlin

Allergie Studie: Nuss- und Erdnussallergien besser diagnostizieren!

Die Allergene von Baumnüssen und Erdnüssen gehören zu den gefährlichen Allergenen. Allergische Reaktionen können bei manchen Betroffenen sehr heftig ausfallen, bis hin zum anaphylaktischen Schock. Ist ein Patient auf die Allergene von Erdnüssen oder Baumnüssen sensibilisiert bedeutet dies jedoch nicht, dass es auch zu allergischen Symptomen kommen muss. Wann Allergie-Symptome drohen und wann dies nicht zu befürchten ist wäre für die Patienten deshalb eine wichtige Information. MeinAllergiePortal sprach mit Dr. Sabine Dölle, Ernährungswissenschaftlerin am Allergie-Centrum-Charité in Berlin über eine aktuelle Studie, die diese Fragestellung untersucht.

Frau Dr. Dölle, Sie führen an der Charité eine Studie durch, bei der die Verbesserung der Diagnostik einer „Nuss“- bzw. Erdnussallergie in Zentrum steht. Was fehlt bei den aktuellen Diagnosemöglichkeiten?

Es fehlt derzeit an einfachen aussagekräftigen Testmethoden, die eine tatsächliche Allergie von der viel häufiger vorhandenen „stillen“ Allergiebereitschaft, Sensibilisierung, unterscheiden. Bei letzteren handelt es sich um positive Reaktionen im Hauttest, aber es treten keinerlei allergische Beschwerden nach dem Verzehr des Nahrungsmittels auf. Das ist wichtig, um unnötige Meidung von Nahrungsmittel, die ausschließlich eine Sensibilisierung zeigen, zu verhindern. Es müssen nicht automatisch alle „Nüsse“ gemieden werden, weil man auf Haselnuss allergisch reagiert.

Wie gehen Sie vor bei Ihrer Studie und wie sieht das Studiendesign aus?

Es wird zuerst ein einfacher Hauttest mit allen „Nüssen“ und Erdnuss durchgeführt. Sensibilisierungen, die sich in diesem Test zeigen, werden sorgfältig überprüft. Zur Überprüfung werden orale „Nuss“- und Erdnussprovokationen durchgeführt. Unter klinischen Bedingungen verabreichen wir sowohl die verdächtige „Nuss“ oder Erdnuss in einem Brei, als auch einen „nuss“-/erdnussfreien Brei in aufsteigender Menge, d.h. es wird mit ganz kleinen Mengen begonnen. Gleichzeitig wird den Personen Blut abgenommen, in welchem wir nach bestimmten Faktoren suchen, die uns eine tatsächliche Allergie vorhersagen können.  

Was wäre das optimale Ergebnis Ihrer Studie?

In den gesammelten Blutproben suchen wir nach bestimmten Faktoren, die uns eine tatsächliche Allergie vorhersagen können. Wenn uns dies gelingt, wäre es möglich auf die aufwendige orale Provokation in der Diagnostik einer Nahrungsmittelallergie zu verzichten.  

Welche Voraussetzungen müssen die Patienten erfüllen, um an der Studie teilnehmen zu können?

Wir suchen Personen über 18 Jahre, die nach dem Verzehr von „Nüssen“ oder Erdnüssen Beschwerden, wie Kribbeln im Hals, Schwellungen der Haut und Schleimhaut, Schwindel, Durchfall, Luftnot und/oder Kreislaufbeschwerden verspüren.

Was passiert im Rahmen der Studie, worauf müssen Patienten sich einstellen, welche Vorteile haben sie?

Nach der Eingangsuntersuchung, bei der ein Hauttest und eine Blutentnahme stattfinden, werden mindestens 2 weitere Termine vereinbart, an denen die oralen Nahrungsmittelprovokationen stattfinden. Die Details werden zur Eingangsuntersuchung besprochen. Alle Untersuchungen sind völlig freiwillig für den Interessierten.   

Was muss man tun, um sich für die Teilnahme an der Studie anzumelden?

Sie erreichen uns telefonisch unter 030 450 518 003 oder -417 und per E-Mail über acc-studien@charite.de. Ansprechpartner sind Frau Eisenmann und Frau Reinert.

Frau Dr. Dölle, herzlichen Dank für dieses Interview!

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