Klinische Studien Pädiatrie Kinderstudien

Eike Stöckmann, Geschäftsführerin NETSTAP e.V.

NETSTAP e.V. - das Netzwerk für klinische Studien in der Pädiatrie

In Europa ist die Voraussetzung dafür, dass Patienten mit Medikamenten behandelt werden können, deren Zulassung durch die zuständigen Behörden. Eine Zulassung erfolgt jedoch erst dann, wenn der Hersteller des jeweiligen Medikamentes dessen Wirksamkeit anhand von klinischen Studien am Menschen nachweisen konnte. Diese Studien müssen bestimmten Qualitätskriterien entsprechen, sie werden oft über einen sehr langen Zeitraum durchgeführt und dies meist an Erwachsenen. Es gibt deshalb für viele Medikamente keine Zulassung für Kinder und damit auch keine Informationen zu deren Wirkung und Dosierung in dieser Altersgruppe. Das Netzwerk für klinische Studien in der PädiatrieNETSTAP e.V. – setzt sich deshalb für klinische Studien mit Kindern ein und folgt hier den hohen Anforderungen für Qualitätskriterien, die an klinische Studien gestellt werden. MeinAllergiePortal sprach mit NETSTAP-Geschäftsführerin Eike Stöckmann.

Frau Stöckmann, was waren die Beweggründe für die Gründung des Netzwerks für klinische Studien in der Pädiatrie – NETSTAP?

Die Arbeitsgemeinschaft der allergologisch tätigen Kinderärzte begann 1998 eine eigenständige Studie, um ein Thema aufzugreifen, dass den Kinder- u. Jugendärzten unter den Nägeln brannte: sublinguale Hyposensibilisierung bei Kindern. Zu dieser Therapieform lagen für Kinder zu der Zeit nur sehr wenige Daten bzgl. Verträglichkeit und Wirksamkeit vor. Durch die Umstellung der Applikationsform von sukutan auf sublingual bei der allergischen Immuntherapie versprach man sich aber eine große Erleichterung für die Kindern, deswegen wollten die Kinderärzte möglichst schnell eine gesicherte Datenlage für
den Einsatz der sublingualen Hyposensibilisierung. Die Ergebnisse dieser Studie sind in der Zeitschrift Allergie (2004; 59: 498-504) veröffentlicht.

Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit den Kinderärzten und der Erfahrungen während dieser Studie entstand die Idee, einen Verein zu gründen, um auch in Zukunft gute und sinnvolle Studien durchführen zu können und die Ärzte und deren Mitarbeiter nach gültigen Qualitätsrichtlinien zu schulen.

An welchen Studien im Bereich Allergie war NETSTAP bisher beteiligt? Was konnte mit diesen Studien erreicht werden?

NETSTAP war bzw. ist an verschiedenen Immuntherapiestudien bei Pollen- und Hausstaubmilbenallergie beteiligt. Je nach Phase der Studie wurde und wird die Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener Präparate überprüft, was dann ggfs. zu der dringend nötigen Zulassung der Medikamente bei Kindern führte. Bei der Zulassung einer Allergieimmuntherapietablette zur Behandlung von Allergien auf Gräserpollen waren wir an der Phase III Studie für Kinder beteiligt. Zusätzlich hat NETSTAP an einer Beobachtungsstudie von Nebenwirkungen bei der subkutanen Immuntherapie bei Kindern in Deutschland mitgewirkt, deren Ergebnisse gerade ausgewertet werden.

Mittlerweile vermitteln wir auch nicht nur Studien aus dem allergologischen Bereich, sondern darüber hinaus aus dem gesamten Fachgebiet der Pädiatrie.

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