Schimmelpilzallergie Nahrungsmitteln

Dr. med. Verena Mandelbaum, Kinderärztin, Allergologin und pädiatrische Pneumologin in der Privatpraxis für Asthma & Allergien in der ATOS Klinik in Heidelberg zum Thema "Schimmelpilzallergie und Nahrungsmittel"!

Schimmelpilzallergie: Was ist bei Nahrungsmitteln zu beachten?

Eine Allergie auf Schimmelpilze gehört zu den Atemwegsallergien. Das heißt, der Allergenkontakt erfolgt über die Luft. Aber auch bei Nahrungsmitteln ist einiges zu beachten, wenn man eine Schimmelpilzallergie hat. MeinAllergiePortal sprach mit Dr. med. Verena Mandelbaum, Kinderärztin, Allergologin und pädiatrische Pneumologin in der Privatpraxis für Asthma & Allergien in der ATOS Klinik in Heidelberg, über Schimmelpilzallergie und was bei Nahrungsmitteln zu beachten ist.

Frau Dr. Mandelbaum, was müssen Schimmelpilzallergiker bei Nahrungsmitteln beachten?

Bei Nahrungsmitteln, die in der Schimmelpilzsaison reif werden, d.h. im Sommer und Spätsommer, sollten Schimmelpilzallergiker ganz besonders vorsichtig sein. Vorsichtig sollte man auch bei Nahrungsmitteln sein, die auf bestimmte Weise angebaut werden. Das gilt insbesondere für Nahrungsmittel, die zum Beispiel bodennah auf Stroh angebaut werden(Erdbeeren) oder auf den Boden gefallen sind (Walnüsse).

Wichtig zu wissen: Der Grund dafür ist nicht, dass diese Nahrungsmittel den Schimmel bilden. Vielmehr haften die Schimmelpilzsporen auf der Außenhaut oder Schale der Nahrungsmittel, weil sie in der Zeit reif werden, in der viele Schimmelpilzsporen in der Luft sind.

Wie kommt es durch Nahrungsmittel, die mit Schimmelpilzsporen bedeckt sind, zum Allergenkontakt, die Schimmelpilze sind doch Aeroallergene?

Der Kontakt mit den Schimmelpilzsporen erfolgt bei den Nahrungsmitteln nicht über die Luft, sondern über die Hand und durch Schleimhautkontakt beim Verzehr. Wenn man mit Schimmelsporen behaftete Nahrungsmittel in die Hand nimmt und sich dann an Nase oder Augen fasst, kommt es zum Allergenkontakt und somit zu allergischen Reaktion. Mögliche Allergiesymptome können die typischen Heuschnupfensymptome, wie laufende Nase und Niesreiz sein, oder auch die Symptome der allergischen Konjunktivitis, wie rote, tränende und juckende Augen. Beim Verzehr kann es zu Schwellungen im Mund- oder Gesichtsbereich oder Bauchschmerzen und Durchfällen kommen. In diesen Fällen helfen Antiallergika wie z.B. Antihistaminika.

Bei welchen Nahrungsmitteln können Schimmelpilze auf der Außenhaut oder der Schale haften?

Zum Beispiel können Bioerdbeeren durch Schimmelpilzsporen belastet sein. In diesem Fall liegt das an der Art des Anbaus, denn Bioerdbeeren werden oft auf Stroh angebaut und dort bildet sich besonders leicht Schimmel.

Ein anderes Beispiel sind Nüsse in der Schale. Im Herbst ist das Nüsse knacken sehr beliebt, aber Nüsse sind Herbstfrüchte, an den Nussschalen haften Schimmelpilzsporen und diese gelangen dann an die Schleimhäute und rufen allergische Symptome hervor. Oft denken die Patienten dann, die Nüsse seien der Grund für die Beschwerden, aber tatsächlich sind es die Pilzsporen. Aber: Geschälte oder gemahlene Nüsse aus der Packung enthalten normalerweise keine Schimmelpilzsporen, wenn sie unter sauberen Produktionsbedingungen hergestellt wurden.

Ebenso kann man bei anderen Herbstfrüchten wie Äpfeln, Zwetschgen, Weintrauben etc. leicht in Kontakt mit Schimmelpilzsporen kommen, denn auch bei diesen Herbstfrüchten sitzen die Schimmelpilzsporen häufig auf den Schalen. Da heißt aber nicht, dass Schimmelpilzallergiker diese Früchte nicht essen sollten, sie müssen sie aber besonders gut waschen.

Auch alle Nahrungsmittel, die gelagert werden, sollte man besonders gründlich waschen, wenn man eine Schimmelpilzallergie hat. Bei der Lagerung vermehren sich Schimmelpilze besonders stark, weshalb man auch bei Trockenfrüchten vorsichtig sein sollte. Bei Trockenfrüchten, die nicht kühl und luftig gelagert wurden, können sich leicht Schimmelpilze bilden.

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